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Thema: Ich weis nicht mehr zu wen und wohin..
Mein Name ist Adrianna bin 17. Komme aus Polen. Meine Mutter natürlich auch genauso wie mein Stiefvater. Mit 10 bin ich mit den beiden nach Deutschland gekommen ohne sämtliche Sprachkenntnisse. Mein Papa ist gestorben im Januar letztes Jahres. Mein Ziel war es immer ihn kennen zu lernen. Es war wie so ein Lebensziel. Er war Alkoholiker und starb auch dran. Schon da hat alles angefangen ich hab alles verloren.. Ich fing an mit ritzen und solchen Kleinigkeiten. Habe Tabletten geschluckt und wollte mich umbringen. Daraufhin landete ich im Krankenhaus. Dann hatte ich nen Gespräch in der Psychiatrie Hohlweide in Köln. Mir wurde ne Psychologin zugewiesen und es war eigentlich, dachte ich, alles gut. Bis mein Stiefvater anfing richtig aggressiv zu werden. Meine Depressionen kamen wieder. Es wurde so schlimm dass er mein Kopf packte und es gegen die Kommode knallte. Ich machte ne Anzeige wegen Körperverletzung aber meine Mutter zog sie zurück. Jugendamt hat nichts unternommen. Die verlassen sich darauf dass meine Mutter gesagt hat wir klären das untereinander. Die Schule habe ich immer wieder verschissen.. Meine mutter sagt mir immer wieder ich werde nie etwas erreichen und lande auf der Straße ich kann nichts bin faul und denke nur an mich.. Dabei mache ich jetzt ein Praktikum beim Rechtsanwalt. Ab August beginne ich dort meine Ausbildung..
Heute habe ich frei bekommen und habe vergessen ein Brotmesser aus mein Zimmer weg zu bringen. Meine mutter fing wieder damit an mich fertig zu machen und zu sagen dass ich nichts kann und so weiter.. Sie sucht einfach Gründe um mich fertig zu machen.. Wieso? Naja.. Mein Stiefvater kam nach Hause und sah die Tasse im Wohnzimmer die ich nicht weggeräumt habe weil meine Mutter grade wieder auf mich los ging mit Vorwürfen.. Ich war in mein Zimmer und weinte.. Er kam reingestürmt und warf die Tasse direkt auf mich mit voller Wucht drauf... Zum Glück hat er nicht mein Kopf getroffen.. Oder vielleicht doch nicht zum glück.. Ich packte mir eben wieder was spitzes und musste mich ritzen.. Ich will und kann nicht mehr ich will sterben, bei mein Papa sein.. Ich will hier raus.. Was soll ich tun? wohin soll ich gehen? Hilfe!
Hallo Kira382,
du hattest bis jetzt ein ziemlich hartes Leben und bei dir war nie was einfach. Vielleicht hast du es bis jetzt nicht geschafft dein Leben selbst in die Hand zu neben, aber das kannst du jetzt immer noch. Du kannst das schaffen, da bin ich mir sicher. Du bist stark, du hast immerhin das alles jetzt so lange ausgehalten.
Es war total richtig das du da damals eine Anzeige gegen deinen Stiefvater gemacht hast, wenn er dir wieder was antut musst du das auf jeden Fall wieder tun und dieses Mal versuchen dafür zu Kämpfen das dein Stiefvater dafür bestraft wird. Klar ist das nicht einfach, aber du schaffst das schon.
Du willst weg von deiner Mutter und deinem Stiefvater? Hab dich das richtig verstanden?
Da du schon siebzehn bist gibt es da sicher Möglichkeiten damit du nicht mehr bei ihnen wohnen musst. Betreutes Wohnen wäre da eine Möglichkeit, es gibt sicher noch weitere. Da du bald ja eine Ausbildung beginnst könntest du auch in einer eigenen Wohnung leben.
Ich würde dir auf jeden Fall raten zu einer Kinder und Jugenberatungstelle zu gehen, weisst du ob es bei dir so was gibt? Die können dir auf jeden Fall weiterhelfen, vorallem mit der Frage wohin du kannst.
Es ist wichtig das du das bald tust, bevor dein Stiefvater dich wieder verletzt.
Sie ist zwar deine Mutter, aber sie hat auf keinen Fall recht mit dem was sie sagt. Ich weiß auch nicht warum sie so gemein zu dir ist und nicht an dich glaubt, vielleicht hängt es mit deinem Vater zusammen. Wenn du versuchst dein Leben in deine Hand zu nehmen bin ich mir sicher das du es besser auf die Reihe bekommst als deine Mutter. Das du faul bist und nichts erreichen wirst ist nur dummes gerede. Dass du die Schule verschiessen hast ist doch nicht so schlimm, wenn im eigenen Leben alles schlecht läuft kann man kaum erwarten das du gut in der Schule bist. Du hast einfach andere Sorgen. Außerdem ist es doch total super das du eine Ausbildung bekommst, macht dir das Praktikum beim Rechtsanwalt spaß?
Ich Hoffe ich konnte dir ein bisschen helfen und freue mich auf eine Antwort von dir!
LG Elisabeth
Hallo Elisabeth. Ich bin echt froh darüber so schnell eine Antwort von dir zu bekommen, grade eben schien alles so hoffnungslos zu sein ich fühl mich allein da meine ganze Familie so weit weg ist. Es gibt natürlich Menschen zu den ich hin gehen könnte oder vielleicht soger ziehn könnte aber sie sind leider alle in Polen geblieben und weil es mir nicht so leicht fällt Menschen zu vertrauen habe ich auch nicht viele Ansprechpartner hier.
Meine Mutter hat ein Kind mit mein Stiefvater ich denke es ist deshalb so.. Sie wollte sich auch schon mal trennen aber tat es dann doch nicht was ich für vollkommen verständlich halte mein kleiner Bruder ist ja erst 5. Wovor ich aber Angst habe ist dass mein Stiefvater das gleiche mit meinen Bruder tun wird.. Wobei ich aber denke das würde er nicht tun, weil es so aussieht als ob ich die Person bin die hauptsächlich stört.. Ich fühl mich nicht mehr wohl und nicht sicher, ich habe Angst.
Das Jugendamt wollte mir nicht bei stehen. Sie haben sich drauf verlassen dass meine Mutter gesagt hat wir werden das schon untereinander klären.. Und sie meinte sobald das mit den Schlägen ja nicht jeden Tag passiert, kriegt ihr das schon geregelt. Sie sagte ich soll ihn einfach ignorieren. Schließlich habe ich ja meine Mutter.
Ich habe die Schule nicht geschafft musste sie abbrechen worauf ich ne Praktikumsklasse besucht habe. Hab ne Zeit lang Praktikum beim Frisör gemacht aber wegen Verdacht auf Herzrythmusstörung wurde ich gekündigt. Habe das meiner Chefin erzählt ich mochte sie sehr sie hat mir auch ein Ausbildungsplatz versprochen. Aber als sie das halt gehört hat und als ich 3 Tage krank gemeldet war deswegen, legte mir direkt eine Kündigung aufm Tisch. So stand ich dann da ohne gar nichts. Der Verdacht ist jetzt nicht mehr da wobei ich Kreislauf und Herzprobleme immer noch habe. Jedenfalls war meine Mutter sehr enttäuscht und machte mich deswegen immer wieder runter.. Aus diesen Grund wollte ich ihr beweisen dass ich zu mehr Fähig bin als sie denkt. Seid Montag letzte Woche habe ich jetzt also mein Praktikum und bald die Ausbildung. Heute habe ich frei da viel Personal anwesend ist, bzw. war. Meine Mutter nutzte die Chance und ich bin wieder in diesen Tiefen Punkt wo ich mal wieder zurück auf die Selbstmord Gedanken komme..
Es gibt hier bei mir in der Nähe eine Beratungsstelle ich habe mir eben um einen Termin bemüht, am Mittwoch um 17 Uhr gehe ich also hin. Trotz dem habe ich Angst hier trotzdem nicht raus kommen zu können ich möchte ja eigentlich nur meine Ruhe haben und nicht in ständiger Angst leben und abgestoßen zu werden.. Im Dezember werde ich 18. Ich habe Angst davor dass Jugendamt immer noch nichts unternimmt. Meine Frage ist jetzt ob ich bis Dezember warten sollte, was mir sehr schwer fällt grade oder ob ich wirklich versuchen könnte jetzt schon was zu tun?
Liebe Grüße und danke schön, Adrianna
Hallo Adrianna,
du fühlst dich ziemlich alleine und hoffnunglos oder? Von deiner Familie kannst du leider keine Unterstützung bekommen und mit dem Jugendamt hast du schlechte Erfahrungen gemacht, für dich scheint es so als gäbe es niemand der dir helfen will, hab ich damit recht?
Aber auch wenn es bisher nicht mit der Hilfe geklappt hat, muss es ja nicht so bleiben. Dein erster Schritt war es dich hier zu melden und ich finde es einfach nur mutig und großartig von dir das du gleich einen Termin bei einer Beratungsstelle gemacht hast. Du kannst Stolz auf dich sein, dass du das gemacht hast, weil so was ist nicht einfach. Und das zeigt mir das du auf jeden Fall etwas verändern willst und aus der Situation raus willst, also finde ich du solltest nicht bis zum Dezember warten, sondern jetzt versuchen was zu tun. Bis zum Dezember ist es noch eine lange Zeit, zu lange wenn man in ständiger Angst lebt. Außerdem wie vorhin schon geschrieben, hast du die ersten Schritte schon getan, dein nächster Schritt ist es zur Beratungsstelle zu gehen. Hast du Angst davor, dort hinzugehen?
Ich kann deine Angst verstehen, dass du trotzdem nicht raus kommst aus dieser Situation, du steckst einfach schon zu lange drin um daran glauben zu können herauszukommen. Versuch dich dadurch aber nicht hemmen zu lassen sondern sieh nach vorne. Ja leichter gesagt als getan, aber probier es trotzdem.
Hast du Freunde, mit denen du reden kannst? Gibt es vielleicht irgendjemanden der dir helfen kann?
Du schreibst von deinen Selbstmordgedanken, willst du mir mehr davon erzählen? Wie stark würdest du sie einschätzen? Sagen wir mal von einer üblichen Skala von Eins (ganz leicht) bis zu Zehn (sehr stark, kurz vor einem Selbstmordversuch), wo würdest du dich einordnen?
Du kannst mir alles schreiben was du willst und musst nichts schreiben was du nicht willst. Ich bin gerne für dich da.
Liebe Grüße,
Elisabeth
