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Thema: Wegen Narben ausgeschlossen
Hallo,
ich bin in der 9ten klasse und komme jetzt nach den Sommer Ferien in die 10te klasse. ich gehe auf eine KGS und ich habe ein kleines Problem.
Ich war von Dezember 2011 bis März 2012 in Psychiatrischer Behandlung, Stationär. Bis dato wusste meine klasse nicht das ich Psychische Probleme habe. Danach wussten sie es aber natürlich weil meine Klassen Lehrerin gesagt hat das ich wegen Depression und Suizid in Behandlung bin. Als ich wieder kam wurde ich schon komisch angeguckt und immer wieder ausgegrenzt und gemobbt weil ich als Irre galt. Auch schon zu der Zeit hatte ich mich selbst verletzt, war damals aber noch nicht so schlimm wie jetzt. Da ich ja schlecht im Sommer immer mit langen Sachen rumlaufen kann, sieht man natürlich meine Narben die auf meinen Armen sind. Ich werde andauernd darauf angesprochen was für mich sehr unangenehm ist. Seid meine Klassenkameraden diese Narben gesehen haben gehen sie mir einfach nur aus dem weg und reden teils auch nicht mehr mit mir. Bei Gruppenarbeiten oder wenn wir in Sport in Teams spielen will mich keiner haben.
Im Internet werde ich deswegen, anonym, gemobbt. Sie sagen ich wäre ein erbärmliches Ritz Opfer was es nicht verdient hat zu leben, da ich es mir ja eh nehmen will. dabei will ich das gar nicht. ich weiß aber auch nicht mehr was ich tun kann. schule wechseln geht leider nicht mehr, weil ich schon auf allen schulen in der Umgebung war und ich alle wegen Mobbing wechseln musste. wie man jetzt merken könnte, war ich noch nie sonderlich beliebt, aber so schlimm wie jetzt war es einfach noch nie. das Mobbing kann ich inzwischen ganz gut weg stecken, aber ich komm einfach nicht damit klar so extrem ausgeschlossen zu werden. ich sage mir einfach immer: "es ist nur noch ein Jahr, ein Jahr dann kannst du da weg, dann musst du da nie wieder hin und du musst diese Personen nie wieder sehen" hilft aber nicht wirklich.
hat jemand ein rat für mich? ich weiß so nicht mehr weiter... 🙁
Hallo Shinshi,
mein Name ist Regina und ich würde dich sehr gerne dabei unterstützen eine Lösung zu finden. Zunächst finde ich es aber toll, dass du dir hier Rat suchst.
Ich verstehe, dass deine Situation im Moment echt schwierig ist. Nicht nur, dass du deine persönlichen Probleme bewältigen musst, wegen denen du in Behandlung warst, sondern jetzt kommt auch noch die Auseinandersetzung mit den sozialen Aspekten dazu. Ich finde es ehrlich gesagt von deiner Lehrerin nicht ganz in Ordnung deiner Klasse davon zu erzählen, ohne dass vorher abzuklären, ob dir das recht ist.
Mobbing ist ein schwieriges Thema und in jedem Fall abzulehnen. Lass dir auf keinen Fall einreden, dass du ein Opfer bist, oder nicht verdient hast zu leben- das ist einfach falsch. Du stellst dich deinen Problemen und kämpfst dafür- das ist etwas worauf du sehr stolz sein kannst.
Ein Grund für Mobbing oder auch sozialen Rückzug ist Unsicherheit. Ich kann mir vorstellen, dass viele deiner Mitschüler damit überfordert sind. Daher ist es wichtig dass du auch wieder auf die Leute zugehst und offen bist. Ich weiß auch, wie schwer diese Aufgabe sein kann. Aber diese Offenheit und auch das Beantworten von Fragen kann einiges aus der Welt schaffen, das ansonsten immer für eine angespannte Atmosphäre sorgt.
Gab es denn Mitschüler mit denen du dich vor deiner Behandlung im Dezember verstanden hast? Vielleicht kannst du dort wieder Anschluss finden?
Ich hoffe dass sich die Situation für dich bald wieder entspannt.
Schöne Grüße
Regina
Hallo Shinshi,
auch ich finde ganz toll, dass du dich an uns wendest und dir hilfe suchst.
Regina hat schon sehr viele wichtige Dinge erwähnt und gute Ratschläge gegeben. Wenn du nichts dagegen hast, würde ich auch gerne versuchen dir zu helfen.
Ich bin Kristina und möchte dich zunächst einmal für deine Stärke loben. Du befindest dich in einer sehr schwierigen Situation mit doppelter Belastung und findest dennoch die Kraft, dir hier bei uns Rat zu suchen. Das ist ganz großartig!
Deine Strategie, dir selbst zuzureden, dass du deine Mitschüler nur noch ein Jahr lang ertragen musst und sie danach nie wieder sehen wirst, ist zwar ein recht guter Anfang, aber wie du schon selbst erkannt hast, keine dauerhaft zufriedenstellende Lösung. Schöner wäre es, wenn sich das letzte Schuljahr so angenehm wie möglich für dich gestalten ließe. Schließlich ist es auch in deiner jetzigen Situation bestimmt nicht eifnach, sich auf die Schule zu konzentrieren.
Dass deine Lehrerin ohne Absprache von deinem Aufenthalt in der Psychiatrie berichtet hat, finde ich auch nicht in Ordnung.
Mobbing entsteht oftmals, wie Regina schon erklärt hat, aus Unsicherheit.
Es wäre wichtig, dass deine Mitschüler mehr über Depression und Suizid erfahren und über das Thema aufgeklärt werden, um die Thematik verstehen zu können. Wenn sie das Verständnis dafür entwickeln, können sie auch besser damit umgehen und lernen dies zu akzeptieren und zu tolerieren.
Gibt es einen Vetrauenslehrer an deiner Schule, an den du dich wenden könntest? Meiner Meinung nach wäre es jetzt die Aufgabe der Lehrer, deine Mitschüler über das Thema aufzuklären. Vielleicht im Rahmen einer Projektarbeit in einem passenden Unterrichtsfach.
Wenn es einen Lehrer gibt, dem du dich anvertrauen könntest, wäre mein Rat mit diesem darüber zu sprechen.
Ich hoffe ich konnte dir weiter helfen und wünsche dir, dass du deine Stärke und Kraft beibehalten kannst!
Liebe Grüße,
Kristina
