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Thema: Alles auf einmal - und alles zu viel!

Eröffnet am 15.01.2016 um 17:36

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Hallo,

ich hoffe ich bin hier richtig und mir kann jemand helfen!

Bis vor etwa drei Wochen war ich in ein Mädchen aus dem Musikverein verliebt. Leider ist da nichts draus geworden, sie hat meine Gefühle nicht erwidert. Ich bin, nachdem sie mir das klargemacht hatte, zwei Tage lang ziemlich viel am Heulen gewesen, habe viel darüber nachgedacht, einige Spaziergänge unternommen, …
Dann kam Silvester, da kam es mir irgendwie schon vor, als wäre es ewig her, obwohl es erst vier Tage waren. Ein paar Tage später bin ich dann allerdings völlig eingebrochen, war richtig depressiv, habe einige Nächte kaum noch geschlafen, mein Tagesrhythmus ist völlig aus den Fugen geraten. Dank der Unterstützung meiner besten Freunde bin ich dann aber auch recht rasch wieder auf die Beine gekommen.
Vor fast einer Woche habe ich sie dann das erste Mal wiedergesehen und mein größter Wunsch ist in Erfüllung gegangen: Wir haben uns trotz dem, was in den vergangenen drei Monaten vorgefallen war, gut verstanden. Sie hat sich nicht von mir distanziert und ich bin auch gut damit klar gekommen.

Dann dachte ich, ich habe es endlich hinter mir, hatte ich in gewisser Weise auch. Aber am nächsten Abend, als die große Freude über den Fortbestand der Freundschaft wieder verflogen war, fing es an, dass ich mich plötzlich wieder unwohl fühlte, richtig elend sogar. Allerdings nicht mal wegen ihr.

In dem "Loch", welches entstand, als das Verliebtsein, das mich zuvor ausgefüllt hatte, sowie das Ziel, auf das ich zu gelebt hatte und selbst die Angst davor, dass auch die Freundschaft draufgeht, verschwanden, brachen dann einige andere aufgestaute Emotionen hervor, die mir seither das Leben schwermachen.

Zuerst war da noch die Angst, dass ich es doch noch nicht vollends geschafft hatte, über sie hinweg zu kommen, dass das alles nochmal losgeht.
Außerdem kam die Ungewissheit vor der Zukunft dazu. Ich mache dieses Jahr das Abitur und weiß noch nicht genau, was ich danach machen will, was dann kommt. Das ruft eine gewaltige Ungewissheit und Unsicherheit hervor. Außerdem habe ich mich plötzlich total einsam und verlassen gefühlt. Ich hatte schon zuvor, noch während ich verliebt war, festgestellt, dass ich (aus verschiedenen Gründen, die ihren Ursprung bereits vor fast 10 Jahren hatten) keine Freunde in meinem Alter habe, die ich regelmäßig sehe. Alle mit denen ich mich gut verstehe sind ca. 2-3 Jahre älter. Und ich kenne sogar so gut wie niemanden in meinem Alter, den ich öfters sehe. Das hat mich vorher nie gestört, aber jetzt bemerke ich, dass es nicht gut für mich ist.

Ich habe mich in den letzten Monaten, während ich verliebt war auch innerlich sehr verändert. Ich denke, ich bin deutlich erwachsener geworden, aber (dadurch?) auch deutlich unsicherer.
Ich hatte neben den oben genannten Punkten auch einen starken Drang nach (auch körperlicher) Zuneigung, wie ich ihn noch nie zuvor gespürt habe.

Das alles hat mich sehr verunsichert. Aber als wäre das noch nicht mehr als genug, habe ich gerade das Gefühl, das ich dabei bin, mich schon wieder zu verlieben. In eine Klassenkameradin (D.), die ich auch sehr nett und attraktiv finde.

Ich hatte noch während ich in L. verliebt war (die, mit der es nichts geworden ist) mal das Gefühl, dass sie (also D.) mich irgendwie so angeschaut hat, anders als sonst. Keine Ahnung, habe das damals auch schnell wieder vergessen, war vielleicht auch nur eine Einbildung, weil ich mich damals so sehr nach weiblicher Zuneigung gesehnt habe (wenn auch eigentlich von L.). Außerdem muss man in Gefühlsdingen sowieso immer aufpassen, da täuscht einen das Bauchgefühl gerne mal. Bei L. hatte ich eigentlich fast die ganze Zeit ein gutes Bauchgefühl und es war trotzdem nichts als Freundschaft.

Auf jeden Fall verunsichert mich das jetzt auch noch, ich weiß noch nicht so wirklich, ob das nur ein bisschen Schwärmerei ist, vielleicht auch einfach resultierend aus meiner Sehnsucht nach Zuwendung. Außerdem habe ich das alles eben erst hinter mir und bin eigentlich froh darüber, dass es vorbei ist. Und es ist erst drei Wochen her! Außerdem ist sie eben eine Klassenkameradin, das macht es auch noch komplizierter. Und sie ist auch wieder zwei Jahre älter, was ist in diesem Alter (bald 17 und 19) auch nicht unbedingt ideal ist.

Ich weiß gerade einfach nicht, was die Zukunft bringen wird, bin verunsichert, weiß nicht was ich will, was ich fühle/fühlen soll. Das ist gerade einfach alles zu viel, ich bin im Moment emotional ziemlich überlastet.

Habt ihr vielleicht irgendeinen Tipp für mich, was ich tun kann, um mir selbst klarer darüber zu werden, was ich will oder um innere Spannungen abzubauen oder so?

Gruß,
Flöchen99

Hi Flöchen99,

ich bin selbst User hier (seit gestern 😉 )und ich habe gesehen, dass du bisher noch keine Antwort bekommen hast.

Hm, ich bin ja selbst hier, weil ich auch selbst Rat suche und der Experte in Problemlösen bin ich auch nicht, aber ich probiere es einfach mal.

Du klingst ziemlich verzweifelt und dieses Gefühl, dass du nicht weiter weißt und auch nicht weißt was du selber willst kenne ich auch!

Also im Moment sind das mehrere Themen
- der (überstandene) Liebeskummer um L.
- die neue Schwärmerei von D.
- Du weißt nicht was Du nach dem Abi machen sollst
- Du hast keine gleichaltrigen Freunde
- die Veränderung / Erwachsen zu werden

Hm, das ist ganz schön viel!

Du hattest noch geschrieben, dass sich noch mehr aufgestaut hat, an Emotionen, was hat sich denn noch so aufgestaut?

In Beziehungssachen bin ich ganz schlecht. Ich kann Dir da kein rat geben, was nun mit D. ist. Deinem Bauchgefühl traust Du nicht so ganz - hab ich so verstanden. Du musst es ja nicht übers Knie brechen, schaue doch einfach wie es in den nächsten Tagen weitergeht und ergründe deine Gefühle zu ihr!?
Wenn Sie die richtige ist, ist es glaub ich egal wenn sie 2 Jahre älter ist und in deine Klasse geht. Stimmt, das wäre nicht ideal, aber was ist schon ideal? Ab Sommer gehen doch viele auch ihre eigenen Wege...
Hast Du denn schon Ideen was Du nach dem Abi machen willst? Studieren? Ausbildung? Oder erst einmal Zeit nehmen, um sich weiter zu orientieren und Jugendfreiwilligendienst machen?

Ich habe recht wenig Freunde. Was ist denn für Dich so schlimm daran, wenn deine Freunde 2-3 Jahre älter sind? Klar 2-3 Jahre machen in unserem Alter mehr aus, aber wenn es richtige Freunde sind ist doch das Alter egal?!

Und das mit der innerlichen Veränderung. Ja das kenne ich auch. Ich bin 19 und wie Du schon sagtest es ist ein Reifungsprozess ein erwachsen werden. Das ist alles neu und was neues kann einem verunsichern. Ich glaub auch dass das ganz natürlich ist. Ging mir ja auch so. Und so richtig Sattelfest fühle ich mich auch nicht. So ist es nun mal wenn sich in kurzer Zeit vieles verändert. Da braucht man halt. Was gibt Dir Halt und Sicherheit?

Hm, da ist noch die Sache mit dem, dass du nicht weißt was du willst, dir über Sachen klar werden. Mir hat in solchen Momenten geholfen darüber zu reden. Hab mit meinem Pflegevater oder meinem besten Freund oft Sachen besprochen. Das hat mir geholfen, wenn ich diesen Druck hatte. Bei der innerlichen Anspannung kann ich Sport empfehlen. Sich körperlich mal richtig auszupowern lässt meine angestauten Aggressionen und Gefühle schrumpfen.

Ja, das sind erst einmal so meine Gedanken dazu. Weiß nicht ob du auf die Fragen antworten willst oder ob Dich das überhaupt weiterbringt...

Wünsche Dir jedenfalls ein Stückchen mehr Gelassenheit und Vertrauen in Dich selbst! Du packst das schon!

Gruß
Alien

Hallo Flöchen99,

es freut mich das du uns mit deinem Anliegen vertraust. Ich bin Frank und möchte gerne versuchen dir weiterzuhelfen.

Zuerst kann ich dir versichern, das du hier richtig bist.

Für uns Männer ist es immer etwas sehr herrausforderndes einer Frau seine Zuneigung zu gestehen. Wir brauchen häufig dafür eine ganze schöne Zeit. Es ist dann umso drastischer wenn unsere Zuneigung nicht erwiedert wird. Das verstehe ich gut.

Damit muss man als Mann erst mal umgehen lernen. Toll, das du in dem ganzen gute Freunde hast die dir geholfen haben.

Wenn ich deine Zeilen so lese bekomme ich den Eindruck, das du dir nach dieser Situation sehr viele Gedanken gemacht hast. Das ist absolut verständlich aber sicher auf Dauer auch ziemlich anstregend geworden.

Grade wenn wir uns auf den Weg machen und über unser Inneres nachdenken wollen wird alles schnell sehr abstrakkt und undurchsichtig. Anders gesagt kann eine Selbstanalyse einen ganz schön in die Verzweiflung oder emotionale Überlastung treiben.

Der erste Weg raus aus dieser Überlastung besteht darin zu verstehen, das du auf all die Themen die dich grade beschäftigen keine Antwort finden musst. Nicht umsonst heist es "in der Ruhe liegt die Kraft" und zu meist verliert man in dem ganzen rumgedenke den Blick für das Wesentliche oder manche Dinge wirken dramatischer als sie sind.

Du hast den Liebeskummer mit L. überstanden und ihr seit Freunde. Ich finde das klingt nach einer sehr positiven Lösung.

Wenn jetzt eine neue Schwärmerei mit D.entsteht bzw.im Anmarsch ist würde ich mir an deiner Stelle nicht so viele Gedanken darüber machen und vor allem versuchen dich zu entspannen. Letzendlich bist du jung und neugierig. Es ist garnichts dramatisches sondern ganz normal wenn die Gefühle hier auf und ab gehen und du dich schnell für jemanden neuen interessierst. Geniesse das doch einfach und wenn du das Gefühl hast du brauchst noch etwas Zeit um dich Sache mit L. noch zu verarbeiten ist das auch in in in ordnung. Ich bin überzeugt, das wenn du dich im Bereich Beziehungen etwas entspannst,die anderen Dinge garnicht mehr so schlimm erscheinen werden.

Du hast nach dem Abi eine Mege toller Möglichkeiten dich zu orientieren. An deiner Stelle würde ich mich jetzt erst mal drauf konzentrieren Abi zu machen. Das kostet sicher genug Kraft und wenn du es geschafft hast kommt der nächste Schritt. Was hällst du davon?

Ich sehe das ähnlich wie Alien96. Der Punkt ist doch der das du Freunde hast und das ist doch ein Grund zum glücklich sein,oder? Wenn sie etwas älter sind als du ist das garnicht schlimm sondern zeigt nur das du einfach schon reifer bist.

Es ist doch gut, das wir in all unseren Problemen und Lebensituationen die Möglichkeit haben uns zu entwickeln und diese Dinge als Chance zu begreifen. Versuch doch mal deine Situation insgesamt als Chance zu begreifen. Eine Chance liefert immer neue Möglichkeiten.Was glaubst du hast du grade für Möglichkeiten?

Liebe Grüße

Frank

Vielen Dank für die Rückmeldungen!

Also erstmal zu Alien96:

Das "Aufgestaute", was ich meinte, waren vor allem die Zukunftsängste.

Es ist auch nicht so, dass ich meinem Bauchgefühl nicht traue, aber wenn man richtig verliebt ist, dann blendet man schlechte Zeichen eben gerne mal aus. Das Problem bei L. war, dass da nicht mal wirklich schlechte Zeichen kamen, sie ist aber eben auch nicht auf mich zu gekommen. Sie hat ja auch geschrieben, dass sie mich echt nett findet, ich habe in ihr freundschaftliches Verhalten einfach zu viel hineingedeutet.
Trotzdem ist mir klar, dass es wichtig ist, auf das Bauchgefühl zu hören, denn das ist manchmal das Einzige, was man hat.

Ich habe mir auch selbst schon vorgenommen, wegen D. einfach mal abzuwarten. Ich bin eben durch die negative Erfahrung mit L. eher noch mehr verunsichert.

[i]Wenn sie die Richtige ist, ist es glaub ich egal wenn sie 2 Jahre älter ist und in deine Klasse geht. Stimmt, das wäre nicht ideal, aber was ist schon ideal? Ab Sommer gehen doch viele auch ihre eigenen Wege..."[/i]
Das habe ich mir auch schon gedacht 😉

[i]"Hast Du denn schon Ideen was Du nach dem Abi machen willst? Studieren? Ausbildung? Oder erst einmal Zeit nehmen, um sich weiter zu orientieren und Jugendfreiwilligendienst machen?"[/i]
Ich habe mich auf ein FÖJ beworben, da ich mit dann 17 ja noch relativ jung bin. Ich habe einfach viele Interessen und weiß nicht so ganz genau, was davon ich dann als Beruf wählen möchte. Ich mache aktuell eine in die Schule integrierte Ausbildung zum CTA (chem.-techn. Assistent), Chemie macht mir sehr viel Spaß, das wäre eine Alternative. Die Andere Möglichkeit, die mir vermutlich auch viel Spaß machen würde ist Medizin.

[i]"Ich habe recht wenig Freunde. Was ist denn für Dich so schlimm daran, wenn deine Freunde 2-3 Jahre älter sind? Klar 2-3 Jahre machen in unserem Alter mehr aus, aber wenn es richtige Freunde sind ist doch das Alter egal?!"[/i]
Vielleicht ist es nicht mal das Alter, zwei von ihnen haben mich auch während der Geschichte mit L. sehr unterstützt. Es ist wohl eher der Umstand, dass alle recht weit weg wohnen. So zwischen einer halben und über 2 Stunden Zugfahrt. Ich hatte in letzter Zeit einfach öfters das Bedürfnis, mal einfach loszuziehen und Party zu machen, mich richtig auszutoben, alles andere mal zu vergessen, aber ich habe einfach niemand in der Nähe, der mitkommen könnte. Und ich weiß auch gar nicht wie und wo 🙁

Mein Mittel gegen Anspannung und Stress ist spazieren gehen oder Musik machen. Und Gedichte schreiben!

Und zum Thema Ansprechpartner: Ich habe eine Bekannte, die ist Psychotherapeutin, die hat mir früher (da hatte ich krasse Mobbingprobleme in der Grundschule) sehr geholfen und ich habe seither psychisch eine sehr starke Bindung zu ihr. Ich habe ihr vor ein paar Tagen mal eine Mail geschrieben, weil es gerade eben einfach so viel ist.
Außerdem eben meine bereits oben erwähnten beiden Klassenkameraden, wobei das gerade auch schwierig ist, weil A. (eine von den beiden) auch gut mit D. befreundet ist. Deshalb will ich mit ihr - zumindest solange ich selbst noch so unsicher bin - gerade nicht darüber sprechen.

Und nochmal vielen Dank, das ist ja quasi auch schon eine Sprachtherapie, das hilft auf jeden Fall!

Jetzt zu Frank:

[i]"Für uns Männer ist es immer etwas sehr herausforderndes einer Frau seine Zuneigung zu gestehen. Wir brauchen häufig dafür eine ganze schöne Zeit. Es ist dann umso drastischer wenn unsere Zuneigung nicht erwidert wird. Das verstehe ich gut."[/i]

Ja, das stimmt. Bei L. ging das Ganze über 3 Monate hinweg, das war ganz schön lang. Das Blöde ist eben auch, dass ich bei L. das dritte Mal verliebt war, beim ersten Mal habe ich mich nicht getraut, das ist nach einem dreiviertel Jahr etwa dann einfach "verschwunden". Das ärgert mich immer noch, dass ich das damals nicht geschafft habe. Im letzten Sommer auf einer Freizeit habe ich mich dann das zweite Mal verliebt, da wurde ich das erste Mal zurückgewiesen und am nächsten Tag war sie dann auch noch mit einem anderen zusammen. Das tat weh, wenn auch nicht so sehr wie bei L., für die Meine Gefühle einfach noch deutlich stärker waren. Dann kam eben L. der ich drei Monate nachgelaufen bin, ich kannte sie vorher schon sehr lange, etwa zwei Jahre, die beiden anderen hatte ich gerade erst kennengelernt. Als das vorbei war tat es echt weh, ich bin wie gesagt sogar richtig depressiv geworden deswegen. Zum Glück hatte ich da noch A. und den anderen Freund. Und zum Glück hat es die Freundschaft überlebt, da hast du Recht, das ist wirklich klasse!

Aber ich denke du wirst verstehen, dass das alles nicht gerade aufmunternd ist für einen neuen Versuch, vor allem nach so kurzer Zeit!

[i]"Was glaubst du hast du grade für Möglichkeiten?"[/i]
Der Satz gefällt mir! Das ist wirklich eine gute Frage!
Zuerst einmal das Abi (möglichst gut) zu schaffen, da hast du Recht. Ich sollte mir vielleicht wirklich weniger Gedanken machen über das, was danach kommt. Nach dem Abi sind es ja auch noch mal zwei Monate bis Schluss ist. Das rückt gerade einfach alles sehr nahe, da ich mich jetzt für das FSJ und das Betriebspraktikum für meine Ausbildung bewerben muss, für letzteres habe ich am Dienstag ein Vorstellungsgespräch.
Und du hast auch damit Recht, dass ich mich in Sachen Frauen mal etwas entspannen sollte. Ich warte jetzt einfach mal ab, wie es mit D. weitergeht, heute Nacht habe ich jedenfalls von ihr geträumt 😉 . Ich kann es ja eh nicht ändern, wenn es so kommt. Ich kann nur versuchen, das Beste draus zu machen.

LG,
Florian

Hallo Florian,

das klingt für mich so als hätten dir unsere Rückmeldungen schon einiges gebracht. Ich finde auch super das du im engen Kontakt mit deiner Bekannten (Psychotherapeutin) stehst.Das gibt dir scheinbar eine ganze Menge Rückhalt.

Anonsten hatte ich noch den Gedanken dich zu fragen welche Wünsche und Erwartungen du an eine Beziehung zu einem Mädchen hast.Kannst du das sagen bzw.magst du darüber mal etwas schreiben?

Liebe Grüße

Frank

Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten ... ich denke, dass man gemeinsam Zeit verbringt, miteinander Spaß hat und für den anderen da ist ... es ist schwer, das in Worte zu fassen.

Und nochmal wegen D., gestern Abend war ich mir total sicher, dass ich mich wirklich in sie verliebt habe. Heute bin ich aber wieder voll unsicher.
Ich hab sie heute allerdings auch nur kurz gesehen und das war während einer Klassenarbeit.
Ich weiß einfach nicht, was das werden soll 🙁

LG,
Florian

Hallo Florian,

ja das stimmt das ist wirklich nicht so leicht zu beantworten.Hast du eine Idee warum das so ist?

Welche unterschied besteht für dich zwischen "du bist mit einem Mädchen zusammen" und "du bist mit einem Mädchen befreundet"? Kannst du das sagen?

Wann weist du ob du dich verliebt hast? Glaubst du das du das dann ganz genau weist wenn es so ist?

Viele Fragen und wahrscheinlich nicht ganz einfach. Ich bin mir aber sicher das du das gut schaffst.

Liebe Grüße

Frank

Also, ich versuchs mal 🙂

[i]"ja das stimmt das ist wirklich nicht so leicht zu beantworten.Hast du eine Idee warum das so ist?[/i]
Ich denke mal das liegt daran, dass das etwas sehr subjektives und auch eher subtiles ist, das man oft nicht so wie man es denkt in Worte fassen kann. Und außerdem denke ich, dass man vieles auch erst merkt, wenn man es das erste Mal erlebt.
Eher sogar letzteres.

[i]"Welche unterschied besteht für dich zwischen 'du bist mit einem Mädchen zusammen' und 'du bist mit einem Mädchen befreundet'?"[/i]
Die Gefühle. Eine starke Freundschaft kann aber denke ich durchaus sehr nahe dran kommen.
Und körperliche Zuneigung.

[i]"Wann weist du ob du dich verliebt hast? Glaubst du das du das dann ganz genau weist wenn es so ist?"[/i]
Erst zu letzterem: bis vor ein paar Tagen hätte ich gesagt "definitiv ja", jetzt bin ich mir da nicht mehr ganz so sicher - aber eigentlich schon.
Jetzt zur ersten Frage: Ich habe immer ein paar Tage gebraucht, um mir wirklich sicher zu sein - außer vielleicht beim ersten Mal - und ich habe meine momentanen Gefühle auch immer mit dem Bisherigen verglichen. Es war immer so ein "Kribbeln" da, eine freudige Erregung, ein warmes Buchgefühl. Immer wenn ich an "sie" gedacht habe. Und es kam immer sehr plötzlich, wie ein Feuerwerk.
Bei D. war einfach nur das warme Gefühl. Da war ich mir trotzdem schon ziemlich sicher, dass ich verliebt bin. Ich war mir auch sicher, dass es noch stärker wird, aber gerade ist es eher wieder weg.
Und trotzdem habe ich heute Nacht wieder von ihr Geträumt. Und ich muss dauernd zu ihr schauen, freue mich sehr, sie zu sehen und fühle mich einfach wohl in ihrer Nähe.

LG,
Florian

Hallo Florian,

ich hoffe, es ist ok für dich, wenn ich dir antworte, auch wenn ich kein Junge bin. Wenn nicht, sag bitte einfach Bescheid 🙂

Ich glaube, ich kann vieles von dem, was du schreibst gut nachvollziehen. Für mich klingt es so, als seist du verunsichert darüber, ob du in D. verliebt bist oder nicht. Allerdings schreibst du auch, dass Liebe und Freundschaft sich sehr ähnlich sind, da eine starke Freundschaft der Liebe sehr nahe kommt. Ist es dann wichtig, ob du in sie verliebt bist oder sie nur freundschaftlich magst? Und ist das etwas, was du jetzt sofort entscheiden musst? Würde diese Entscheidung etwas an eurem Verhältnis ändern?

Ich kann auch deine Zukunftsangst sehr gut nachvollziehen. Ich kenne das Gefühl auch fast drei Jahre nach dem Abi noch. Aber ich denke auch, dass du mit einem FÖJ/FSJ nicht wirklich etwas falsch machen kannst und dadurch auch noch etwas mehr Zeit hast, zu entscheiden, was du danach machen möchtest, auch wenn du schon so klingst, als hättest du dich schon für eine grobe Richtung entschieden. Ich hoffe, dein Vorstellungsgespräch ist gestern gut gelaufen 🙂

Viele Grüße,
Chanteuse

Hallo Chanteuse,

das ist überhaupt kein Problem, ich finde es ist in solchen Dingen immer gut, auch mal die "andere Seite" zu hören. Während ich in L. verliebt war, war ich heilfroh, dass ich mich mit einem guten Freund und einer guten Freundin austauschen konnte - je nachdem, um was es gerade ging (oder auch was ich gerade hören wollte ;-)).

Ich weiß nicht, ob es im Moment tatsächlich etwas ändern würde. Gestern Abend habe ich noch einen langen Spaziergang gemacht und dabei viel nachgedacht. Wenn es einen Unterschied machen würde, dann eher für mich, dafür, wie ich mich verhalte(n soll). Aber gerade dieses "soll" ist der Punkt. Mein Problem ist glaube ich, dass ich diese Situation in kein bisheriges Verhaltensmuster einsetzen kann. Bis jetzt war es für mich immer "ganz oder gar nicht", ich war immer total verknallt, von Anfang an. Da war mir dann klar, was ich tun sollte (bzw. wollte ;-)).
In meiner Momentanen Situation ist das etwas anders. Ich habe kein vorgegebenes Verhaltensmuster, das ist für mich total neu. Das Muster, dass ich mir über die letzten eineinhalb Jahre zurechtgelegt habe, passt einfach nicht.

Ich habe aber auch festgestellt, dass ich gerade - so viele Gedanken ich mir auch mache - letztendlich nach dem handle, was ich fühle und nicht nach dem, was ich denke. Und ich denke, das ist auch gut so. Ich zerbreche mir gerade viel zu viel den Kopf über das eigentlich unwichtigste an der ganze Sache - nämlich darüber, in welche "Schublade" meine Gefühle einzuordnen sind. Zum Glück sind die Gefühle stark genug, dass sie dabei vor lauter sinnlosem Grübeln nicht völlig untergehen!

Gestern Abend habe ich noch einen langen Spaziergang gemacht und dabei auch viel nachgedacht, das hilft mir immer sehr, wenn mein Kopf so voll ist wie gerade. Dabei habe ich mir überlegt, dass das einzig richtige im Moment wohl ist, weiterhin das zu tun, mit dem ich mich am besten fühle. Solange ich mich so wohl damit fühle, wie ich es gerade tue, kann ich doch ihre Nähe suchen, was dann dabei rauskommt ist fürs Erste mal - kurz gesagt - einfach egal.

Außerdem habe ich mir auch vorgenommen, mir nicht mehr so den Kopf darüber zu zerbrechen, weil letztendlich fühle ich das, was ich eben fühle. Und das ist schon gut so.
Außerdem bin ich sooo viel entspannter, sooo viel gelassener, als wenn ich total verknallt wäre, wie bei den letzten Malen. Ich genieße es gerade einfach und fühle mich gut dabei 🙂

Und wenn ich mir mein Verhalten anschaue, muss ich schon sagen, dass das deutliche Züge von Verliebtheit trägt. Ich glaube gerade, dass ich das irgendwie auch bin, eben anders als ich es bis jetzt erlebt habe, aber auf seine Weise definitiv auch seeehr schön 🙂
Und heute Morgen war das Kribbeln auch wieder ein bisschen da 🙂
Ich hatte heute definitiv einen wunderschönen Tag, weil ich einfach glücklich war. Und ich habe genau das gemacht, was ich mir vorgenommen habe: das getan, was mein Herz mir gesagt hat und mir nicht zu sehr den Kopf darüber zerbrochen.

@Frank: Deine Fragen haben mir wirklich sehr geholfen, ich habe mich damit noch nie so genau auseinandergesetzt. Und ich habe dabei auch festgestellt, dass das, was ich bis jetzt darüber gedacht habe, vielleicht doch nicht absolut ist. Ich habe noch so viel vor mir und ich denke mal, dass ich viele meiner Einstellungen zu verschiedensten Facetten des Lebens noch oft werde überdenken müssen. Das war jetzt eben eine davon.

LG,
Florian