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Thema: Depressionen
Ich bin 15 Jahre alt und leide an Depressionen, ich habe einen Text
geschrieben der meine jetzige Lage beschreiben wird
[i]Leben & Gedanken [/i]
[i]Ich verspüre diese leere, dieses Gefühl, es lässt mich alleine als ob niemand da wäre um diese leere zu füllen. Jeder Atemzug wird schlimmer, ich verspüre das Gefühl weinen zu müssen mit jenem weiteren Atemzug. Nicht mehr zu wissen was zu tun ist und für was man bestimmt ist. Aufzustehen und schmerz zu fühlen, zu denken das es nichts gibt was einen Aufhält, weiterzumachen als ob alles umsonst wäre. Die Gedanken zu verspüren man fühle sich nicht wohl außer wenn man alleine ist. Eine Fassade auszusetzen um die Menschen in der Umgebung zu täuschen. Es frisst mich auf, ich finde keine Ausweg mehr ich weiß nicht was ich tun soll. Ich stehe alleine da, ich kann mit niemanden diese Gefühle teilen ich muss stark sein für die Menschen die ich schätze. Menschen wissen zu lassen wie man fühlt lässt einen schwach wirken und das möchte ich nicht. Niemand weiß wie ich wirklich denke oder fühle, ich möchte Menschen nicht in Sorge bringen, ich möchte damit alleine fertig werden auch wenn dies heißen sollte das mich diese Gefühle auffressen werden. Manchmal, wenn ich alleine bin breche ich in Tränen auf, in jenen Momenten möchte ich meinen Gefühlen freien lauf lassen. Ich würde nie an Suizide denken oder sonstiges weil es mir zu schade wäre, denn ich denke mir das ich nur einmal lebe und nur einmal Leben werde und dafür kann ich diesen Schmerz beibehalten, dennoch würde ich mein Leben geben um andere Leben zu retten. Ich sollte dankbar sein leben zu dürfen, aber was bringt das schon wenn es voller Schmerzen erfüllt ist.[/i]
[i]
[/i]
Hallo,
mein Name ist Fabian und ich will dir helfen 🙂
Es ist schön, dass du dich an uns gewendet hast.
Ich lese aus deinem Text, dass du dich selbst sehr unter Druck setzt. "dennoch würde ich mein Leben geben um andere Leben zu retten." Es ist zwar eine Lobenswerte Einstellung, wenn du nicht nur an dich denkst, trotzdem solltest du nicht nur an die anderen denken. Du lebst dein eigenes Leben und wenn du es mit anderen teilen willst, dann bist du für niemanden eine Belastung. Ich bin mir sicher andere haben dir gegenüber auch eine ähnliche Einstellung.
Es zeugt auch nicht von Schwäche sein "wahres ich" zu zeigen. Im Gegenteil, es zeugt von riesiger Stärke! Die Menschen um dich herrum werden sich sicher um dich sorgen, wenn du ihnen von deinen Gefühlen erzählst, aber sie werden auch dafür sorgen, dass es dir wieder besser geht und dir eine riesige Last abnehmen.
Das du nicht an Suizid denkst ist eine gute Einstellung. Es gibt immer andere Möglichkeiten um sein Leid zu beenden, aber dazu muss man nicht das wertvollste wegschmeißen, dass man besitzt.
Möchtest du mir vielleicht etwas über dich erzählen?
Wie sieht dein Alltag aus und vorallem wie verhält sich deine Stimmung über den Tag hinweg?
Gibt es denn einen bestimmten Auslöser, der dich indiese Leere gedrängt hat und weißt du wann die Depressionen angefangen haben?
Einen schönen Abend noch 🙂
Fabian
Mein Alltag sieht momentan so aus, den Tag zu überstehen. Es wird immer schwieriger für mich aufzustehen und eine Fassade aufzusetzen, ich verliere die Lust an allem. Meine Stimmung hält sich in Grenzen, in der Schule strahle ich glücklichkeit aus um die Wesen um mich herum zu täuschen, wenn ich einen kurzen Augenblick für mich habe fühle ich mich so als ob ich weinen müsste und nachdem sich das Gefühl nach dem weinen verringert hat, würde ich gerne ein Baseballschläger an mich reißen und irgendetwas kaputt machen. Um ehrlich zu sein ich weiß nicht genau wann die Depressionen angefangen haben, sie waren einfach da und ich habe sie einfach akzeptiert.
Hallo,
dass du deine Mitmenschen als "Wesen" bezeichnest ist nicht gut. Du schreibst auf der einen Seite du willst niemanden verletzten und würdest für andere dein Leben geben und auf der anderen Seite siehst du von oben auf sie herrab. Könntest du mir den Stand gegenüber deiner Mitschüler etwas genauer erklären?
Dieses Gefühlschaos ist leider normal.. Ich kann dir nur Tipps geben um etwas weniger in dieses loch abzurutschen.
Ich würde dich darum bitten, dass du jeden Tag nachdem du aufgestanden bist in den Spiegel siehst und in einer normalen Lautstärke und mit einem Grinsen im Gesicht sagst: "Ich bin stark! Ich fühle mich gut!".
Es klingt zwar blöd und man fühlt sich anfangs auch etwas dämlich wenn man das macht aber es hilft und das ist das wichtigste.
Als nächstes würde ich dir raten, dass wenn du dieses trauernde Gefühl hast versuchst sofort auf andere Gedanken zu kommen. Sag zur not laut "Nein!" wenn du dich dabei ertappst. In diesen Momenten ist es wichtig, dass du mit anderen redest. Rede mit ihnen über irgendetwas schönes.
Ansonsten solltest du viel (allerdings nicht in Übermengen) schokolade essen und frische Luft tanken.
Wenn ich lese, was du schreibst bist du niemand, der sich von dem ganzen unterkriegen lässt. Du hast eine einstellung FÜR das Leben und kämpfst nicht gegen es.
Gegen diese Aggression nach dem drückenden gefühl kann ich dir empfehlen einfach einen Sport anzufangen. Machst du denn momentan privat sport in einem Sportverein?
Es ist wichtig, dass du Soziale Kontakte stärkst und neue knüpfst. Nur so kommt mit der Zeit die Sicherheit im Leben zu stehen wieder zurück.
Hast du denn schonmal darüber nachgedacht mit einem Psychologen über deine Depressionen zu sprechen?
Einen schönen Samstag noch,
Fabian 🙂
Hey,
ich bin Luca und möchte dir auch helfen. Ich schreibe auch sehr gern und viel solche Texte, wie du. Ich leide auch schon sehr lange unter diversen psychischen Erkrankungen, auch Depressionen. Momentan sind sie sehr extrem. Ich versuch jetzt im Moment, nur das zu tun, was mir gut tut. Bin auch momentan krank geschrieben in der Schule. Der Schritt, mit Eltern zu sprechen, in die Klinik, Suche nach Therapeuten usw. ...alles hab ich hinter mir und ich kann dir nur sagen. Tu es!
Das Beste, was du tun kannst, dir Hilfe zu holen. Es ist schwer, aber manchmal muss man sich im Leben für die kleinere Sch**** entscheiden. Man muss etwas unangenehmes in Kauf nehmen, um etwas NOCH (viel mehr) unangenehmeres zu vermeiden.
Das hab ich getan, und es war eine sehr gute Entscheidung.
Wäre es denn generell möglich mit deinen Eltern zu sprechen? Denn allein kannst du dir leider nicht effektiv genug helfen, denke ich.
Der Text ist sehr tiefgründig und gut geschrieben. Es ist sehr gut, sich so auszudrücken, das wirkt befreiend. Das ist schon mal ein sehr guter Ansatz von dir, deinen Gefühlen so ein Ventil zu geben.
Therapeuten arbeiten auch oft mit solchen Anregungen.
Trotzdem solltest du damit nicht allein bleiben. Noch ist es bestimmt möglich, eine Chronifizierung der Depresssion zu verhindern (wie lange ist das denn schon so?), nur, wenn du zu lang wartest, dann KANN es sein, dass sie Lebenslänglich wird. Wie jede Krankheit wird auch diese nicht besser, sondern schlechter, wenn sie nicht professionell behandelt wird. (In den meisten Fällen).
Wenn du, aus irgendwelchen Gründen, nicht mit deinen Eltern sprechen kannst (wenn sie unverständnis zeigen und so weiter) , dann gibt es noch die Möglichkeit "ProFamilia". Eine Beratungsstelle, an die man auch eine E-mail schreiben kann. Gibt es eigtl, fast überall. Musst mal "ProFamilia + deine Stadt oder eine nächstgelegene Stadt/Umkreis" eingeben in Google. Die können oft helfen, in solchen Sachen. Eine echte Alternative wäre tatsächlich die Kontaktaufnahme zu diversen
Beratungsstellen (f. Kinder, Jugendliche, Eltern, oder sog.
Familienberatungsstelle). Die gibt es in jeder größeren Stadt. Einfach
mal googeln, auf den Seiten der Stadtverwaltung gucken oder
Gesundheitsamt kontaktieren. Wie gesagt: Nur in dem Fall, dass deine Eltern aus irgendwelchen Gründen nicht mitziehen. Es geht um DICH. Priorität wäre, meiner Meinung nach, erstmal auf alle Fälle mit den Eltern reden und dann schauen, wie es weiter geht.
Ich hoffe, du schaffst es, dich zu einem dieser Schritte zu überwinden. Glaub mir, es war die beste, sinnvollste und wichtigste Entscheidung meines bisherigen (kurzen) Lebens!
LG Luca
Hallo,
Das müssen sie falsch verstanden haben ich sehe nicht auf meine Mitmenschen herab, ich bin der Meinung das wir viel zu wenig über den Menschen Wissen und immerhin sind wir ja Lebewesen.
Das Verhältnis zu meinen Mitschülern ist akzeptabel, klar gibt es immer Menschen die meinen sie müssten andere diskriminieren weil sie "anders" sind, aber das interessiert mich nicht wirklich da ich diese Personen dann ignoriere. Ich rede mit anderen als ob ich nichts hätte, ich lass mir nichts anmerken da ich eine Fassade aufsetzte welche die Menschen um mich herum täuscht. Momentan betreibe ich keinen Sport aber in nahe Zukunft werde ich ein Instrument lernen (Violine).
Mit einem Psychologen über meine Depressionen zu reden ist schon in Planung, dank meiner Lehrerin der ich mich anvertrauen konnte.
Ich kann mit meinen Eltern nicht darüber reden, ich kann es einfach nicht. Ich glaube das dass ganze vor 4 Monaten angefangen hat.
Hey 🙂
Erstmal du musst mich nicht sie zu mir sagen 😉 Ich bin ja mit 17 auch noch Jung und da fühlt man sich immer so alt... 😀
Wenn du das so erklärst habe ich das eindeutig falsch verstanden. Ich wusste nur nicht in welchem Zusammenhang du deine Mitmenschen als "Wesen" bezeichnest.
Das du vor hast dier Professionelle Hilfe zu suchen ist sehr gut und zeigt mir, dass du kämpfst anstatt aufzugeben.
Hast du denn einen besten Freund oder Freundin, mit denen du reden könntest? Ich weiß wie schwer es ist überhaupt mit anderen über solche Themen zu reden aber es hilft.
Das du anfangen willst Violine zu spielen finde ich sehr gut. Trotzdem kann ich dir weiterhin empfehlen mit irgendeiner Sportart anzufangen, die dir gefällt 😉 Bewegung ist das beste, um einen freien Kopf zu bekommen.
Es wäre schön, wenn du mir bei jedem Post kurz etwas über deinen bisherigen Tag erzählen könntest und vorallem deinen Gefühlsverlauf kurz beschreibst 🙂
mfg Fabian
Hey
Ja ich hatte einen besten Freund mit dem ich darüber gesprochen hatte, bis ich bemerkte das er dachte, ich sei Suizidegefährdet. Seit dem erzähle ich ihm nicht's mehr. Ok ab morgen werde ich bei jedem Post etwas über meinen Gefühlsverlauf schreiben.
Hallo,
warum erzählst du ihm denn nichts mehr? Ich weiß, dass es ein komisches Gefühl ist, wenn man für Suizidgefährdet gehalten wird aber wenn man dem gegenüber seine Ansichten erkärt ist dieses Problem in vielen fällen schnell aus der Welt geschafft. Hast du deine Sichtweise klar gemacht oder aufgehört ihm Dinge zu erzählen, damit er sich keine Sorgen macht?
Einen schönen Abend noch,
Fabian
Lieber Unbekannter,
Fabian hat mich gebeten ihn eine Weile zu vertreten und ich hoffe das ist OK für dich. Ich bin Caro und stehe dir gerne, genau wie vorher Fabian, ein wenig zur Seite.
Da hast du ja ein ganz schönes Päckchen zu tragen. Ich würde mich freuen, wenn du, wie mit Fabian besprochen, jedes Mal ein bisschen schreibst, wo du Gefühlsmäßig gerade stehst. Das geht am einfachsten mit einer Skala von 1-10. 1 bedeutet "mir geht es großartig! Suizidgedanken und Traurigkeit?! Was ist das?" und 10 "ich möchte nicht mehr und habe auch schon einen konkreten Plan, wie ich allem ein Ende setze". Damit hilfst du mir einzuschätzen, wie es dir gerade geht.
Seit 4 Monaten ungefähr fühlst du dich leer, wie ausgebrannt. Könnte ich sagen, dass das Gefühl nach den Sommerferien im neuen Schuljahr begonnen hat? In welche Klasse gehst du jetzt?
Du hast mit einer Lehrerin das Thema angesprochen und sie hilft dir einen Weg zu finden, mit einem Psychologen darüber zu sprechen. Habe ich das richtig verstanden? Wie sind konkret die nächsten Schritte, die du mit deiner Lehrerin diesbezüglich besprochen hast? Wenn ich mich in deine Lage hineinversetze, hätte ich etwas Angst vor diesem Schritt. Aber es zu schaffen, würde mich auch stolz machen und mir sehr helfen. Ich müsste dann keine Theaterrollen mehr gegenüber meinen Klassenkameraden, Freunden und Eltern spielen. Wie geht es dir damit?
Ich freue mich darauf von dir zu lesen.
Viele Grüße
Caro
