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Thema: Jugendbetreuer-Helfer Welche Fragen darf ich beantworten

Eröffnet am 09.05.2018 um 17:18

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Hallo Max, hallo Julia
Natürlich werden die Jungen normalerweise nicht zu Ihren Eltern rennen und stolz über Selbstbefriedigung reden.
Die Eltern welche mit Ihren Söhnen über so etwas reden, hätten auch keine Probleme damit wenn ich auch mit Ihren Söhne darüber spreche.
DENKE ICH

Dennoch gibt es auch Jungen deren Eltern aus anderen Kulturen kommen oder die Eltern religiös sind. Oder ich möchte auch nicht in den Verdacht des sexuellen Missbrauchs komme.
Ich bin auch im Fußballverein, dort dürfen ältere Altersstufen nicht mit jüngeren Spieler duschen.
Also ein B-Jugendspieler darf nicht mit einem C-Jugendspieler gemeinsam duschen usw...
Mir ist auch nichts bis jetzt dort passiert als ich mit der jüngeren Jahrgängen oder ich mit den Erwachsenen geduscht habe.
Denoch gibt es diese neue Vereinsordnung.

Ich denke, ich kann dir die Sorge nehmen, dass du unter solch einen Verdacht gerätst. Dazu gehört mehr als eine Unterhaltung, die auch noch von deinem Gegenüber gestartet wird.
Darf ich dich fragen, welche Art von Fragen dir gestellt werden? Kannst du Beispiele nennen? Eventuell können wir dann gemeinsam überlegen, welche Antworten angemessen sein könnten 🙂

Alle möglich an Fragen zu SB: Wie oft, Wo, Wann usw…SB mit einem anderen Jungen?
Alle möglich Fragen zum Sex: Wie oft, Wo, Wann usw…
Scham sich nackt voreinander zu zeigen?
Sex mit und ohne Kondom?
Ich bin etwas bei manchen Fragen vorsichtiger mit der Auskunft, weil ja auch meine Freundin eine Privatsphäre hat.

Hallo Nico,

ich bin Harald, bin Teamer bei B4K und würde mich hier gern noch ergänzend mit einbringen.

Julja hat Dir ja schon ganz viel zu diesem Thema geschrieben; da ich selbst aber seit vielen Jahren als Betreuer bei Jugendfeuerwehrzeltlagern tätig bin, hatte ich die gleichen Erlebnisse wie Du und weiß auch, wie unsicher man da ist, wenn plötzlich und unerwartet diese Fragen auf einen zukommen.

Zunächst einmal finde ich es gut, dass die Jungs mit ihren Fragen auf Dich zukommen - das zeigt ja auch, dass sie Vertrauen zu Dir haben und Du eine wichtige Rolle in Deiner Funktion einnimmst.

Und ich finde es auch richtig gut, dass Du auch die Privatsphäre Deiner Freundin schützen willst. Du solltest daher auch nur die Fragen beantworten, die Du beantworten willst. Wenn Du Dich unsicher fühlst oder Du der Ansicht bist, dass die Jungs das nichts angeht, weil es zu persönlich ist, dann sag das auch ganz offen. Das werden sie auch verstehen.

Alle anderen (allgemeinen) Fragen kannst Du aber natürlich beantworten. Und auch wenn die Sexualaufklärung originäre Aufgabe der Eltern ist/sein sollte, suchen Jugendliche sich hierbei natürlich gern auch andere Personen aus, mit denen sie ihre Fragen besprechen. Und das werden natürlich auch immer wieder wir als Jugendbetreuer sein, weil da das Verhältnis doch oftmals deutlich offener zueinander ist als zu den Eltern - gerade auch bei solchen Themen.

Ich handele dabei bislang immer nach dem gern genutzten Grundsatz: „Wer alt genug ist für die Frage, ist auch alt genug für die Antwort.“ Das heißt, dass ich keine Fragen beantworte, die niemand gestellt hat (betreibe also keine Sexualaufklärung, indem ich über Dinge spreche, nach denen niemand gefragt hat), beantworte aber alle gestellten Fragen, soweit ich das kann (und will, wenn es private Fragen sind). Und damit hättest Du dann auch rechtlich wohl kein Problem, zumal es hier ja um die Erörterung grundsätzlicher sexualpädagogischer Themen geht und nicht um die explizite Beschreibung von Sexualpraktiken in allen Details ...

Auf Deine Beispiele bezogen mit der Selbstbefriedigung und dem Sex würde ich persönlich also durchaus wahrheitsgemäß antworten (wobei man ja auch nicht sagen muss: „Ich onaniere täglich.“ sondern als Antwort auch geben kann, dass „die meisten Jungs sich mehrmals die Woche/täglich/... selbst befriedigen“). - meistens geht es ja dabei nur darum, dass die Jugendlichen wissen wollen, ob ihr Verhalten „normal“ ist. Und diese Ängste kannst Du ihnen ja damit nehmen, ohne alle an Deinem Sexleben teilhaben zu lassen.

Von daher kannst Du meiner Meinung nach in dem Rahmen, in dem Du Dich damit wohlfühlst, mit den Jungs dazu sprechen. Freu Dich über das Vertrauen, dass sie Dir entgegen bringen - Du hast vor zwei, drei Jahren ja vielleicht die gleichen Fragen gehabt und hättest evtl. auch gern jemanden gehabt, dem Du sie hättest stellen können...

Ich wünsche Dir weiterhin viel Spaß und Erfolg als Jugendbetreuer und freue mich über den weiteren Austausch mit Julja, Max und Dir ...

Viele Grüße,
Harald 🙂