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Thema: Wie der Familie sagen, dass man kein Kontakt haben soll?

Eröffnet am 19.07.2019 um 19:34

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Hallo liebe Stefanie,

Dankeschön. Bis jetzt ist die Reise ganz ok, also bis auf, dass ich gestern Migräne hatte und wir heute in eine Stadt fahren wollten und das eine Auto eine Panne hat und wir jetzt wieder im Haus sind und neu planen müssen. Deswegen nutze ich grad auch die Zeit zum schreiben...

Mein Vater hat mir noch weitere Nachrichten geschrieben, darauf habe ich ihm noch mal klar geschrieben, dass ich im Moment wirklich keinen Kontakt haben will und ich mich melde, wenn es wieder geht... Darauf schrieb er, dass er das verstanden hat. Aber grad hat er mir wieder ein Bild geschickt... Aber ich kann ihn doch nicht blockieren?

Ich hab ihn ja erstmal eine Woche los und dann schau ich mal, wie er sich verhält und dann entscheide ich. Also ob ich nochmal mit meiner Bezugsbetreuerin rede..

Danke!

Liebe Grüße
Regenbogenkind

Liebes Regenbogenkind,

oh - Migräne ist doof! Ich hoffe, dass es Dir nun für den Rest der Reise gut geht und dass Ihr auch Euren Ausflug nachholen könnt.

Dass Dein Vater nicht aufhört Dir zu schreiben, finde ich sehr rücksichtslos von ihm. Toll, dass Du es ihm noch einmal geschrieben hast. Ich finde es unmöglich, dass er es dennoch nicht respektiert. Doch, ich finde schon, dass Du ihn blockieren kannst und das auch tun solltest, wenn Dir seine Nachrichten nicht gut tun. Du hast es nun mehrfach versucht, es ihm zu erklären – das scheint er entweder nicht verstehen zu können oder zu wollen. Ich denke, hier solltest Du wirklich an Dich denken und Dich schützen. Was hält Dich momentan davon ab, ihn zu blockieren? Kannst Du Dir vorstellen, mit Deiner Mutter zu sprechen?

Ich drücke Dir die Daumen, dass nach Deiner Rückkehr alles in Ordnung ist. Aber es ist gut, dass Du ein Gespräch mit Deiner Bezugsbetreuerin im Hinterkopf behältst.

Eine schöne Reise und bis bald!
Stefanie

Hallo liebe Stefanie,

Danke für deine liebe Antwort!

Die Migräne ist zum Glück weg und wir waren heute am Meer und ich war sogar innen, obwohl ich panische Angst habe von Fischen, aber man hat keine gesehen. Mich hat nur iwas gebissen, das war gruselig...

Ich hab einfach so sehr Angst, dass er dann ausrastet, meiner Mutter was tut oder sich suizidiert...
Mal sehen, er hat mir seit gestern nicht mehr geschrieben... Vllt hat er es ja jetzt realisiert...

Danke 😉

Ich hoffe, dir geht es gut!

Liebe Grüße
Regenbogenkind

Hallo liebes Regenbogenkind,

ich bin sehr froh, dass Dein Vater nicht mehr geschrieben hat und hoffe, er verhält sich weiterhin ruhig und respektiert nun endlich Deine Grenzen!

Super, dass die Migräne weg ist. Und ein Ausflug zum Meer - wie schön! Oh ja, manchmal ist es etwas unheimlich, aber Fische halten sich normalerweise fern. Die haben ja auch Angst vor uns 🙂 Vielleicht war es ein kleiner Krebs? Mir ist das im letzten Urlaub auch passiert - bin ganz schön erschrocken!

Lieben Dank - mir geht es gut! Ich freue mich, dass Wochenende ist.

Hab noch eine schöne Zeit !

Liebe Grüße,
Stefanie

Hallo liebe Stefanie,

Es wäre auch zu schön gewesen, wenn er es endlich kapiert hätte... Aber nein, er schickt wieder Bilder... Dabei sind das ja nicht mal unbedingt triggernde... Aber trotzdem, ist das einfach doof und ich fühle mich so, als dürfte ich keine Grenzen setzten, da sie eh nicht akzeptiert werden... Also darf ichs nicht...!

Wir waren heute wieder am Meer und da waren so Quallen, dass war eklig und die haben auch gebissen oder was auch immer und ich stand im Meer glaub ich auf einen Krebs... Aber so genau will ich das garnicht wissen... Die anderen lachen mich schon immer aus, da ich immer so panisch werde... Und was ich garnicht sehen konnte, da war eine Familie am Strand die einfach Fische gefangen haben, richtig beängstigend... Ist auch total dämlich so viel Angst vor Fischen zu haben!

Aber was positives vom Meer : ich konnte mit den Jungs in den Kontakt gehen, konnte sogar auf die Schultern von ihnen und mit denen normal umgehen ohne iwie panisch oder ängstlich zu werden...Die beiden sind echt total ok und nett! 🙂 es gibt also auch nette Jungs /Männer die nichts böses wollen (hoffe ich zumindest!)

Das freut mich, dass es dir gut geht und ich hoffe, du hattest ein wunderschönes Wochenende! 🙂

Liebe Grüße
Regenbogenkind

Liebes Regenbogenkind,

natürlich darfst Du Grenzen setzen. Über Deine Grenzen darfst nur Du selbst bestimmen und wenn andere sich nicht daran halten, dann darfst Du selbstverständlich dafür sorgen, dass Deine Grenzen geschützt werden. Wenn dies nur geht, indem Du Deinen Vater für eine Weile blockierst oder seine Nachrichten auf stumm stellst, dann darfst Du das machen. Wenn Du Dir Sorgen über seine Reaktion machst, bleibt noch die Möglichkeit, mit Deiner Mutter darüber zu sprechen. Oder gibt es sonst noch jemanden, der Dir helfen könnte? Deine Schwester vielleicht?

Angst vor Fischen zu haben ist doch nicht dämlich. Ich kann das gut nachvollziehen, dass sie Dir unheimlich sind. Andere Menschen haben Angst vor Hunden oder ekeln sich vor Spinnen. Oft ist die Angst unbegründet, aber sie ist halt da. Manchmal kann das für Außenstehende ein bisschen lustig wirken, wenn man dann kreischend vor einem eigentlich harmlosen Tier wegläuft. Aber ich hoffe, Du hast trotzdem Spaß am Strand und im Meer und vielleicht gewöhnst Du Dich ja mit der Zeit auch an die Meeresbewohner.

Ganz riesig freut mich zu lesen, dass Du mit den Jungs so gut in Kontakt gehen kannst. Das ist toll, dass Du diese positiven Erfahrungen machst.

Hab noch eine schöne Zeit!

Liebe Grüße,
Stefanie

Hallo liebe Stefanie,

Danke dir für die Antwort! 🙂

Mm, das mit den Grenzen ist so schwer für mich... Ich darf das nicht... Es passiert was, wenn ich Grenzen aufzeige... Die Gedanken gehen nicht weg... Vllt sprech ich mit einer meiner Bezugsbetreuerin mal drüber oder dann mit meiner Therapeutin...

Mm, ja das stimmt wohl... Ich hab heute öfters was an meinen Beinen gespürt, aber ich hab es versucht zu ignorieren und mich auf die Wellen zu konzentrieren... Ein bisschen ausblenden konnte ich es |+¥

Ja, ich finds auch ganz gut und finde es grad richtig schade, dass wir morgen um fünf Uhr wieder fahren und dann wir nicht mehr die Fünfer Kombi sind, da der eine von der anderen Gruppe ist und ne Freundin schon im Appartment... Sich die Wege wieder mehr trennen...

Aber ich versuch die schöne Zeit mit ihnen im Kopf zu behalten und die anstrengenden nervenden Dinge auszublenden...

Liebe Grüße
Regenbogenkind

Hallo liebes Regenbogenkind,

ich freue mich von Dir zu hören! Nun bist Du ja schon wieder von Deiner Reise zurück. Ich hoffe, Ihr hattet eine angenehme Heimreise. Das hat sich nach einer tollen Zeit angehört! Schade, dass sie schon vorbei ist! Aber Du schreibst ja selbst, dass die Erinnerungen im Kopf bleiben. Wenn Dich der Stress im Alltag einholt, dann kannst Du an die schöne Zeit zurückdenken und Dich auf Deine nächste Reise freuen. Bleibst Du mit den anderen in Kontakt? Vielleicht könnt Ihr wieder gemeinsam reisen?

Ja, das mit den Grenzen ist nicht einfach. Und das fällt vielen Menschen sehr schwer. Aber es ist wirklich toll, dass Du das für Dich selbst erkennst und mit Deiner Bezugsbetreuerin oder Deiner Therapeutin besprechen möchtest. Das ist doch schon der erste Schritt. Und Du kannst auf jeden Fall daran arbeiten und mit der Zeit wirst Du Deine Grenzen immer besser schützen können. Und das lohnt sich auf alle Fälle! Wie klappt es denn im Alltag, z.B. unter Freunden? Klappt es da besser, Deine Grenzen mitzuteilen oder fällt es Dir auch schwer?

Ich wünsche Dir, dass die schönen Erinnerungen an die Reise noch ganz lange frisch bleiben und Dir viel Kraft geben!

Liebe Grüße,
Stefanie

Hallo liebe Stefanie,

Danke für deine liebe Antwort! 🙂

Die Heimfahrt war ok, durch die 1000mg Paracetamol und eine Sumatriptan hab ich es ausgehalten.. Ich hatte ja schon auf der Hinfahrt eine ziemlich starke Migräne Attacke und auf der Rückfahrt auch... 12 Stunden Fahrt und keine frische Luft tut mir nicht gut.. Ja, also mit zwei wohne ich eh auf der gleichen Gruppe, obwohl eine bald auszieht, aber wir haben schon ausgemacht, dass wir zusammen stoppen gehen und kochen, wenn sie ausgezogen ist.. Mit dem einen von der anderen Gruppe gehe ich jetzt regelmäßig joggen und mit der einen bin ich eh schon von anfang an Mega gut befreundet und wir hängen eh fast immer auf einander! Und ja, die nächste Freizeit ist in den Herbstferien, vllt fahren da wieder ein paar von denen mit 🙂

Danke, ich hoffe wirklich, dass ich das iwann kann und dann nicht sofort total viele Täterstimmen hoch kommen! Mm, bei Freundinnen ist es auch schwierig... Ich kann ganz schlecht nein sagen, mach dann ganz viele treffen aus und achte nicht drauf, dass mir das eigentlich zu viel ist... Oder helf immer ohne zu beachten wies mir geht... Aber es wird besser, ich kann öfters mal sagen, ich brauch Zeit für mich oder ich antworte nicht sofort auf Audios /Nachrichten...

Danke!
Ich wünsche dir noch eine restliche gute Woche und dann ein wunderschönes Wochenende!

Alles Liebe
Regenbogenkind

Hallo liebes Regenbogenkind,

lieben Dank für Deine Nachricht! Es tut mir leid zu hören, dass Du wieder Migräne hattest! Das war dann bestimmt eine sehr anstrengende Rückfahrt!

Das ist aber schön, dass Ihr zusammen wohnt und Euch so toll versteht. Das freut mich!

Oh, das ist doch toll, dass das mit dem Nein sagen schon besser geworden ist! Das ist ja auch wirklich schwierig. Aber man kann es lernen - und vielleicht bei Deinen Freundinnen ein bisschen üben. Könntest Du Dir vorstellen, mit Deinen Freundinnen darüber zu sprechen, dass Du das gerne üben möchtest und ein bisschen mehr auf Dich achten willst. Dann können sie Dir dabei vielleicht sogar helfen? Und Deine Therapeutin kann Dich in Bezug auf die Täterstimmen bestimmt auch noch ein bisschen unterstützen.

Ich wünsche Dir auch ein schönes Wochenende!

Viele liebe Grüße,
Stefanie