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Thema: Hilfe ich will aufhören, aber wie?

Eröffnet am 26.11.2013 um 16:17

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Ich weis jetzt nicht recht wie ich anfangen soll, deswegen entschuldige ich mich schonmal das es vielleicht etwas durcheinander wird.

Also ich bin 14 Jahre alt und meine Mutter hatte vor ungefähr einem dreiviertel Jahr einen Schlaganfall, und seitdem geht es mir nicht mehr so gut. Ich habe angefangen mich zu ritzen und ziehe mich immer mehr zurück. Ich habe einfach das gefühl am ende zu sein, ich kann nicht mehr. In der Schule tu ich dann immer so als ob es mir gut geht und auch wenn mich jemand fragt wie es mir geht sage ich immer das es mir gut geht, weil ich nicht will das sich andere Sorgen um mich machen. Andererseits bin ich auch enttäuscht von meinem Stiefvater (den ich nicht sonderlich gerne mag) weil er immer sagt wie schlecht es ihm geht und dass ich ihm helfen soll und mehr mit meiner Mutter machen soll ( aber immer wenn ich was mit ihr mache werde ich noch trauriger und will eigentlich nur noch alleine in meinem Zimmer weine)und mich enttäuscht auch dass er nicht merkt wie schlecht es mir geht und es mit seiner Art immer schlimmer macht. Teilweise verbringe ich die Nacht drausen weil ich einfach keine Lust mehr auf zuhause habe. Ich habe auch das gefühl dass meine Freunde mich nicht ernst nehmen, da sie nie mit mir persönlich drüber reden wollen und wenn ich ihnen geschrieben ( meistens über whatsapp) habe, dass es mir nicht so gut geht antworten sie nicht oder sagen dass es ihnen auch schlecht geht (obwohl sie davor gesagt haben dass es ihnen gut geht), dann wollen sie dass ich frage warum und dann dreht sich wieder alles über sie. Ich weis einfach nichtmehr was ich machen soll, ich weis ja das ritzen keine Lösung ist aber ich habe keinen anderen Ausweg gefunden und traue mich nicht irgendwo hin zu gehen und mir helfen zu lassen.

Hallo,
Ich weiß sehr gut, wie es sich anfühlt, solche Angst um seine Mutter zu haben. Meine Mutter hat einen Gehirntumor. Wie geht es deiner Mutter denn? Das Problem bei deinen Freunden sehe ich dort, dass sie nicht genau wissen, wie sie reagieren sollen! Mir geht das genauso... Mit dem ritzen solltest du schnellstens aufhören! Geh lieber in den Park und trainiere oder so! Das gibt das gleiche Gefühl, du tust aber etwas für dich und deinen Körper!
Ich hoffe du schreibst mir gleich zurück!
LG, dein Moritz!

Ihr gehts den umständen entsprechen Gut. sie kann halt nicht richtig reden und auch bewegen kann sie sich nicht so wirklich gut. Und wenn sie irgendwann überhaut noch gesund wird dauert das mindestens noch 3 Jahre. 🙁 Das mit dem Park mach ich eh jeden Tag 3x da ich 2 Hunde habe aber das bringt mir nicht so viel.
Danke das du mir geantwortet hast und mir helfen willst 🙂

Du kannst auch mal unten bei Ähnliche Themen schauen! Da stehen ganz gan z viel sog. Skills!
Was mir allerdings noch helfen würde währe ob du ein junge oder ein Mädchen bist!

Okay ich schau mal. Bin ein Mädchen

Ok...
Hast du schon einmal versucht deinem Stiefvater zu sagen, das dich seine Art nur noch trauriger macht? Und was ist mit deinem richtigen Vater? Rede doch einmal mit ihm!

Nein aber ich mag meinen Stiefvater nicht so und gehe ihm deswegen aus dem Weg, da er immer sehr schnell aggressiv wird. Mein richtiger Vater wohnt 5 stunden von mir entfernt und ich will es ihm eigentlich nicht sagen

Hast du vllt noch Geschwister, die dir in solchen Sachen beiseite stehen könnten? Das wäre ja auch ein schritt in die richtige Richtung... Aber was kann den die Sache noch schlimmer machen, wenn du mit deinem Vater sprichst? Ich meine du musst ja nicht sagen das du dich deswegen ritzt! Wie oft ritzt du eigentlich? Wann hast du das letzte mal geritzt? Es könnte ja sein, das dich allein das hier geschreibe schon genug ablenkt...

Nein leider nicht, ich bin Einzelkind. Ich weis nicht, aber ich wills ihm einfach nicht sagen. Ich ritze mich immer wenn ich richtig traurig bin und nicht mehr weiter weis. das letzte mal war vorgestern

Hallo liebe llaalllaaa!

Herzlich Willkommen bei Beratung4Kids und schön, dass du mit deinen Sorgen zu uns kommst! Ich bin Veronika und möchte dir gern zur Seite stehen.

Du hast gerade ein ganz schön großes Päckchen zu tragen! Die Sorge um deine Mama, den Konflikt mit deinem Stiefvater, das Gefühl dass deine Freunde dich alleine lassen. Dass du da alleine nicht mehr weiter weißt kann ich sehr gut verstehen - umso besser dass du dich hier bei uns gemeldet hast! 🙂 Das war ein wichtiger Schritt und ich kann mir vorstellen, dass das nicht ganz einfach für dich war hier von deinen Sorgen zu erzählen. Ich finde, du kannst sehr stolz auf dich sein dass du den Mut hattest, dich uns anzuvertrauen! 🙂

Moritz hat ja schon viele Ideen gehabt und dir einige Vorschläge gemacht: Skills gegen das Ritzen ausprobieren, mal mit deinem Papa reden, deinem Stiefvater sagen dass dich sein Verhalten belastet.
Hast du dir denn mal angeschaut welche Skills es so gibt? Wenn du magst, kann ich dir auch einfach hier noch ein paar aufschreiben! Wichtig ist, dass du etwas findest, was dich tröstet und dich beruhigt. Du hast geschrieben, dass du etwa dreimal am Tag mit deinen beiden Hunden im Park unterwegs bist - allerdings hilft dir das nicht so richtig dabei, deinen Kopf leer zu kriegen. Gehst du denn eher gemütlich mit den Hunden spazieren oder joggst du mit ihnen durch den Park? Denn das wäre etwas, was du auch machen könntest! Das Rennen powert dich aus und führt dazu, dass dein Körper Endorphine ausschüttet - die helfen dir dabei, dich ausgeglichener zu fühlen und lassen den Drang zur Selbstverletzung hoffentlich ein bisschen kleiner werden!

Wie ist das denn, verstehst du dich eigentlich gut mit deinem Papa? Auch wenn er weit weg wohnt und ihr euch wahrscheinlich selten seht? Was du tun könntest wenn es dir schlecht geht ist, ihn einfach anzurufen - du musst ihm ja nicht sagen dass es dir schlecht geht, aber oft hilft es dann einfach eine liebe Stimme zu hören und ein wenig zu plaudern! Was meinst du, könntest du dir das vorstellen?

Dass du enttäuscht bist von deinen Freunden kann ich sehr gut verstehen. Wie Moritz schon geschrieben hat - ich denke sie begreifen einfach nicht, wie schlimm das alles wirklich ist für dich oder wissen nicht, wie sie mit der Situation umgehen sollen. Allerdings macht es das ja nicht besser für dich! Gibt es denn ein oder zwei Menschen, die du als deine "besten Freunde" bezeichnen würdest? Denen du wirklich alles anvertraust? Und verhalten die sich genauso wie deine anderen Freunde oder ist doch zumindest einer dabei, der dir zuhört und für dich da ist?

Du hast geschrieben dass es dir schwer fällt, etwas mit deiner Mutter gemeinsam zu machen weil du dann am Liebsten in dein Zimmer gehen und weinen würdest. Ich kann sehr gut verstehen dass es dich traurig und verzweifelt macht, sie so verletzlich und hilfsbedürftig zu sehen! Aber auch wenn der Weg bis zum wieder ganz gesund sein lang ist und es deiner Mama nicht gleich morgen wieder besser gehen wird - die Wahrscheinlichkeit dass sie sich erholt ist groß! 🙂 Verliere nicht den Mut und versuche, nach vorn zu blicken! Gibt es denn etwas, was du vor ihrem Schlaganfall gerne gemeinsam mit deiner Mama gemacht hast? Spazieren gehen, einen Film anschauen, ... Du könntest sie ja auch mal fragen ob sie sich freut, wenn du ihr einfach aus einem Buch vorliest! Dann fühlst du dich nicht so hilflos wenn du mit ihr zusammen bist und kannst Zeit mit deiner Mama verbringen. Denkst du, das wäre eine Möglichkeit für dich?

Ich freue mich, wieder von dir zu hören! 🙂

Liebe Grüße
Veronika