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Thema: Hilfe ich will aufhören, aber wie?
Hallo liebe llaalllaaa, hallo lieber Moritz,
ich finde es super, wie toll Ihr Euch hier schon austauscht und dass Du, llaalllaaa, mit Deinem Anliegen den Weg zu uns gefunden hast. Mein Name ist Charlotte und ich möchte gerne versuchen Dir bei Deinen Problemen etwas behilflich zu sein und ein offenes Ohr für Dich zu haben 🙂
Zu allererst möchte ich einmal fragen, wie es Dir denn heute geht und Dir sagen, dass mir die Sache mit Deiner Mutter sehr leid tut! So ein Schicksalsschlag wirft meist nicht nur den Betroffenen aus der Bahn, sondern auch Familie und Freunde. Dies kann eine traumatische Erfahrung sein. Man muss lernen, mit der neuen Situation umzugehen. Für Deine Mutter, Dich und Deinen Stiefvater heißt dies nun auch Euer ganzes Leben neu zu koordinieren.
Du schreibst, sie könne nicht richtig reden und sich nur noch schlecht bewegen. Ich gehe mal davon aus, dass sie vor dem Schlaganfall ein ganz normales, aktives Leben geführt hat? Natürlich sind nun Dinge, die vor dem Schlaganfall ohne Probleme möglich waren vielleicht eine Hürde. Das heißt, man gibt vielleicht auch lieb gewonnene Unternehmungen oder Rituale auf, die mit der Krankheit nicht mehr möglich sind. Ich kann verstehen, dass dies einem große Angst machen kann, denn es ist auch immer eine Unsicherheit dabei, wie alles werden wird. Diese neue Situation anzunehmen braucht einfach sehr viel Zeit und Geduld.
So wie Du es beschreibst, empfinde ich das Verhältnis zu Deinem Stiefvater als angespannt. Wie war denn Euer Verhältnis vor dem Schlaganfall Deiner Mutter? Wie lange ist Deine Mutter mit Deinem Stiefvater zusammen bzw. wie lange kennst Du ihn schon? Kennt Dein leiblicher Vater die Situation bei Euch zu Hause oder hast Du weniger Kontakt zu ihm?
Ich weiß, ich habe viele Fragen, aber ich versuche, Deine Situation besser zu verstehen 😉
Zurück zu Deinem Stiefvater und Dir: Ich kann mir vorstellen, dass Du momentan einfach nicht weißt, wohin mit Deinen Empfindungen und es wird umso schwieriger, wenn Du das Gefühl hast, Dich weder an Deine Mutter wenden zu können (die Dir vielleicht bisher immer Halt gegeben hat), da Du sie vielleicht nicht belasten willst und nicht an Deinen Stiefvater, da er möglicherweise selber überfordert mit der Situation ist und merkwürdig (oder aggressiv wie Du sagst) reagiert.
Wie äußert sich diese Aggression von ihm Dir gegenüber denn? Moritz hat ja schon den sehr guten Vorschlag gemacht, in einer ruhigen Minute doch einmal mit ihm zu sprechen. vielleicht hat er, ebenso wie Du, aufgrund der neuen Situation Ängste und möchte sie mit jemandem teilen. So könntet ihr Euch vielleicht gegenseitig helfen? Oder Euch zumindest einmal aneinander annähern? Ich weiß, dass so ein Schritt viel Überwindung kostet, gerade wenn man das Gefühl hat, der Andere blockt ab.
Du sagst, er wünscht sich, dass Du mehr hilfst und mehr mit Deiner Mutter unternimmst. Vielleicht ist dies nur Ausdruck seiner Hilflosigkeit, weil er selbst nicht weiß, wie er mit Deiner Mutter umgehen soll. Kannst Du versuchen zu erklären, warum Du immer so traurig wirst, wenn Du mit Deiner Mutter Zeit verbringst? Welche Gefühle oder Ängste kommen Dir dann in den Sinn?
Habe ich es richtig verstanden, dass Du Dich selbst verletzt, wenn genau diese Trauer aufkommt? Ritzt Du Dich nur, wenn Du traurig wegen Deiner Familie bist oder auch wenn andere Probleme auftreten? Wann genau passiert dies? Hast Du dich vor dem Schlaganfall Deiner Mutter schon einmal selbst verletzt? Welche Gefühle und Gedanken hast Du während dessen? Die Überschrift Deines Postings verrät ja schon, dass Du dies eigentlich nicht möchtest. Das ist ein ganz großer Schritt in die richtige Richtung!
Wie Moritz schon angemerkt hat, denke ich auch, dass Deine Freunde nicht wissen, wie sie mit Deiner Situation umgehen sollen. Ich finde es super, dass Du immer wieder versuchst auf sie zuzuhegen. Vielleicht hilft es, wenn ihr Euch einfach mal ganz gemütlich irgendwo in ein Café setzt und Du sie einmal ganz direkt darauf ansprichst, dass Dich ihr Verhalten verletzt und dass es für Dich wichtig ist, dass Deine Freunde für Dich da sind. Dafür sind sie ja schließlich Deine Freunde!!! Auch für sie ist dies eine ganz neue Situation, mit der sie konfrontiert werden und oft hat man vor Neuem einfach nur Angst.
Liebe llaalllaaa, Du bist tapfer und möchtest auch kein Mitleid! Das finde ich sehr stark! Schreibe einfach, wenn Dir danach ist. Es macht gar nichts, wenn etwas in Deinem Text durcheinander kommt. Schließlich kommen einem die Gedanken in die Kopf wie sie nun mal kommen.
Ich wünsche Dir und Deiner Familie einen schönen, vielleicht auch verschneiten, Abend,
bis bald und Kopf hoch,
Charlotte
Okay ich antworte jetzt mal der Reihe nach auf alle Fragen :
Also ich benutze manchmal als alternative ein Gummiband, aber ich bin meistens zu traurig und ritz mich wieder.
Zu meinem Vater habe ich eigentlich ein gutes Verhältnis, aber da er sehr viel arbeiten muss können wir nicht so viel telefonieren. Obwohl ich eigentlich schon gerne mal mit jemanden drüber reden würde, aber meine Eltern wissen es nicht und meine Freunde reden ja nicht mit mir drüber. Und um zu einem Arzt oder so zu gehen bin ich zu schüchternd.
Ich habe 1 beste Freundin, die nimmt mich aber nicht ernst sie sagt immer, wenn ich ihr sage dass es mir nicht gut geht, dass sie freunde hat denen es noch schlechter geht und ihr geht es ja auch nicht so gut.
Ich habe nicht wirklich einen Freund mit dem ich drüber reden kann, entweder ritzen sich meine Freunde selbst ( meist wegen schlechten Noten) oder sie verhalten sich wie ich oben geschrieben habe.
Mit meiner Mutter habe ich früher leider auch nicht so viel geamacht.
Heute (gerade) geht es mir nicht so gut da mir mein Stiefvater wieder gesagt hat ich muss mehr lernen, soll konzentrierter sein... (so ziemlich alles was mich traurig macht).
Ich kenne meinen Stiefvater jetzt seit 7 Jahren die ersten 3 Jahre habe ich kein Wort mit meinem Stiefvater geredet und dannach bist zu dem Schlaganfall meiner Mutter nur das Nötigste. Jetzt rede ich schon mit ihm, aber wirklich mögen tue ich ihn nicht.Und ich würde jetzt ungerne mit ihm über die Situation reden
Wenn er wieder aggresiv ist habe ich ziemlich Angst vor ihm da er dann immer rum schreit und mir droht. ( er hat mich auch schon 1 mal geschlagen)
Ich weis nicht warum ich dann immer so traurig werde, ich wünsche mir einfach immer mein altes Leben zurück und frage mich manchmal warum ich überhaupt auf die Weilt gekommen bin, wenn eh alles schief geht.
Ich habe mich davor noch nicht geritzt. Aber jetzt mache ich es eigentlich bei allen Problemen, da ich eigentlich immer Traurig bin und jedes Problem (egal wie groß oder was es ist) mach es noch schlimmer.
Ich will dabei einfach fühlen, dass ich noch da bin und doch noch irgendetwas fühle. Ich denke dabei immer, dass es eh niemanden interessiert wie es mir geht also ist es auch nicht so schlimm. Aber meistens habe ich das Gefühl, dass ich mich einfach nicht beherrschen kann.
Danke dass ihr mir alle so helfen wollt
llaalllaaa
Guten Morgen liebe llaalllaaa,
toll, dass Du Dir die Zeit genommen hast, auf alle Fragen so ausführlich zu antworten 🙂 Super, dass Du Deine Gefühle und Gedanken beschreiben kannst und somit Einblick in Dein Inneres gibst. Deinen Erzählungen nach, kann ich nun sehr gut verstehen, dass Du Dich mit der Situation allein gelassen fühlst. Anscheinend geben Dir weder Dein Stiefvater noch Deine Freunde Halt.
Die Situation mit Deinem Stiefvater scheint kompliziert, vor Allem wenn Du Angst vor ihm hast. Anscheinend hat er seine Emotionen nicht unter Kontrolle und äußert dies in Wut. Dass er handgreiflich Dir gegenüber wird, finde ich nicht in Ordnung! Was sagt Deine Mutter dazu? Hat sie es mitbekommen? Wenn Du Dich wirklich so unwohl in seiner Nähe fühlst, wäre es vielleicht doch eine gute Idee mit Deinem leiblichen Vater darüber zu sprechen? Er kennt Dich und Deine Mutter und vielleicht hat er eine Idee, wie man diese angespannte Situation entwirren könnte.
Die Reaktion Deiner Freundin kann ich leider nicht nachvollziehen, denn hier geht es um Dich und nicht um andere Freunde, denen es vielleicht schlechter geht. Zudem kann sich ja gar nicht bewerten, wie Du Dich fühlst, weil sie nicht in der Situation steckt. Daher macht sie sich es einfach und blockt vertrauliche Gespräche direkt ab. Vielleicht braucht diese Situation eine neue Freundin/Vertraute, die Deine Probleme nachvollziehen kann. Gibt es an Deiner Schule so eine Person? Könntest Du Dir vorstellen, wer das sein könnte?
Ich denke, Du brauchst ganz dringend einen lieben Freund/Freundin in Deinem Leben, mit dem Du Zeit verbringen und alles besprechen kannst. Gibt es an Deiner Schule vielleicht einen Schulpsychologen oder einen Sozialarbeiter dem Du Dich anvertrauen könntest? Vielleicht kennst Du ja auch einen Vertrauenslehrer, den Du nett findest und mit dem Du Dich einfach mal zusammen setzt. Du musst ja auch nicht unbedingt über das Ritzen mit diesen Menschen sprechen, wenn es Dir unangenehm ist. Vielleicht tut es Dir einfach schon gut, über Deine familiäre Situation und die Sorgen um Deine Mutter zu reden.
Ich kann mir vorstellen, dass es für Dich momentan sehr schwer sein muss, positiv zu denken. Aber vielleicht gibt es doch den ein oder anderen Lichtblick? Veronika hat schon so tolle Tipps gegeben, wie Du Deine Stimmung etwas aufheitern könntest 🙂 Ein schöner Winterspaziergang mit Deinen Hunden und danach eine warme Tasse Tee. Oder Du versuchst es wirklich einmal mit Sport, etwas was Dir Freude macht und Dich richtig fordert und die Gedanken vertreibt. Vielleicht triffst Du dort ja auch neue Freunde? Auch wenn es sich blöd anhört, aber Du musst dich jetzt gut um Dich kümmern und versuchen, Dir etwas zu Gönnen. Vielleicht hilft es Dir ja auch Tagebuch zu schreiben oder zu zeichnen? Schreiben befreit den Kopf, da man alle seine Gedanken zu Papier bringt und sie dann erst mal los ist. Hast Du vielleicht schon ein bestimmtes Hobby, was Dich glücklich macht?
Ich bin gespannt auf Deine Antworten 🙂
Ganz liebe Grüße, Charlotte
Meiner Mutter bin ich mittlerweile auch egal, sie will die ganze zeit, dass ich zu meinem Vater ziehe weil ich zu nichts zu gebrauchen bin und eh nichts kann.
Okay ich werde mal mit meinem Vater drüber reden.
Mit Lehrern rede ich ungerne über solche Themen, weil ich schule und privat einfach trennen will, dass habe ich ihnen auch gesagt weil mich viele auf meine Situation angesprochen haben.
Ich würde richtig gerne mit jemanden drüber reden aber ich habe ja keine Möglichkeiten
Ja, also ich reite ziemlich gerne, aber ich darf nicht mehr so oft, da meine Schulnoten so schlecht geworden sind, deswegen hat mein Stiefvater auch mein Pferd verkauft.
Hallo llaalllaaa,
oh je , ich verstehe, dass Du Dich gerade einfach völlig allein gelassen fühlst und vielleicht auch den Gefühlen Deiner Mutter zu Dir zweifelst. Ich bin mir fast sicher, dass Deine Mutter Dich sehr lieb hat, auch wenn sie vielleicht momentan anders verhält. Für sie ist der Schlaganfall natürlich ein harter Schlag und sie weiß möglicherweise nicht damit umzugehen.
Hat sie denn konkret gesagt, dass Du zu Deinem Vater ziehen sollst? Streitet ihr Euch gerade viel? Glaube nicht, dass Du zu nichts gut bist! Du scheinst mir ein kluges, nachdenkliches Mädchen zu sein, dass sich zudem um seine Familie sorgt. Das sind doch tolle Eigenschaften! Du hast ein eigenes Pferd gehabt? Wow, das zeugt von Verantwortungsbewusstsein! Ich würde mich freuen, wenn Du ein bisschen von Deinem Pferd erzählst 🙂
Du sagst, Dein Stiefvater hat es weggegeben? Aufgrund schlechter Noten? Wie ist es denn dazu gekommen? Habt ihr Euch darauf geeinigt das Pferd abzugeben? Ich kann mir vorstellen, dass das für Dich sehr traurig gewesen sein muss... Vielleicht könntest Du es doch irgendwie schaffen, wieder mit dem Reiten anzufangen. Du könntest einen Deal mit Deinem Stiefvater machen: Bessere Noten gegen Reitstunden oder so ähnlich. Dann kämst Du raus und auf andere Gedanken! Beim Reiten kann man super abschalten! Du hättest einen Rückzugsort und etwas, was Dir Trost spendet!
Ich finde es super, dass Du vielleicht doch mal mit Deinem Vater sprechen möchtest. Ich habe das Gefühl, er könnte momentan ein guter Vertrauter sein! Du musst ihn ja nicht direkt auf das Ritzen ansprechen, aber Du könntest zu ihm "flüchten", wenn es mal wieder ganz schlimm ist und Dich keiner versteht 😉
Natürlich kannst Du hier jeder Zeit alles los werden, was Dich bedrückt! Hier haben bestimmt alle ein offenes Ohr für Dich 🙂
Schlaf gut, liebe Grüße, Charlotte
ja ,sie hat es genau gesagt (aufgeschrieben, reden kann sie nicht) und sagt es auch immer noch. Sie sagt es mir jeden Tag immer und immer wieder. Wir streiten uns zurzeit sehr viel so 2-4 mal am Tag und dann auch noch mit meinem Stiefvater.
Mein Pferd habe ich eigentlich bekomme weil sie sich von niemanden anfassen oder reiten lassen hat und sie wäre, wenn ich sie nicht bekommen hätte zum Schlachter gekommen. Und da meine Noten zu dem Zeitpunkt auch relativ gut waren hat meine Mutter sie mir gekauft. Aber nach dem
Schlaganfall meiner Mutter sind meine Noten halt immer schlechter geworden und deshalb hat sich erst mal meine beste Freundin um mein Pferd gekümmert. Und irgendwann hat sie mich angerufen und hat gesagt das es nicht mehr da ist. Dann habe ich meinen Stiefvater gefragt ob er was damit zu tun hat, er hat gesagt dass er sie an einen Händler verkauft hat und wenn meine Noten wieder besser sind kriege ich ein neues. Aber ich will garkein neues ich will sie wieder .
Und ich kann mich halt zurzeit nicht so gut konzentrieren und deswegen sind meine Noten auch dementsprechend schlecht.
Danke dass du mir so hilfst 🙂
Ach, llaalllaaa, das hört sich alles verzwickt an! Ich hoffe, ich kann Dir zumindest ein bisschen Deiner Last abnehmen, wenn wir darüber sprechen und das mache ich sehr, sehr gerne 🙂 Geteiltes Leid ist halbes Leid 😉
Ich finde es unglaublich toll, dass Du und Deiner Mutter das Pferd gerettet habt, obwohl sie ja anscheinend nicht einfach war! Konntest Du sie denn reiten und anfassen? Anscheinend hast Du das richtige Händchen für Tiere 😉 Wie lange war sie denn bei Dir? Ich finde es sehr schade, was Dein Stiefvater getan hat! Gerade jetzt hätte Dir Dein Pferd Trost und Stabilität und Ablenkung spenden können. Es ist doch ganz verständlich, dass nach der Sache mit Deiner Mutter, die Noten vielleicht etwas schlechter werden. Man kann sich dann nicht mehr unbedingt auf das Lernen konzentrieren, wenn man sich Sorgen um seine Familie und die Zukunft macht! Schade, dass Dein Stiefvater dies möglicherweise nicht erkennt. Wenn Du wieder zur Ruhe kommst und es Deiner Mutter wieder besser geht, dann werden Deine Noten sicherlich auch wieder besser 😉 Ach so, Deinen Lehrern hast Du nichts von dem Schlaganfall erzählt oder? Haben die Dich denn mal auf die schlechteren Noten angesprochen?
Weißt Du an welchen Händler sie verkauft wurde? Ich verstehe absolut, dass Du nicht einfach ein neues Pferd möchtest sondern Deine lieb gewonnene Stute! Gibt es irgendwie die Möglichkeit, sie zurück zu holen, falls sich Deine Noten bessern? Ich kann mir vorstellen, dass das ein toller Ansporn für Dich wäre! Was sagt denn Deine Freundin zu der Sache mit Deinem Pferd? Ist das Deine beste Freundin, von der Du oben gesprochen hast, oder eine andere?
Es muss schwer sein, miteinander zu reden, wenn Deine Mutter nur schreiben kann. Meinst Du, sie meint das böse oder denkt sie vielleicht es wäre für Dich einfacher, erst mal eine Zeit lang von Euch daheim weg zu kommen? Du sagst, Dein Vater wohnt weiter weg, oder? Das würde ja schon allein wegen der Schule nicht gehen...Oder könntest Du Dir vorstellen vielleicht in den Weihnachtsferien mal zu Deinem Vater zu fahren? Vielleicht bist Du ja froh, einfach mal wegzufahren, mal eine ganz neue Umgebung zu haben 🙂
Wie ging es denn eigentlich in den letzten Tagen mit dem Ritzen? Warst Du nochmal so traurig, dass Du es tun musstest? Vielleicht hilft es Dir ja, dass Du einfach hier antwortest und erzählst, wenn Du das Gefühl hast, die Trauer kommt wieder über Dich! Sozusagen Deiner Trauer einen neuen Kanal zu geben!
Ich bin gespannt, zu hören, wie es Dir geht,
ganz liebe Grüße, Charlotte
Ja ich war die einzige die auf ihr reiten konnte und sie anfassen konnte da sie früher misshandelt worden ist und einfach jemanden dem sie vertraut und der immer da ist gebraucht hat und da ich jeden Tag da war und was mit ihr gemacht habe haben wir uns " befreundet". Sie war ungefähr ein Jahr bei mir und ich kannte sie ein halbes Jahr davor schon. Mein Stiefvater will mir leider nicht erzählen zu welchem Händler er sie gebracht hat, er sagt auch , dass sie bestimmt schon weiter verkauft ist. Und leider gibt es keine Möglichkeiten sie zurück zu holen, da die Pferde meist erst zu verschiedenen Händlern kommen bevor sie verkauft werden und dann kann es sein, dass sie vielleicht sogar in einem anderen Land ist.
Ja, das war meine beste Freundin, sie findet es auch nicht gut, was mein Stiefvater sie einfach weg gegeben hat. Ihre Eltern hätten sie sogar gekauft damit ich sie trotzdem noch weiterhin sehen kann.
Mein Stiefvater hat es meiner früheren Klassenlehrerin erzählt und die hat es meiner jetzigen Lehrerin erzählt, aber die andern Lehrer wissen nichts davon. Sie haben mich zwar schon mal auf die schlechten Noten angesprochen aber ich habe gesagt, dass ich einfach zu faul zum lernen bin und es bessern werde.
Ich glaube sie meint es böse, weil ich es an ihrer Stimme höre und an ihrem Gesichtsausdruck sehe.
Ich würde gerne eine Weile irgendwo anders hin, damit ich mich einfach mal wieder sortieren kann. Mein Vater wohnt 600 km von uns entfernt. Ich bin meistens jede Ferien bei ihm und 1x im Monat übers Wochenende.
Das mit dem ritzen ... Habe ich gestern wieder gemacht, will ich einfach nicht mehr kann , ich habe fast jeden Tag das Gefühl, dass ich gleich zusammenbreche. Und dann reicht halt das kleinste Problemchen aus, dann bin ich wieder am boden.
llaalllaaa
Huhu llaalllaaa,
ich bin ganz begeistert, wie Du das mit Deinem Pferd hinbekommen hast! An so schwierige Pferde muss man sich auch erst mal ran trauen. Damit hast Du ja schon bewiesen, dass Du ein sensibler Mensch bist, der der Probleme auch lösen kann. Du siehst, wie viel Zeit es auch gebraucht hat, um mit der Stute vertraut zu werden, so dass Du sie am Ende auch reiten konntest. Irgendwie erinnert mich das an die Situation in Deiner Familie. Es ist zwar schwer, aber Du hast mit Sicherheit das Geschick und das richtige Gespür, die verfahrene Situation (vor allem mit Deinem Stiefvater) wieder hinzubekommen. Du hast es bei Deinem Pferd bewiesen 🙂 klasse!!!
Ich könnte mir vorstellen, dass Deine Mutter einfach selbst gerade nicht weiß wohin mit sich und sie daher so merkwürdig reagiert...ihr hattet doch vor ihrem Schlaganfall ein gutes Verhältnis oder? Vielleicht ist sie ja wirklich momentan einfach sauer auf alles (das hat ja jeder Mal) und vermisst, genau wie Du, ihr altes Leben. Weiß sie denn, wie traurig Du eigentlich bist und wie besorgt? Ich weiß, es ist leichter gesagt als getan, aber vielleicht könntest Du ihr einfach mal in einem Brief Dein Herz ausschütten? Einfach mal alles rauslassen, was Dich sorgt und dass Deine Noten schlechter sind, weil Du einfach so viele Sorgen hast! Nicht weil Du faul bist (das kann ich mir auch einfach nicht vorstellen 😉 )! Ich weiß, es wäre schon ein großer Schritt für Dich, aber vielleicht auch eine Überlegung wert. Ich könnte mir denken, dass sie Dich dann einfach besser versteht und die Situation sich etwas entspannt. Sie sollte wissen, dass die neue Situation Dich auch viel Kraft kostet und Du Zeit brauchst 🙂
Ich finde Deine Idee, mal raus zu kommen, auch super! Wenn Du sowieso in den Ferien oft bei Deinem Vater bist, wäre es doch eine ideale Chance jetzt bald mal hin zu fahren. Einfach mal auf andere Gedanken kommen, wie Du schon sagst! ich habe auch schon überlegt, ob da vielleicht auch noch andere Verwandte sind? Z.B. Oma und Opa oder eine liebe Tante? Könntest Du Dir vorstellen, dort einmal über Deine Probleme zu reden? Aber, wie gesagt, die Idee mit Deinem Vater, das klingt doch schon einmal sehr gut!
Das mit Deinem Pferd finde ich, genau wie Du, sehr traurig! Du hast viel Mühe und Zeit investiert um sie kennen zu lernen, so dass sie Dir vertraut. Übrigens finde ich das von Deiner besten Freundin super, dass sie und ihre Eltern sie kaufen wollten! In einigen Dingen scheinst Du ja doch auf Deine Freundin bauen zu können! Sie hat ja anscheinend auch gesehen, dass Dir das Pferd sehr am Herzen liegt. Vielleicht ist dann bei ihr als Vertraute doch noch nicht alles verloren 😉 Hat sie denn auch Pferde? Könntest Du bei ihr reiten? Oder vielleicht ein Pflegepferd übernehmen? Man merkt, dass Dir der Umgang mit Pferden liegt. Somit wäre dies ja eine super Möglichkeit, Dich bei Problemen abzulenken und den Kopf frei zu bekommen!
Ach llaalllaaa, klar ist es schlimm , dass Du Dich wieder geritzt hast, aber natürlich ändert sich das nicht von einem auf den anderen Tag! Wir müssen einfach etwas finden, was Dir Mut gibt und Dir wieder zeigt, wie schön das Leben sein kann. Hast Du eigentlich schon mal die Skills gegen das Ritzen ausprobiert? Hier im Forum wurde ja schon einiges zusammengetragen 🙂 Vielleicht hilft es Dir, bevor Du das nächste mal den Drang hast es zu tun, kurz "stopp" zusagen, Dir dem bewusst zu werden und einen der Skills anzuwenden. Du merkst ja, wenn Du richtig traurig bist und darüber nachdenkst...in dem Moment (ich weiß, es ist kostet Kraft!) versuchen, einen neuen Weg zu gehen. Denn Dein Ziel ist es ja, davon weg zu kommen 😉 Du sagst ja selbst, dass Du es jetzt auch bei kleineren Problemen machst und das sollte ja nicht der Weg sein, die Probleme zu lösen.
Auch wenn sie das jetzt doof anhört, aber Du musst für Dich da sein! Vielleicht gibt es ja doch ganz kleine Kleinigkeiten am Tag, über die Du Dich freust 🙂 Versuche Dir diesen Momenten bewusst zu werden 😉
Unternimmst Du am Wochenende vielleicht sogar etwas Schönes? Gerade eröffnen ja auch die ganzen Weihnachtsmärkte, vielleicht wäre das ja sogar mal etwas für Dich und Deine Freundin? Oder Weihnachtsdekoration mit Deiner Mutter raussuchen?
llaalllaaa, ich hoffe, es geht Dir heute vielleicht etwas besser als gestern Abend! Schreib Dir hier einfach alles von der Seele 🙂
Liebe Grüße, Charlotte
[color=#ff[entfernt]][font='Chicago, Impact, Compacta, sans-serif'][size=14]Hallo
Skills zum ausprobieren gegens ritzen[/size][/font]
[size=14][b]- auf einen boxsack schl*g*n
- sport machen
- alte telefonbücher/kataloge zerreisen
- laut schreien
- In ein Handtuch einen Knoten rein machen, nass machen, auswringen und gegen die Wanne oder die Wand schl*g*n
- in ein kissen o.ä. beißen / schl*g*n
- zerbrechliches (nix wertvolles) runterschmeißen
- seine kl*ng* gegen einen anderen gegenstand, z.b. holz richten
- jemand imaginären anschreien
- therapie-knete benutzen (ist zwar etwas teurer, um 13 €), aber unter
umständen wirklich effektiv. gibts in verschiedenen härtegraden von
weich bis extrem hart (schon mittel ist wirklich schwer zusammen zu
drücken. man kann sie auch mit viel kraft auseinander reißen.) gut zum
abreagieren. macht keine flecken, klebt nicht und trocknet nicht aus. zu
kaufen gibts die in orthopädie-geschäften, wo es auch igelbälle, etc.
gibt.
Zerstreuung / Ablenkung
- Abschreiben von einer lange Geschichte oder einem Gedicht, irgendetwas
Längeres, da sind die Hände beschäftigt und man muss sich konzentrieren
- Figuren aus Kinderserien oder Comics zeichnen
- Rätselhefte durcharbeiten
- Englische Lieder, die man öfters hört, aufschreiben und übersetzen
(macht wirklich Spaß und man hört die Songs gleich viel lieber)
- beginnen, ein Buch zu schreiben, ihm einen Titel geben und ein Kapitel
über das schreiben, was der Auslöser für das derzeitige Problem ist
Ablenkung: Drei etwas aufwendigere Strategien zur Ablenkung
1.:
Zuerst hab ich eine Person (mich) gemalt. Kommt auch schon drauf an, wo
ihr "euch" auf dem Blatt positioniert; außerdem muss es ja kein Picasso
werden. Bei mir war's am Ende zweigeteilt in "Gut" und "Schlecht", meine
Person in der Mitte.
Dann hab ich mir die Zeitung vorgenommen und von vorne angefangen,
einzelne Wörter oder Wortgruppen etc. auszuschn**d*n. Da kann man schön
mit der Sch*r* wüten! Hab ziemlich wahllos das genommen, was mir direkt
ins Auge fiel (Herz, Ende, Liebe... u.a.).
Und dann hab ich die aufs Blatt geklebt.
Letztlich standen die positiven Dinge rechts und das andere Links. (Sehr schön für die Selbstanalyse)
Mir ist aufgefallen, dass es doch mehr Positives gab, als ich dachte!
Aus der inneren Leere ist ein ziemliches Gefühlschaos im Überblick geworden und es hat mich über eine Stunde beschäftigt.
3. Das Butterfly-Project.
Zu beachten sind dabei sieben Schritte:
1. Wenn dich das Gefühl zum Schn**d*n überrennt, dann hole dir einen
Stift, Kuli oder Edding und zeichne einen Schmetterling an die Stelle,
wo du dich schn**d*n wolltest.
2. Benenne den Schmetterling nach jemanden, der dir viel bedeutet. Das
kann ein Vorbild sein, ein geliebtes Tier oder sonst jemanden, den du
magst und dem nichts passieren soll.
3. Du musst den Schmetterling natürlich verblassen lassen und ihn NICHT wegrubbeln.
4. Wenn du dich schn**d*st, dann st*rbt der Schmetterling (ich streiche
ihn dann mit einem Edding durch), du hast ihn dann get*t*t. Ansonsten
lebt er.
5. Wenn du mehr als einen Schmetterling gemalt hast und du dich schn**d*st, st*rb*n alle Schmetterlinge.
6. Lass auch andere Personen Schmetterlinge aufmalen (Freunde etc.),
diese Schmetterlinge sind etwas ganz Besonderes, du musst ihnen
besonders Sorge tragen.
7. Auch wenn du dich selbst nicht schn**d*st, fühle dich frei,
Schmetterlinge für andere zu malen, die sich v*rl*tz*n oder leiden.
Erzähle ihnen, dass du die Schmetterlinge für sie zur Unterstützung
malst, vielleicht hilft es dem ein oder anderen.
Optischer Ersatz
Die Arme/Beine/Haut im Gesamten...
- bemalen mit roter Lebensmittelfarbe, roter Wasserfarbe, roter
Fingerfarbe, roter Gelfarbe, Kunstbl*t (gibt es meistens nur zur
Karnevals- und Halloweenzeit, ansonsten im Internet bestellen),
Filzstift/Edding (geht schwer wieder ab)
- bemalen mit roten Strichen, wo ich sonst r*tz*n würde
"nein, nicht dein Arm"
"nein, hier auch nicht!"
"der kann nichts dafür!" etc.
- einen Verband um seinen Arm wickeln und bei Bedarf rot anmalen
- den Arm auf ein großes Blatt Papier oder eine Leindwand legen und die
Form nachzeichnen, dann einen roten Stift nehmen und den Druck an diesem
"Papierarm" ablassen
- irgendwas malen, einen Menschen oder ein Tier, was auch immer man
halbwegs gut zeichnen kann, dann einen dicken roten Filzstift nehmen und
ihm große, bl*tende W*nd*n überall hin malen
- den Gegenstand, mit dem man sich v*rl*tzen wollte, gegen eine Puppe
richten und auf die Schn*tt* rote Tusche oder Wasserfarbe träufeln, als
Ersatz für das Bl*t
Notfallkoffer
für situationen, in denen man nicht viel dabei hat. der notfallkoffer
sollte nur die drei bis vier wirksamsten skills enthalten, da einen die
ganze fülle leicht überfordern kann.
diese skills sollte man auch leicht mitnehmen, und, wenn möglich, leicht anwenden können.
zum beispiel:
- kleiner ball/häckisack
- haargummi/gummiband
- stifte und papier
- duftöl/parfümpröbchen o.ä.
- chilischoten, center shocks, brausepulver, süßstofftabletten o.ä.
- rätsel (sudoku, kreuzworträsel etc.)
- cd mit positiven lieblingssongs
- liste mit leuten und nummern, die man anrufen könnte
- schöne fotos
- knete
- kaugummi
- zahnstocher zum zerbre*ch*n
- roter edding/kuli/fineliner etc.
Vermeidung
- Pro und Contra Liste schreiben
- sich überlegen, mit was man sich belohnen wird, wenn man es schafft, dem Druck zu widerstehen
- einzelne Minuten abzählen, die man ohne SVV durchhält, sich sagen,
dass man "nur noch eine Minute" durchhalten muss. Und das so oft
wiederholen, bis der Druck nachlässt. Dasselbe kann man mit Abständen
von 5 Minuten, ¼ Stunde etc. machen. Am Besten mit Belohnung für eine
gewisse Zeit ohne SVV. Z.B. für jede ¼ Stunde 1 Stückchen Schokolade
oder eine extra-Relax-Zeit, obwohl vielleicht die
Hausaufgaben/Hausarbeit etc. warten
- ein altes Bild von sich nehmen, auf dem man noch ganz klein ist und so
süß und unschuldig ausschaut. Dann in einen Selbstdialog gehen:
"Könntest du dem Kind das antun?" "Nein..." "Wolltest du aber gerade..."
Und sich bewusst machen, dass man das ja selbst ist. Sich vorstellen,
dass wenn man sich schn**d*t, man im Grunde in dieses süße kleine weiche
unschuldige Ärmchen schn**d*t.
- ich habe in letzter Zeit bemerkt, dass es mir recht gut hilft, wenn
ich versuche, mich selbst zu trösten. Dazu schnappe ich mir mein
Tagebuch, verziehe mich an eine ruhige Stelle und schreibe einfach mal
alles auf, was mir im Kopf rumgeht. Dann Pause, ich lese mir alles noch
mal durch und schreibe einen Brief an mich selber, mit dem, was ich
jemand anderem in meiner Situation sagen würde.
- sich klar machen "Du wirst geliebt! Es gibt jemanden der dich liebt, egal, was passiert!"
- mein Freund hat mir versprochen, dass ich für jede Woche, die ich
durchhalte, einen Brief von ihm bekomme (er ist sonst mega schreibfaul),
ein solches Abkommen zu schließen und daran zu denken gibt mir Kraft,
durchzuhalten
- ich habe von einer Freundin, die leider weit weg wohnt, eine Kopie
ihrer Hände bekommen, wenn ich mich allein fühle, lege ich meine Hände
darauf und fühle mich getröstet und nicht mehr so allein
- über das "danach" nachdenken und Möglichkeiten aufschreiben, was ich dagegen tun kann
- Bilder von N*rb*n/eigenen N*rb*n angucken und nachdenken, ob ich wirklich noch mehr will
- die Kl*ng* in irgendeiner Kruschtel-Schublade vergraben, oder im
Schrank, ganz weit hinten, damit man erst suchen muss, bevor man sie
findet, dieser Zeitraum kann schon reichen, um wieder "wachgerüttelt" zu
werden
- darüber nachdenken, was der/die Therapeut/in (falls man eine/n hat)
genau in diesem Moment sagen würde und sich davon getröstet fühlen
- alle Ziele, für die man kämpft, aufschreiben und neben die Kl*ng*
legen, notgedrungen wird man immer wieder (wenn man schn**d*n will)
daran erinnert, was man erreichen möchte
- Bild von der wichtigsten Person zur Kl*ng* legen, dann muss man an dieser Person vorbei, hält einen auch ziemlich gut ab
- sich vor den Spiegel stellen (falls man dazu dann noch in der Lage
ist) und sich immer wieder "es ist NICHT meine Schuld" sagen; ist
eigentlich egal, ob man das dann glaubt oder nicht, einfach immer wieder
den Satz wiederholen, man muss auch nicht unbedingt ruhig dabei
bleiben, Schreien würde da vielleicht sogar noch mehr helfen
- das SVV immer wieder verschieben, zum Beispiel wenn man abends Druck
hat, verschiebt man es auf morgen, wenn dann morgen ist hält man sich
vor Augen, wie schön es ist, nicht g*schn*tt*n zu haben und wenn der
Druck dann kommt, verschiebt man es eben auf abends - dann arbeitet man
z.B. so lange am Computer, bis einem die Augen zufallen und man nur noch
ins Bett will, dann fehlt einem auch die Kraft zum SVV
!
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glg lene
