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Thema: ich weiß nichts mehr

Eröffnet am 11.12.2013 um 21:30

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[font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][size=10]Hallo,
Ich weiß gerade nicht wie ich anfangen soll. Ehrlich gesagt weiß ich auch nicht, warum ich mich gerade
hier angemeldet habe und warum ich jetzt schreibe.[/size][/font][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][size=10]
Ob es noch einen anderen Grund gab, außer dass ich mich schlecht fühlte, weiß ich nicht mehr: [u]Ich hab mich im [/u][u]Dezem[/u][u]ber 2009 zum ersten Mal geritzt[/u]. Ich war sehr schockiert. [u]Anfang 2010 ging es dann [/u][u]los[/u]. Ich tat es nicht oft, ich tat es nicht stark, aber ich tat es, aber von Anfang an hatte ich mich dagegen [u]gewehrt[/u]. Doch mir fiel auf: [u]ich [/u][u]bin süchtig geworden[/u]. [u]Mein Selbstb[/u][u]ild verzerrte sich[/u]. Ich sah nur noch ein "dickes" "wertloses" Ich, und mir wurde erst dann richtig bewusst, wie depressiv ich war. [u]Aber es lief soweit alles gut[/u]: ich hatte meine Freunde, meine Familie lief auch relativ gut.
[/size][/font][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][size=10]Ich käm[/size][/font][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][size=10]pfte immer dagegen an, und hatte zwischen dem Ritzen immer Pausen. [/size][/font][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][size=10]Ich vertraute mich b[/size][/font][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][size=10]ei[/size][/font][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][size=10] meiner Mutte[/size][/font][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][size=10]r an.[/size][/font][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][size=10] Sie bot mir ihre Hilfe an usw[/size][/font][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][size=10]. Ich versprach meiner Mutter: "Ich werde es nie wieder tun". Leider [/size][/font][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][size=10]schaffte ich es nicht[/size][/font][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][size=10]. [/size][/font][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][size=10]Die Schnitte wurden immer tiefer, bis ich zur Klinge griff [/size][/font][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][size=10]und ich mein geliebtes Blut sah.
Irgendwann begann ich zum Psychologen zu gehen. Fazit: es brachte nichts. Ich hatte oft [u]"gesunde" Phasen[/u],
in denen es mir gut ging. Wie gesagt, Schule, Freunde, Familie, alles war
in Ordnung. Ich fing trotzdem immer wieder an zu Ritzen und teilweise
auch [u]verzweifelt versucht abzunehmen[/u]. Die Schnitte wurden immer tiefer. [/size][/font][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][size=10]Ich war nicht mehr depressiv ab dem Sommer 2012, [u]es schien, als sei ich gesund[/u].[/size][/font][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][size=10]Heutzutage weiß ich nichts mehr. Ich wusste, [u]das mein Problem für Depressionen das Denken war[/u].
Und ich begann wieder Nachzudenken über mein Leben, mit dem Wissen:
daher kamen damals deine Depressionen, du könntest rückfällig werden.
Trotzdem tat ich es und habe mich ein paar Mal [u]wieder geritzt[/u]. Ich denke es liegt daran, dass ich den [u]Drang[/u] spürte [u]Blut zu sehen. Schmerz zu spüren, es zu geni[/u][u]eßen. Einfach aus "[/u][u]Lust & [/u][u]Langeweile"[/u].
Wechselhaft bin ich glücklich und "down". Oft hab ich auch Gedanken im
Sinne von "wäre es schlimm, wenn ich tot wär", was mich plagt. Teilweise
ist es ja so, dass ich [u]null Lust spüre mich zu ritzen[/u]. Ich weiß auch, dass ich [u]keinen [/u][u]Grund dafür[/u] habe. Ich weiß nicht mehr wer ich bin.
[/size][/font][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][size=10]Ich weiß nicht was los ist. [/size][/font][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][size=10]Mir geht es [u]gut[/u], mein Leben läuft gut. Ich weiß nichts mehr[/size][/font][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][size=10]. [/size][/font][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][size=10]Es gibt [/size][/font][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][size=10]Momente, da fühle ich mich so, [u]als ob ich nicht mehr kann[/u][/size][/font][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][size=10], und dann, wo ich mich frage, was f[/size][/font][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][size=10]ür ein Problem hast du überhaupt[/size][/font][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][size=10]?[/size][/font][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][size=10]Ich bin nun 16 Jahre alt (so [/size][/font][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][size=10]nebenbei :D[/size][/font][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][size=10])[/size][/font][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][size=10].[/size][/font][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][size=10]
Danke für d[/size][/font][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][size=10]ie Geduld und für das Lesen, mit [/size][/font][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][font='Trebuchet MS, Arial, sans-serif'][size=10]liebsten Grüßen, Lisa :)[/size][/font] [/font][/font][/font][/font] [/font][/font][/font][/font][/font][/font][/font][/font][/font][/font][/font][/font][/font][/font][/font][/font][/font][/font][/font][/font][/font][/font][/font][/font][/font][/font][/font][/font][/font][/font][/font][/font][/font][/font][/font][/font][/font][/font][/font][/font][/font][/font]

Hey Lisa,

ich bin Steffi und ich würde gerne versuchen, dir zu helfen.
Es ist ja schon etwas chaotisch, was du da alles geschrieben hast. Jedoch möchte ich dir sagen, dass ich es gut finde, dass du dich gemeldet hast.
Wie ist es denn aktuell bei dir? Du fühlst dich schlecht, aber trotzdem geht es dir gut? Ritzt du dich wieder und wenn ja, gibt es bestimmte Situationen, in denen du den Drang danach verspürst?
Ich denke nicht, dass es keinen Grund dafür gibt, wenn du dich jetzt wieder ritzt. Deswegen würde ich diesen gerne versuchen mit dir gemeinsam rauszufinden. Vllt. können wir dann besser etwas dagegen tun.

Ich hab allerdings auch noch eine ganz andere Frage: Wie kommst du auf Depressionen? Hatte dir der Psychologe das gesagt?

Liebe Grüße,
Steffi

Hey Steffi 🙂
Danke für deine Antwort, irgendwie hab ich gerade nervös auf eine gewartet. 😀

Also, als ich beim Psychologen war, wurden Depressionen glaube ich festgestellt. Mein Problem mit dieser Therapie war, dass die Psychologin mich am Anfang erst "getestet" hat, nichts gesagt hat, was sie denkt was los ist mit mir und ich nur ihre Fragen beantwortet habe. Aber ich kann dir ganz sicher sagen, dass ich damals (immer noch?) Depressionen gehabt habe. Das war eindeutig, ich weiß nicht wie ich es sonst beschreiben soll.
Und ja, es ist sehr chaotisch, und irgendwie unlogisch, deswegen weiß ich auch irgendwie nichts mehr...
Aktuell bin ich ein bisschen zurückhaltend, nicht schlecht, aber auch nicht gut und erst recht nicht motiviert morgen aufzustehen. Ich habe es schon fast wieder vergessen, aber vorgestern Abend habe ich mich leicht gekratzt (das mache ich am Fuß und nicht tief, sondern nur sodass ich während des Kratzens Schmerz spüre). Bestimmte Situationen, nach denen habe ich auch gesucht. In letzter Zeit ist mir persönlich aufgefallen, dass ich es häufig am Abend mache, wenn ich schon im Bett bin und schlafen will. Aber nur kurz und wie oben beschrieben. Des Weiteren ist eine Situation die, dass ist mir schon seit über ein Jahr aufgefallen, wenn ich alleine zu Hause bin für ein paar Stunden, und ich gerade daran denke, weil es für mich sehr verführend ist, wenn ich alleine bin.
Häufig ist es aber auch so, dass ich den Drang ganz plötzlich verspüre (Bilder tauchen auf im Kopf, oder ich erinner mich im Traum an Blut).

Danke, dass du mir helfen willst, bei dem, wo ich selber nicht weiß, ob es überhaupt ein Problem ist.
Liebste Grüße, Lisa 🙂

Hey,

kein Problem. Ich möchte dir ja gerne versuchen zu helfen. Also ich denke schon, dass es ein Problem ist, vor allem weil du ja auch darunter leidest. Zudem aber auch, da es meiner Meinung nach ein nicht grade funktionaler Bewältigungsmechanismus ist. Du nutzt das selbst Verletzten ja scheinbar in bestimmten Situationen, damit es dir besser geht? Zumindest kurzfristig? Bzw. um dich einfach wieder richtig zu spüren. Beides ist meiner Meinung nach eine Art von Emotionsregulation, die kurzfristig zu Besserung führt, aber langfristig gesehen keine positiven Konsequenzen mit sich bringt.
Du schreibst, dass du dich vor allem abends vor dem Einschlafen kratzt, um den Schmerz zu spüren. Ist es denn vor dem Einschlafen so, dass dir viel im Kopf rumgeht und du dir über viele Dinge Gedanken machst? Oder ist es eher ein Drang nach Schmerzen?
Ich denke, es ist wichtig, dass wir den Grund etwas genauer rausfinden, um zu schauen, was du dann in solchen Situationen anders machen kannst.

Noch mal zur Therapie. War dort Selbstverletzung auch schon Thema und wenn, hattest du dann schon mal sogenannte Skills dir erarbeitet und versucht, die du statt dem Selbstverletzen anwenden könntest?
Du hast auch geschrieben, die Psychologin hat dir nur Fragen gestellt und nicht ihre Meinung geäußert. Siehst du denn das Problem jetzt auch in meinen Antworten? Wenn ja, kannst du ruhig auch Fragen stellen.

Liebe Grüße,
Steffi

Hey,

Ich selber denke ja auch darüber nach, warum ich wieder ritze. Die Sache ist die, dass ich in dem Zeitpunkt meistens keine Gefühle zu bewältigen habe, auch kein Stress oder Druck... Es ist eher so, als ob ich "einfach Lust" dazu habe, "mal eben" es zu tun. Meistens "zwinge" ich mir selber einen Grund auf, z.B. Trigger im Internet suchen und dann behaupten: ich wurde getriggert, es ist nicht meine Schuld. Und am Abend ist es so, dass mir eigentlich nicht viel durch den Kopf geht, ich schalte eigentlich immer einen Gang runter, wenn ich schlafen will, und ich kann auch problemlos einschlafen. Ich habe mich selber Abends dann bei dem Gedanken ertappt, dass ich "versuchen will, Ritzen wieder so zu nutzen wie damals, d.h. dass es mir danach besser geht". Aber mir geht es von Anfang an nicht schlecht, vielleicht bin ich einfach richtig kaputt vom Tag, aber es gibt keinen Grund mich "besser" zu fühlen, weil es mir oft schon gut geht.
Kurz gesagt: ich denke, ich tu es nicht, damit es mir besser geht, sondern damit ich einfach nur den Schmerz spüre, weil es mir gefällt und ich frische Wunden liebe & sie gerne ansehe wie sie heilen und weh tun, selbst nach ein paar Tagen noch während des Heilprozesses (das klingt ein bisschen verrückt, aber irgendwie "faszinieren" Wunden mich, o. sie "gefallen" mir).

Was ich mir noch denken könnte, ist, dass es mit einem Suchtgefühl zu tun hat. Damals war ich süchtig, d.h. ich [u]musste[/u] es tun, und heute habe ich nicht das Gefühl von "müssen", sondern von [u]wollen[/u].

Und zu der Therapie, der Grund war auch hauptsächlich das Selbstverletzen. Ich wusste von Skills, habe sie einmal ausprobiert (Eis in der Hand, Gummiband), aber das führte dazu dass ich mehr Schmerz wollte... dementsprechend waren die Schnitte auch schlimmer, weshalb ich es sein gelassen habe. Heute ist es so, dass ich mich nicht abhängig davon fühle (es nicht zu "müssen"), sondern es einfach nur will, es [u]scheinbar[/u] kontrollieren kann, es nicht brauche. Deswegen sehe ich persönlichen keinen Sinn/ Zweck dahinter, wenn ich Skills verwenden würde.
Und die Art zu helfen auf dieser Website, also deine Fragen, bringt mich mehr weiter, da es ein gezieltes und vor allem gemeinsames Suchen nach einer "Lösung" ist, und nicht wie bei meiner ehemaligen Psychologin, weil sie nur selbst danach gesucht hat ohne mich einzubeziehen.

Eine Frage habe ich nun aber doch, einfach damit ich weiß, auf welcher Basis du das Thema "verstehst":
Hast du das Thema SvV theoretisch behandelt, oder gab es einen persönlichen Fall?
Weil meistens ist die Art und Weise des Beratens anders, ob sie nur auf dem Wissen der Theorie beruht oder aber auf eine Erfahrung, und ich kann die mich behandelnde Person dann besser nachvollziehen/ verstehen, wenn ich weiß ob es theoretisch o. pers. erfahren wurde. (Ich möchte keine Details wissen, sondern einfach nur, ob es so einen Fall gab oder eben nur die Theorie).

Liebste Grüße, Lisa 🙂

Hey,

wenn ich mir deine Aussagen durchlese, kommt mir der Gedanke, dass es evtl. doch ein funktionales Verhalten sein könnte und dir evtl. der dahinter liegende Konflikt nicht bewusst ist. Das muss jedoch auch nicht so sein.
Auch wenn es wirklich nur die Lust danach ist, dann sollten wir trotzdem versuchen, einen anderen Weg zu finden. Machst du z.B. Sport? Vielleicht gibt es eine Sportart, in der du dich auspowern kannst, so dass du das Gefühl - den Schmerz - dadurch "ersetzen" könntest? Das heißt jetzt nicht, dass du dich beim Sport verletzen sollst, oder solange auspowern bis du umfällst.

Der Gedanke mit dem Suchtgefühl könnte auch durchaus zutreffen. Aber auch da wäre es so, dass du dadurch ein Bedürfnis befriedigen willst, was dahinter liegt. Dazu könntest du eine ganz konkrete Situation mal selbst "analysieren". D.h. was genau ist die Situation, welche Gedanken hast du, was für ein Verhalten folgt und welche Konsequenzen ergeben sich in der konkreten Situation direkt und was folgt langfristig. Weist du, wie ich das meine?

Hast du die Skills selbst erarbeitet? Das klingt so nach den Standard-Skills, aber ich denke, die sind oftmals nicht funktional und helfen nur bedingt. Da könnten wir eben schauen, was etwas wäre, was du stattdessen machen kannst, beispielsweise Sport. Ob du das ausprobieren möchtest, musst du dann selbst entscheiden, dazu möchte ich dich nicht zwingen, aber ich denke, es könnte durchaus helfen.
In dem Zusammenhang ist es eben wichtig, dass ich dir nichts vorgebe, sondern mit dir zusammen etwas finde bzw. dir zu helfen, dass du einen Weg für dich findest.

Zu deiner Frage: Ich habe schon mit Jugendlichen gearbeitet, unter anderem auch welche, die sich selbst verletzt haben und konnte mit diesen auch ihre eigenen Wege erarbeiten. Klar ist es immer schwer, dass dann auch umzusetzen und es kann durchaus auch Rückschläge geben. Dann ist es wichtig sich nicht zurück werfen zu lassen.
Theoretisches Wissen hab ich natürlich auch (;

Liebe Grüße,
Steffi

Hey,

Ich werde demnächst mal darauf achten und die Situation genauer betrachten, vielleicht sogar aufschreiben.
Und was ich dagegen machen könnte ist mir bekannt, schließlich habe ich mich selbst ganz genau mit dem Thema auseinander gesetzt (sozusagen "selbsttherapiert" mit der Hilfe von anderen) und mir ist auch bewusst, wie ich einen Rückschlag verhindern kann. Ich habe sogar in meinem "gesunden Jahr" (Sommer 2012 - Sommer 2013) einiges angewendet, wie z.b. Sport, mehr draußen an der Luft sein, was regelmäßig unternehmen und negative Gedanken unterdrücken (meine Depressionen damals bestanden hauptsächlich aus diesem Nachdenken und die lange Zeit die ich dafür investiert habe). Und Sport mache ich im Normalfall regelmäßig mind. 2 mal die Woche, allerdings ist im Moment Klausurphase, d.h. ich hab weniger Zeit und Lust dazu bei dem kalten Wetter.. 😀
Ich weiß gar nicht, wann ich mir selbst gesagt habe "du darfst die Gedanken wieder haben, sie zu unterdrücken ist zu anstrengend" und warum... Ehrlich gesagt bin ich selbst ratlos, wie es auch die Überschrift sagt.
Mir sind die Folgen & Konsequenzen bekannt, ich führe sie auch oft immer wieder auf, nur dann denke ich mir: "ist doch egal. wen interessiert das schon? wenn du es willst, dann tu es einfach, so schlimm sind die Folgen nicht."
Und gerade weil mir bekannt ist, wie ich einen Rückschlag verhindern kann und was die Folgen sind, verstehe ich selbst nicht, warum ich es tue... Ich verstehe mich selber nicht mehr und habe das Gefühl mir fremd zu werden, aber nur langsam.

Wie gesagt: ich probier einfach Mal, die Situationen genauer zu betrachten, sonst kommen wir wahrscheinlich nicht weiter...

Was mir aufgefallen ist: ich habe ja immer versucht es zu unterdrücken, aber je mehr ich mich mit dem Thema auseinandersetze (wie z.B. jetzt hier), desto mehr denke ich daran und desto mehr kehre ich in mir selbst zurück, allerdings nie von außen, ich kann schließlich lachen mit meinen Freunden, mit meiner Familie mich unterhalten... (da sind ja keine Probleme).

Zum Schluss: danke für die Antwort auf die Frage 🙂
Noch eine Frage von meiner Seite aus, worauf ich nirgendwo eine Antwort finde:
Ich kaue regelmäßig an meinen Fingern, auch bis sie teilweise leicht bluten. Das habe ich auch schon damals gemacht, auch bei meiner "gesunden Phase", eigentlich jeden Tag. Habe ich mir das einfach nur angewöhnt oder ist das ein Indiz für SvV?

Liebste Grüße, Lisa ^^

Hey,

ich finde es gut, dass du dich schon intensiv damit auseinander gesetzt hast. Dabei scheinst du doch Strategien gefunden zu haben. Das diese nicht immer gleich gut und in jeder Situation funktionieren, ist denke ich normal. Jeder hat auch mal schlechte Tage (; Wichtig ist es, sich dann nicht komplett runterziehen zu lassen, sondern es als Ausrutscher zu sehen und weiter zu machen.

Was evtl. noch gut wäre, auch etwas für den Winter zu finden, wenn du nicht mehr so viel Zeit draußen verbringen kannst. Das könnte auch ein Grund sein, warum es jetzt grad wieder schlechter bei dir läuft und du eher zu negativen Gedanken und Selbstverletzung neigst. Winter, schlechtes Wetter, Klausurenzeit (klingt banal, können aber durchaus Auslöser sein, oder was denkst du? Magst du Winter?)

Wie versuchst du denn negative Gedanken zu unterdrücken? Hast du dir dazu Strategien angeeignet?
In wiefern meinst du denn, dass du dir selbst fremd wirst?

Kannst du denn auch mit Freunden oder deiner Familie über diese Problematik reden?

Zu deiner Frage: Selbstverletzendes Verhalten kann viele verschiedene Formen annehmen. Ich würde das Kauen an den Fingern auch als eine Art davon ansehen, wenn du dies wirklich machst, bis sie bluten.

Liebste Grüße und einen schönen Start ins Wochenende (=
Steffi

Hey 🙂

Also den Winter mag ich eigentlich schon, ich genieße es aber nur, wenn ich in der Wohnung sitze und draußen z.B. den Regen im Dunkeln zu beobachten. Für mich ist es so schön friedlich und "rein". Es stimmt, die Klausurenphasen sind sehr anstrengend und ziehen einen oft runter... Ich glaube es klingt realistisch, dass ich, wenn ich weniger draußen bin, mehr in mich kehre. Schließlich "heilt" die frische Luft einen, zumindest mich.
So kurz überlegt fällt mir nichts anderes ein... also bei mir ist es ja so: wenn ich draußen bin, unternehme ich ja auch gleichzeitig mehr, bin in der öffentlichkeit, mehr in der Realität. Zu Hause bin ich mehr in "meiner Welt", d.h. ich gucke gern Fernsehen, Internet, chatten, mit meiner Familie unterhalten, oder auch was Kreatives... Das bringt mich spontan auf eine Idee:
Ich bin gerne kreativ, male & zeichne sehr gerne, schreibe auch gerne Gedichte (die sich nicht reimen müssen 😀 )... und wenn ich in einer sehr tiefen Gefühlslage bin, schreibe ich auch oft etwas auf. Das bringt mich zwar nicht aus der Lage raus, aber ich habe die Gefühle verfasst, oder ich bekomme Ideen aus bestimmten Gefühlen und kann etwas schreiben (nicht zwingend über die Gefühle). Vielleicht sollte ich das Schreiben öfters nutzen, auch wenn es nur ein Niederschreiben von Gedanken ist. Ich glaube das ist eine gute Idee, die ich umsetzen kann.

Wie unterdrücke ich die Gedanken... Das ist nicht einfach zu beantworten. Vielleicht so etwas in der Art, wie: "Das sind wieder unnötige Gedankengänge, du steigerst dich wieder rein. Du verlierst dich wieder in deinen Gedanken und interpretierst zu viel in die Situation hinein. Lass es einfach." Ich kontrolliere die Gedanken dann durch meine Gedanken, sozusagen.

Das Fremdwerden fühlt sich bei mir an, wie das Unverständnis zu mir selbst. Das heißt, ich versteh mich oft nicht, z.B. warum ich denn Wunden und Narben gerne sehe und sie besitzen möchte, mal abgesehen von allen Situationen und dem Schmerz und allem, sondern einfach nur die vorhanden Wunden und die Narben, die ich dadurch besitzen werde. Oder auch, warum ich in einigen Situationen so nachdenklich/ ruhig bin, obwohl ich von außen das Lachen liebe, gerne rede mit Leuten, sie gerne Lachen sehe. Ich verhalte mich "normal", während ich, wenn ich alleine bin oder gerade nicht mit jemanden kommuniziere oder nichts mache, z.B. das Warten von dem Bus, mich überhaupt nicht nach Lachen fühle, sondern einfach ruhig bin und für mich allein.
Ein weiterer Punkt für das Fremdwerden wäre diese "who cares"-Einstellung. Sie bringt mir oft auch Selbstvertrauen, z.B. einfach mal vor eine Menge von Leuten treten und etwas vortragen, ohne Panik oder Angst zu bekommen oder es als peinlich zu empfinden. Allerdings lässt mich diese "who cares"-Einstellung auch es als egal zu empfinden, dass ich mich verletze, weil ich ja "im Moment" / in der Gegenwart lebe. Demnach empfinde ich mein Leben auch als unwichtig. Es ist mir sozusagen egal geworden.

Mit Freunden oder Familie kann ich leider nicht reden... Das hat mehrere Gründe: Zum Einen tut es mir richtig weh, wenn ich mit meiner Familie darüber rede. Ich fühle mich richtig schuldig, da sie ja auch verletzt sind (Eltern lieben ja ihre Kinder). Ich habe mit denen sowieso schon andere Probleme in der typischen Vater-Mutter-Kind-Beziehung. Momentan läuft es ganz gut mit ihnen, und damals, als sie von meinen Depressionen und dem SvV erfuhren, war die Beziehung gebröckelt und angespannt von beiden Seiten aus, von meiner und ihrer. Deswegen würde ich es lieber so belassen. Mit einer Freundin habe ich darüber gesprochen, kurz vor meinem "gesunden Jahr". Ich habe ihr einfach nur davon erzählt und sie hat mir auch etwas über sich anvertraut. Das hat uns beide glaube ich glücklich gemacht und unser Band verstärkt. Aber reden tun wir nur sehr selten darüber und meine derzeitige Situation kann ich schlecht teilen... Einfach weil ich nicht weiß was los ist, und es die anderen unnötig belasten würde. Die Außenstehenden müssen schließlich auch damit umgehen können. Eine Psychologin bringt mir nichts, wie gesagt, und ich trag diese spezielle Situation / Lage seit ein paar Monaten mit mir rum. Als ich dann auf diese Website getroffen bin, dachte ich mir: "versuch es einfach, auch wenn du selber nicht weiß, wo dein Problem ist. Vielleicht kann dir jemand helfen das Problem zu finden und zu lösen."

Heute ist ein beispielhafter Tag dafür, dass ich überhaupt keine Lust habe mich zu verletzen. Ich will eher entspannen und ein bisschen "chillen" 😀 schließlich beginnt jetzt das Wochenende.

Ich würde einfach gerne mal zeigen, was ich so schreibe, wenn ich in einer Tieflage bin:

Und du sahst mir in die Augen -
eine unendliche Weile lang.
In deinen Augen spiegelte sich das Bild
von meinen Augen.
Und ich schwor bei meiner vernarbten Haut,
dass du umwerfend aussahst.
Doch leider sah ich ein Makel -
ein winzig-kleiner Fehler an deiner Erscheinung.
Es war nicht sichtbar,
nein, es war nicht äußerlich,
niemand bemerkte es.
Es passte nicht zu dir -
an dein schönes Äußeres.
Und du sahst mich an -
der Augenblick brannte sich in mir ein.
Deine spiegelnde Augen
trafen tief in meine Brust.
Denn was ich darin sah,
waren meine Augen -
sie spiegelten sich in deinen leeren.
Und was könnte mehr bewegend sein,
als zwei blinde Augen,
die mich direkt anblickten?

Das habe ich am 9.12. geschrieben. Dies ist ein Beispiel dafür, dass ich über ein Thema schreibe, die meiner Gefühlslage ähnelt, die Situation allerdings nicht thematisiert.. Es illustriert eher eine kleine Szene, von einer Person, die einer blinden Person gegenübertritt. Welche Gefühlslage im Gedicht beschrieben wird, kann ich selber gar nicht sagen... Ich versetze mich nur in die Person hinein und "spiele" diese Szene während des Lesens. Ich versetze mich also hinein und fühle, wie die Person.
Ich wollte einfach mal ein Gedicht zeigen, keine Ahnung, was es bringen soll. Vielleicht kannst du mich dadurch näher verstehen.

Jedenfalls werde ich demnächst häufiger meine Gedanken niederschreiben, vielleicht hilft es ja.

Liebste Grüße, Lisa 🙂

Hey,

also ich finde die Idee mit dem Schreiben sehr gut. Du kannst es scheinbar gut für dich nutzen.
Vielleicht gibt es ja auch in deiner Nähe irgwo Kurse oder AG's in denen du gemeinsam mit anderen Leuten zeichnen o.Ä. machen kannst? Die vielleicht im Winter hilfreich sind, wenn du zu der Jahreszeit nicht gerne raus gehst, dann dadurch trotzdem noch mit anderen Menschen zusammen bist und wie du sagtest, in der Realität bleibst?
Du meintest, du schreibst, wenn du in einer tiefen Gefühlslage bist. Sind das dann auch die Momente in denen du dich selbst verletzt und du das Schreiben dann eher als Ersatzhandlung nimmst?

Ich verstehe, wie du deine Gedanken versuchst zu kontrollieren. Das ist auch denk ich ein guter, aber auch schwerer Weg. Manchmal kann man sich selbst nicht gut ablenken. Wenn du solche Gedankengänge nicht gerade am Abend im Bett hast, könntest du einfach aus der Situation gehen und etwas anderes machen, was dich ablenkt.
Am Einschlafen hindern dich die Gedanken ja nicht, hattest du geschrieben, sonst könntest du es in solchen Momenten mit Einschlafübungen/Entspannungsübungen versuchen?

Zu dem Verständnis von dir selbst. Hast du mal versucht die Gedanken, oder dein Verhalten, als zu dir selbst gehörig zu betrachten? D.h. auch wenn du ein sehr fröhlicher Mensch bist, dass diese Menschen trotzdem Phasen oder Momente haben dürfen, in denen sie traurig sind und ihre paar Minuten für sich brauchen. In denen sie nicht lachen wollen. Ich denke, es ist ganz normal, dass du nicht nur fröhlich sein kannst, sondern auch Momente der Ruhe brauchst und wie du geschrieben hast ruhig und für sich sind.
Oder denkst du, die anderen sind auch immer alle fröhlich und aktiv? Bzw. hast du den Anspruch an dich selbst?

Du schreibst dein Leben ist dir gerade egal? Habe ich das richtig verstanden? Gibt es denn keine Dinge, die du schön findest, durch die du sagst: ja dafür lohnt es sich zu leben, weil es mich glücklich macht?
In dem Zusammenhang könnte eine gewisse Funktionalität deines Selbstverletzens schon vorhanden sein?

Okay, du musst auch nicht mit alles darüber reden. Die Gründe kann ich sehr gut nachvollziehen.
Ich hoffe, ich kann dir etwas bei der "Problemfindung" helfen. Manchmal benötigen Dinge auch nicht unbedingt Namen, oder?

Dein Gedicht finde ich sehr schön und wenn es dir in dem Moment hilft mit deinen Gefühlen umzugehen, finde ich das sogar noch besser. Behalte dir das bei!

Ich hoffe du hattest ein schönes Wochenende!
Liebste Grüße.
Steffi