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Thema: ich weiß nichts mehr

Eröffnet am 11.12.2013 um 21:30

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Hey,

also erstmal finde ich es wirklich gut, dass du es geschafft hast, dir in dieser Situation dann Hilfe bei deiner besten Freundin zu holen und ihr alles zu erzählen, auch wenn das vielleicht nicht einfach war. Es hat dir scheinbar jedoch gut getan. Du konntest in dem Moment auch adäquat mit deinen Gefühlen umgehen, das finde ich auch super. Ich mein, du hättest dich auch zurück ziehen und dich selbstverletzen können, aber nein, du warst so mutig und hast dir Hilfe bei einer Freundin geholt und konntest über deine Gefühle reden und sogar vor ihr weinen. Ich finde, dass zeigt wie stark du bist und dass du es schaffen kannst, auch anders mit deinen Gefühlen umzugehen! Ich wünsche dir auch ganz viel Kraft, dass du das weiterhin so gut schaffst. Oder was sagst du?
Zudem freut es mich auch, dass dir das ganze noch mal mehr Kraft gegeben hat und auch Zuversicht, war denke ich eine wichtige Erfahrung.

Zu der Verdrängung, die du beschreibst.. Gibt es da eine Gemeinsamkeit an, ich sag jetzt mal Ereignissen, die du unbewusst verdrängst? Ich könnte mir vorstellen, dass es vor allem um negative Ereignisse geht und da könnte es so etwas wie eine Dissoziation sein. Das kommt nicht selten bei depressiven Menschen vor. Es funktioniert die Integration den Geschehens im Gedächtnis nicht mehr, so dass es zu fehlerhaften Abspeicherungen kommen und dann eben auch zu einer Verdrängung kommen kann. Das ist aber nur so ein Gedanke, der mir dazu kam. Ist auch eine Form des Schutzmechanismus. Ich will auch nicht alles "Pathalogisieren" oder sagen, ja das ist jetzt der Fall bei dir. Aber das wäre noch mal eine Überlegung, wo wir schauen könnten.

Gut, dass du dich dafür entscheiden konntest und auch noch mal gestärkt bist, zum Arzt zu gehen. Dafür viel Kraft!

Inwiefern meinst du die Aussage: "Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich in Zukunft mit meinem Leben machen werde."?

Habe ich gerne gemacht und wenn es dir geholfen hat und hilft, dann freut mich das umsomehr (=

Liebste Grüße,
Steffi

Hey,

tut mir leid, dass ich erst so spät antworte, aber ich hatte ein bisschen was um die Ohren und ich fühlte mich nicht bereit dazu, dir zu schreiben. Deswegen hat das etwas gedauert.

Ich hätte mich nicht selbstverletzen können, weil es ein falscher Moment war und die falschen Gefühle. Ich war wütend auf meinen Vater, nicht auf mich, weshalb sollte ich mich dann verletzen? Das hatte ich zwar überlegt, bin aber zu diesem Grund gekommen und habe es nicht getan. Wenn ich mich selbstverletze, hat es eigentlich nur mit mir etwas zu tun, und nicht Gefühle für andere oder so ähnlich. Aber ich bin auch richtig froh, dass ich es geschafft habe, es ihr zu erzählen 🙂 Ich mein, ich hab vor ihrer Tür noch gezweifelt, aber dann war ich shcon da und dachte mir "was schadet es schon". Ja, darauf bin ich schon so ein bisschen stolz, dass ich mich überwunden habe 🙂

Zu dem Verdrängen: also die meisten 'Ereignisse' sind schon negativ, und innerhalb ein paar Tage sind sie verdrängt. Nur wenn mich jemand daran erinnert, weiß ich es wieder. Aber das passiert auch bei anderen, positiven bzw. neutralen Dingen, auch wenn das geringer der Fall ist. Kommt aber auch vor. Daher weiß ich nicht genau, ob es noch zu dem Schutzmechanismus gezählt werden kann?

Die Aussage "ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich in Zukunft mit meinem Leben machen werde" bedeutet, dass ich wirklich überhaupt nicht in die Zukunft blicken kann. Normalerweise hat man ja so einen "Plan" bzw. eher eine "Richtlinie", wo man wohnen will, mit wem, welcher Job, welche Lebenssituationen usw. So diese Gedanken, die man über sein Leben hat. Bei mir sind diese weg. Ich kann nichts mehr dazu sagen. Für mich ist es zu unscharf geworden, weil ich ja gerade mit dem Gedanken zwischen Leben und Suizid schwanke. Allerdings muss ich sagen, dass die Selbstmordgedanken wieder stärker zurückgegangen sind. Ich fühle mich auch nicht mehr so nah mit dem Gefühl verbunden, unbedingt von der Welt fliehen zu wollen. Vielleicht lag es ja auch an dem Gespräch mit meiner Freundin. Allgemein sind meine Gedanken eher depressiv, als "selbstmörderisch" (ich fand gerade kein Wort dafür xD ). Allerdings kann ich es nicht auschließen, dass ich in Zukunft Selbstmord begehe (nah- bis ferne Zukunft). Diese Option ist einfach da, sie verschwindet auch nicht mehr, wo sie einmal aufgetaucht ist. Sie bleibt sozusagen als Hintergedanken fest verankert.

Am Montag war ich ja bei dem Hausarzt, und ich war nah an den Tränen. Es erstaunt mich, wie schnell das bei mir geht. Auch bei meiner Freundin habe ich sofort angefangen zu weinen. Bei dem Arzt konnte ich es gerade so unterdrücken. Oder wenn ich manchmal irgendwo bin, mit Familie oder alleine, fühle ich mich auch den Tränen nahe. Ich versuche es zu unterdrücken, nur bei meiner Freundin habe ich das Gefühl, dass ich weinen kann/ sollte.
Also ich habe jetzt eine Überweisung zu einem Fachwissenden für Neurologie/Psychatrie bekommen, also einer, der mir sagen kann, welche Therapie für mich gut wäre.
Aber ich habe Angst. Ich weiß nicht, ob ich hingehen sollte, und alleine habe ich einfach mehr Angst. Mit meiner Freundin würde ich eigentlich ungern hingehen, sie hat sowieso wenig Zeit. Ehrlich gesagt weiß ich auch nicht, ob es mir was bringt. Ich fühle mich seit Montag nicht danach, dort hinzugehen und dann eine Therapie zu beginnen.

Meine Mutter wollte unbedingt, dass ich mein Vater und sie uns zusammen hinsetzen morgen, und darüber reden, also über das, was alles so gesagt wurde bei dem Streit. Ich hab das Gefühl, dass ich dann wieder weinen muss, und das will ich nicht. Ich hoffe es kommt etwas dabei heraus und er wirft mir nicht wieder nur Sachen vor und sieht das alles zu einseitig. Mal sehen.

Ich hoffe du hilfst mir weiterhin und begleitest mich sozusagen ein bisschen, das ist mir wirklich wichtig geworden, weil es mir auch hilft 🙂
Liebste Grüße, Lisa 🙂

Hey,

ist doch kein Problem, antworte so wie du Zeit hast. Viel um die Ohren, meinst du damit Schule oder gibt es noch anderweitig Stress?

Aber es ist doch trotzdem schon mal gut, dass du es nicht getan hast. Und das sagt uns auch wieder etwas über deine Selbstverletzung, nämlich, dass du sie nur als Möglichkeit nutzt, um den "Selbsthass" dir gegenüber abzubauen? Und nicht generell, um mich negativen Gefühlen umzugehen?

Also für negative Gefühle schon, ich weis jedoch nicht, ob es dann auch bei positiven Sachen auftritt. Dissoziation tritt häufig für negative Erlebnisse auf. In Bezug auf positive Ereignisse habe ich Werder was gelesen, noch gehört, aber es könnte durchaus möglich sein.

Das du aktuell keine Pläne für die Zukunft hast, ist denk ich normal und wird sich auch wieder geben. Nur die wenigsten haben einen genauen Plan von ihrem Leben, oder dem was sie wann, wo und mit wem erreichen wollen. Und leider kommt ja auch bei Depressionen eine verzerrte Sichtweise hinzu, die sich auch auf die Zukunft auswirkt? Aber ich denke, du hast ja auch noch etwas Zeit, um deinen Weg zu finden. Letztlich kommt eh alles anders, als man denkt (; Gibts denn in naher Zukunft etwas, wo du dich entscheiden musst?

Es freut mich, dass die Gedanken weniger geworden sind. Wenn du sie auf einer Skala einordnen müsstest von 1 (gar nicht vorhanden) bis 10 (dauerhaft vorhanden), wo lägen sie dort? Und in dem Zusammenhang auch, wie wahrscheinlich ist es, dass du dich wirklich umbringen würdest. Das macht mir nämlich etwas Angst, also deine Aussage: "Allerdings kann ich es nicht auschließen, dass ich in Zukunft Selbstmord begehe (nah- bis ferne Zukunft)."

Wie ging es dir denn als du beim Hausarzt warst? Wie war es denn mit ihm zu reden und wovon hast du dich letztlich getraut zu reden. Ich möchte dir auch noch mal sagen, dass ich es wirklich gut von dir finde, dass du diesen Schritt gegangen bist und ich denke, du schaffst es auch genauso zu dem Therapeuten zu gehen. Du kannst ihn oder sie ja erst einmal kennen lernen, vielleicht passt es ja und ihr findet eine geeignete Therapie? (kurzer Einwurf: falls der Entschluss zu einer Therapie getroffen wird von euch beiden, heisst es leider nicht, dass diese sofort starten kann, v.a. nicht, falls sie tagesklinisch oder stationär sein sollte. Deswegen ist es denk ich ganz gut, wenn du dich einfach schon mal informierst und alles weitere auf dich zukommen lässt?)
Wovor hast du denn genau Angst? Also was denkst du, was schlimmes passiert?

Wieso magst du nicht mit deiner Freundin dahin? Ich denke ja, du bist auch mutig und stark genug, allein dorthin zu gehen, aber wenn es dir hilft, dann frag sie doch? Und wenn sie wirklich keine Zeit hat, dann wird sie dir das schon sagen? Vielleicht nimmt sie sich ja auch für dich die Zeit?
Wie ist dir denn grad, magst du hin oder lieber nicht?

Oh, und hattet ihr das Gespräch schon? Wie war es?

Klar helfe ich dir weiterhin. Wieso sollte ich das denn nicht mehr tun? Ich hatte dir ja glaub ich auch angeboten, dass falls du dich für eine Therapie entscheiden solltest, ich dir trotzdem noch zur Seite stehen kann, wenn du das möchtest. (=

Liebste Grüße und einen tollen Sonntag noch.
Steffi

Hey 🙂

es ist dir bestimmt aufgefallen, dass ich jetzt eine längere Zeit nicht geantwortet habe. Das liegt daran, dass ich Abstand brauchte von dem Ganzen, von dem Nachdenken, von den Überlegungen, von dem Thema allgemein, also auch von der Beratung. Es wurde mir einfach zu viel, es war der Punkt, wo ich dachte: nein, es geht nicht mehr, du musst dich abgrenzen. Na klar habe ich trotzdem darüber nachgedacht, wie ich weitermachen will, wie ich mich fühle, usw. Dank dem Abstand geht es mir ganz gut soweit, es war wie eine Erholungspause. Außerdem habe ich die ersten Tage, wo ich nicht mehr geantwortet habe, mir ganz genau überlegt, was ich mit meinem Leben tun soll. Nein, ich werde mich nicht umbringen, egal wie schlimm der Fall sein wird / sein könnte. Ich will es nicht, und das habe ich Schritt für Schritt verstanden. Erst das Gespräch mit meiner besten Freundin, wo ich es ihr von den Selbstmordgedanken erzählt habe und wie sie reagiert hat (ich kann sie nicht alleine lassen und will auch weiterhin schöne Momente mit ihr haben), dann mein Vater bei dem Gespräch, was ich mit ihm geführt habe. Es verlief gut, wir haben die Missverständnisse angesprochen und ich kam ihm auch auf der Gefühlsebene näher. Zusammengefasst: ich will mich nicht aufgeben, aber jetzt auch nicht total motiviert sagen: aktiv dagegen ankämpfen, sondern eher ruhig weiterleben, es auch vielleicht einfach auf mich zukommen lassen.

Ja, SvV nutze ich wahrscheinlich nur wegen dem Selbsthass. Ich muss aber sagen: ich habe mich glaube ich schon seit meiner letzten Antwort nicht mehr verletzt. Ich war ein paar Mal kurz davor, oder musste daran denken, aber letztendlich habe ich es sein gelassen. Ich wollte auch nicht abwägen, ob ich es nun tun solle oder nicht, sondern ich habe es einfach gelassen. Ich weiß nicht, wie lange das halten wird. Aber bis jetzt staut es sich nicht an, also das Verlangen danach 🙂

In naher Zukunft gibt es etwas wofür ich mich entscheiden muss, ja, die Ausbildung im Sommer, da muss ich mich bewerben und mich entscheiden. Das Thema habe ich die letzten Wochen bewusst liegen gelassen, weil ich mich erst um mich selber "kümmern" wollte und nicht an die Zukunft denken (wie gesagt, Abstand halten).

Ich kann jetzt entschlossen sagen, dass ich mich nicht umbringen werde. Gedanken an den Tod gibt es noch ab und zu, aber eher selten und nicht allzu konkret, also auf der Skala eher eine 1-2.

Beim Hausarzt ging es mir nicht ganz so gut, ich war kurz vorm Weinen, irgendwie bin ich sehr zu empfindlich, als dass ich es erzählen könnte. Aber naja. Er hat mir ja eine Adresse genannt, aber ob ich wirklich dahin gehen will... Im Moment eher nicht, vielleicht irgendwann einmal, aber in naher Zukunft nicht (selbst wenn meine Freundin mitkommen würde). Ich brauche Abstand, ich will nicht nur darüber nachdenken und so etwas. Na klar darf man es auch nicht ignorieren, aber das tue ich nicht. Ich nehme es eher an, dass ich depressiv bin. Ich komme zur Zeit auch ganz gut klar, versuche mir immer einen groben Essensplan zu machen, raus zu gehen / Sport zu machen, mehr zu schlafen. Damit es mir besser geht und ich etwas entspannen kann. Wahrscheinlich macht mir das alles sonst immer Druck, oder Stress. Deswegen versuche ich weiterhin dort weiterzumachen.

Also ganz glücklich bin ich natürlich jetzt nicht, aber es geht mir auch nicht schlecht, also eher neutral. Es ist mir auch nicht alles so wichtig, manches sehe ich etwas lockerer (z.B. Schule). Ich weiß auch nicht, wann ich dir wieder antworte, wie gesagt, wegen dem Abstand nehmen. ^_^

Liebste Grüße, Lisa 🙂

Hey,

ja, hatte ich mitbekommen, aber ich dachte mir schon, dass du ein bisschen Zeit für dich brauchst. Es freut mich, dass es sich bei dir so positiv entwickelt hat und du neue Kraft gefunden hast! Ich wünsche dir, dass du das weiter für dich behalten kannst (=
Auch, dass du dich nicht mehr selbst verletzt finde ich echt super.
Wenn du erst einmal Abstand nehmen magst, ist das vollkommen in Ordnung. Auch, wenn du erst einmal keine Therapie machen möchtest. So lange es dir dabei gut geht.
Dann hoffe ich, dass du deinen Weg gehst und es dir dabei gut geht. Wenn du der Meinung bist, du brauchst wieder Hilfe oder ähnliches, dann melde dich einfach!

Liebste Grüße,
Steffi