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Thema: ich weiß nichts mehr
Hey,
bei dem Wort hatte ich auch überlegt, wie ich das formulieren kann, muss ich ehrlich gestehen (;
Ich meinte es so in der Art, ob es vllt. nicht auch ganz gut ist, dass wenn es dir jetzt besser geht, du evtl. mehr Motivation/Antrieb hast, diesen zu nutzen und dir auch vor Ort Hilfe zu holen?
Deine Gedanken, was sich dahinter versteckt finde ich sehr gut, dass wären auch so die Dinge, die mir so eingefallen wären. Welchen Gedanken kannst du denn davon am besten für dich selbst annehmen? Ist es wirklich dieses: "es ist mir egal, sollen es alle anderen ruhig sehen", oder doch eher das "ich brauche Hilfe, erkennt doch endlich von selbst, dass es mir nicht gut geht?"
Klar spielen sich diese Gedanken eher unbewusst ab, deswegen wollte ich die Sache ja hinterfragen.
Zum annehmen, des SvV. Denkst du nicht, du hast es schon für dich angenommen? Du sprichst ja beispielsweise hier darüber und beschäftigst dich viel damit. Ich habe schon das Gefühl, dass du es als etwas zu dir gehöriges siehst. Vielleicht ist das ja auch etwas, was dich denken lässt du bist ein Fehler?
Zur Zielformulierung:
Also erst mal zu deinem Essverhalten. Auch wenn es nicht sofort super geklappt hat, finde ich es richtig super von dir, dass du es versucht hast, dir auch nur wenig nachgenommen hast (sonst hast du dir wahrscheinlich immer viel nachgenommen?) und nicht aufgibst, es dir wieder vornimmst. Ich denke, dass ist schon gut so, wenn du es dir immer wieder vor der Mahlzeit sagst, vornimmst und versuchst umzusetzen. Und wenn es mal nicht klappen sollte, trotzdem dran bleiben! Finde ich wirklich gut (=
Auch finde ich es gut, dass du deiner Mutter einen dezenten Hinweis gegeben hast. Hat sie denn was dazu gesagt?
Also halten wir fest, Ziele bzgl. des Essverhaltens:
1. Ziel: Plan vor den Mahlzeiten machen: Was möchte ich essen?
2. Ziel: Plan einhalten
(diese Ziele dienen ja einem Übergeordneten Ziel: Essverhalten normalisieren und nicht zur Gefühlsregulation nutzen)
Versuch das mal bitte weiter und gib Rückmeldung, wie das funktioniert (=
Dann noch ein Ziel, was du jetzt formuliert hast:
In gesundem Maße Sport treiben. Das könntest du dir jetzt noch konkreter Formulieren:
Vorschlag von mir (aus deinem Geschriebenen):
Ziel: mindestens 1x pro Woche ins Fitnessstudio gehen und 1x die Woche spazieren.?
Dann haben wir noch das größte und aktuell wahrscheinlich auch schwierigste Ziel:
Die Depression loswerden?
Was fallen uns denn da für Teilziele ein, die helfen könnten?
Eins hast du schon gesagt:
Ziel: Hausarzt kontaktieren
Damit im Zusammenhang schriebst du: über deine Probleme reden (erstmal unabhängig mit wem)
Das ist auch ein gutes Teilziel finde ich. Dazu könntest du dir vllt. mal eine Situation raussuchen, in der du gerne mit anderen reden würdest und wir überlegen mal, was so deine Gedanken sind, wie die Reaktion der anderen sein könnte und was es dir vllt erleichtert?
Dann denke ich, dass das Ziel mit dem Sport auch ganz gut hierunter passen könnte.
Vllt. kannst du noch mal überlegen, was dich noch an der Depression stört (vllt auch bei der Contra-Liste noch mal schauen) und du ändern möchtest?
(Ich würde dir ungern Ziele vorgeben)
Trotzdem noch kurz zwei Fragen zum SvV, auch wenn du es erstmal behalten möchtest.
Wie oft verletzt du dich denn noch selbst? Kamst du irgwie mit den Skills weiter?
Ich drück die Daumen für die Klausur, hoffe sie ist gut gelaufen (=
Liebste Grüße,
Steffi
Hey,
Der Antrieb ist im Laufe der Tage wieder etwas gesunken. Ich
fühle mich wieder nur lustlos ohne jegliche Motivation. Deswegen
erscheint mir das vor Ort Hilfe zu holen zu schwer. Allerdings habe ich
(recht spät...) letztens gesehen und erfahren, dass eine meine Freundin
sich mal geritzt hat. Ich überlege, ob ich mit ihr darüber reden soll
und ich denke es erscheint mir dann nicht so schwer, wie bei jemanden,
der nicht eigene Erfahrung hat und es möglicherweise nicht verstehen
kann. Ich will unbedingt mit ihr reden (das wäre ja auch das Ziel mit
jemanden zu reden zu erreichen).
Bezüglich der Gedanken: ich
denke, es ist ein Mittelding. Diese "völlig-egal" Einstellung ist zu
übertrieben, obwohl es mir wirklich nicht so wichtig ist, ob andere es
sehen können. Und dass ich unbedingt Hilfe möchte, ist auch etwas
übertrieben, da ich es an meinem Arm verstecke (Pflaster, Pullover) so
gut es geht. Daher liegt der Grund glaube ich in einem mittleren
Bereich.
Das stimmt, es gehört zu mir, eigentlich schon zu meiner
Person an sich. Es ist ein Teil von mir und daher erscheint es mir auch
so schwer zu glauben, dass ich dagegen ankämpfen soll. Daher habe ich es
auch angenommen, das stimmt. Nur zeige ich es jetzt auch öffentlich,
theoretisch gesehen, und verstecke es nicht. Also habe ich es so
angenommen, dass dieser Teil auch ok ist zu zeigen; ich selbst sein.
Dass es mich denken lässt, dass ich ein Fehler bin, ist nicht so. In
meinen Augen ist es nicht negativ, sondern einfach etwas, womit ich mit
mir selber besser klarkomme, auch wenn es die falsche Weise sein soll...
Ein Zwischenstand zu meinem Essverhalten:
So
einfach wird es glaube ich nicht, das Ziel zu erreichen. Aber ich
versuche es wirklich, auch wenn es meist nicht vollständig klappt.
Trotzdem will ich es so weiterhin probieren.
Mit dem Sport, naja, klappt noch nicht ganz, aber wird schon.
Mit
den Depressionen guck ich mal, was es bringt mit meiner Freundin zu
reden. Ich war echt überrascht, weil ich ihre Narben an ihrem Arm noch
nie gesehen habe, sie sind schon etwas verblasst. Dass irgendetwas mit
ihr ist, habe ich mir schon gedacht (nicht im bösen Sinne), weil man
sagt ja "die fröhlichsten Menschen sind oft die kaputtesten". Mal sehen,
wann ich mit ihr reden kann und was es bringt.
Wie oft verletze
ich mich noch selbst; alle paar Tage ungefähr. Zumindest ab und zu immer
ein leichtes Kratzen, dass nur in dem Moment schmerzt, aber keine
Narben hinterlassen. Mit den Skills kam ich nicht weiter, vor allem
auch, weil ich mich selbstverletzen [i]will[/i]. Ohne SvV käme ich mir im Moment "nackt" vor, vollständig hilflos.
Die Klausur war in Ordnung 😀 Mal sehen, ich krieg sie Dienstag wieder.
Liebste Grüße, Lisa 🙂
Hey,
mit Hilfe vor Ort holen, was denkst du denn wie sehr es dir helfen würde und wie sehr möchtest du es denn überhaupt?
Zu deiner Freundin: Wie gut kennt ihr euch denn und wieso willst du unbedingt mit ihr reden? Vielleicht können wir ja überlegen, wie du es am besten ansprechen kannst und was es für Konsequenzen hätte? Hast du es gesehen, oder hat sie dich direkt darauf angesprochen? Ich finde es gut, wenn du dir da jemanden gesucht hast, mit dem du dich austauschen und dem du dich anvertrauen kannst. Allerdings sehe ich auch ein kleines Risiko bei der Sache.
Natürlich ist es schwer gegen etwas von dir selbst anzukämpfen, da es ja auch eine gewisse Funktion hat. Deswegen ist es okay es ERSTEINMAL beizubehalten und eher das dahinter liegende Problem zu bearbeiten, also auch andere Dinge im Emotionsumgang zu suchen und zu üben.
Ich finde deine Einstellung bzgl. deines Essverhaltens wirklich gut und dass du auch daran festhältst und nicht aufgibst. Vielleicht kannst du ja mal bewusst beobachten, wann es gut klappt und wann nicht? Das wir da evtl. noch etwas besser daran arbeiten können oder auch hier so etwas wie Skills versuchen zu finden?
Kannst du das irgwie nähe beschreiben, mit den "nackt" vorkommen und vollständig hilflos?
Aber es klingt ja schon mal so, als ob sich die Intensität etwas geändert hat? Kannst du dir vorstellen woran das liegt?
Liebste Grüße,
Steffi
Hey,
ich weiß nicht, wie viel es mir helfen würde, vor Ort Hilfe zu suchen... Die Therapeutin damals hat mir auch nichts gebracht, und mit nichts meine ich auch 0%. Letztendlich sprach sie am Anfang nur so Routine-Sachen ab, ich konnte auch nicht immer offen zu ihr reden, wenn wir mal nebenbei über etwas gesprochen haben. Vor allem ging es mir immer relativ gut wenn ich einen Termin hatte, Zufall. Es endete damit, dass sie meinen Eltern Schwachsinn erzählt hat, und hätten meine Eltern das gemacht wäre es schlimmer geworden. Ich weiß noch, ich sagte ihr: 'wenn sie mit meinen Eltern beim nächsten Termin alleine reden, erklären sie ihnen was Depressionen sind und wie sie mit mir umgehen können'. Sie hat es nicht getan -.- Ob mir das also helfen würde, selbst wenn es bei einem anderen Therapeuten ist, weiß ich nicht. Ehrlich gesagt zweifle ich daran. Andererseits bin ich an einem Punkt angekommen, wo ich alleine es nicht mehr schaffe. Das kann man auch daran erkennen, dass ich mir hier bei dir Hilfe suche. Mit einer Person kann ich nicht darüber reden, und mit meiner Freundin mit den Narben, da weiß ich auch nicht so recht, ich habe ein paar Zweifel bekommen... Dann bliebe ja nur noch wieder ein Therapeut. Hm...
Also noch einmal zu dieser Freundin: Wir kennen uns ganz gut, privat treffen wir uns eher weniger. Sie ist sozusagen eine 'Schulfreundin'. Eigentlich wollte ich mit ihr reden, weil sie es kennt, das mit dem SvV. Ich habe ihre Narben noch nie bemerkt, die sind auch etwas verblasst, aber letztens fielen sie mir auf. Ich hab sie nicht darauf angesprochen, aber jemand anderes und sie sagte daraufhin, dass sie es nicht mehr tun würde. Ich erhoffe mir eigentlich Verständnis von ihr, wenn ich mit ihr rede.
Wie gesagt, ich bin etwas unsicher, ob ich wirklich mit ihr darüber reden soll. Vertrauen tu ich ihr aber und sie mir, das weiß ich.
Wegen dem Essverhalten: in letzter Zeit klappt es überhaupt nicht. Ich 'stopfe' mich wieder voll. Versuchen tu ich es trotzdem immer wieder, aber es klappt irgendwie nicht, ich bin ein bisschen pessimisstisch eingestellt... (ich habe ja jetzt mehrere Sachen probiert, von krankhaft versuchen abzunehmen bis zum gesunden versuchen das essverhalten zu ändern). Nichts funktioniert. Ich schätze es ist für mich schon zu Selbstverständlichkeit geworden, anderseits deprimiert es mich immer wieder. Wie gesagt, ich fühle mich in meinem Körper fremd (z.B. das Spiegelbild, das wir mal angesprochen hatten).
Mit dem "nackt und hilflos vorkommen":
Also, in den letzten ~3 Tagen habe ich mich am Unterarm verletzt, stärker (diesmal mit Klinge) und es wird wahrscheinlich Narben hinterlassen.
Ich käme mir "nackt + hilflos" vor ohne SvV, damit meine ich, dass es irgendwie das Einzige ist, was mir bleibt. Das klingt ein bisschen merkwürdig, weil es ja theoretisch nicht stimmt. Es fällt mir gerade ein bisschen schwer, das in Worte zu fassen.
Es ist irgendwie das Einzige, was mir wirkliche Freude bereitet, die länger anhält, als z.B. ein toller Moment mit Freunden oder sowas. Ich kann auch an fast nichts anderes denken, als an meine Depressionen/ SvV/ Essverhalten/ oder mit dem Tod befassen. 'ich kann nicht mehr'; der Satz, der mich schon seit Monaten wieder verfolgt. Ohne das Selbstverletzen könnte ich es einfach nicht durchstehen, habe ich das Gefühl. Es ist das Einzige, was mir geblieben ist, was ich selber bestimmen kann. Alles andere ist von den Umständen/ Zeit/ Ort/ Umfeld abhängig; sei es eine Freizeitbeschäftigung, wie z.B. Malen oder das Lernen, und anderes. SvV ist unabhängig davon. Egal wo man ist, wenigstens kann man sich mit den Fingernägeln an den Händen festkrallen. Ich kann selber entscheiden, wann, wo, wie ich es machen will. Es ist meins. Es gehört zu mir. Es ist das Einzige, wo es für mich kein falsch und richtig gibt. Ich könnte es theoretisch bereuen, aber ein Fehler ist es nie, es ist auch nicht richtig, es ist einfach, wie es ist. Bereuen tue ich es auch nicht, ich liebe meine Narben.
Was auch ein bisschen problematisch wird; ich würde mich gerne an mehreren Stellen verletzen, aber dann könnte es gesehen werden. Die Anderen sind mir egal, es geht hauptsächlich um meine Eltern, die es mitkriegen würden. Irgendwann muss ich ihnen bestimmt wieder beichten, dass ich wieder einen Rückfall habe... Und andere Leute aus meiner Familie, die nicht davon wussten, werden es dann bald wissen, wahrscheinlich...
Ich weiß nicht, wie ich dann damit leben kann. Das letzte + erste Mal, wo meine Mutter es gesehen hatte an meinem Bein, bekam ich Suizidgedanken. Nach einer langen Zeit ging es aber wieder (das war kurz vor der Psychologin).
Ich weiß nicht, wie ich weiter vorgehen soll. Es funktioniert ja nahezu nichts und ich habe das Bedürfnis, mich alleine in einen Raum einzusperren mit meiner Klinge. Ohne jegliche Pflicht für etwas. Nur für mich da zu sein. Außerdem ist es auch schwer, weil der Wille, dagegen anzukämpfen, noch nicht wirklich hervorgekommen ist. Normalerweise hat es immer geklappt, aber diesmal scheint es nicht zu klappen.
Liebste Grüße, Lisa 🙂
Hey,
ich kann verstehen, dass du deine Zweifel hast noch mal eine Therapeutin aufzusuchen. Die Erfahrungen die du schilderst sind echt doof. Trotzdem würde ich dich gern dazu ermutigen, da ich mir vorstellen könnte, dass du eine findest, der du vertrauen kannst und die wirklich auf dich eingeht. Vllt wägen wir da auch noch mal Vor- und Nachteile ab?
Was wäre denn das schlimmste was passieren könnte, wenn du es versucht? Und was könnte auf der positiven Seite passieren?
Zu deiner Freundin (ja das kommt jetzt vielleicht komisch), aber vllt. sollten wir auch da die Vor- und Nachteile abwägen. Was könnte passieren, wie würde es dir dabei gehen? Es gibt leider nie nur Vor- oder Nachteile und ich möchte dir dabei helfen, eine für dich gute Entscheidung zu treffen, deswegen ist es in beiden Dingen wichtig, denke ich.
Zum Essverhalten: Gibt es denn Situationen, in denen es leichter geht? Die letzten Wochen hat es ja geklappt? Was war da beispielsweise anders?
Zu deinem Selbstverletzen: Was hat dir denn damals geholfen? Es gab ja schon mal eine Zeit, in der du es nicht gemacht hast.
Was mir noch auffällt, ist dass du nach Kontrolle suchst und die zum Einen durch das SvV und zum Anderen durch das Essen auch bekommst. Es kann sein, dass dahinter auch ein größeres Bedürfnis nach Kontrolle liegt. Evtl. hat sich das verschoben? Beispielsweise, dass du versuchst, den Weg zu gehen, den deine Eltern für dich wollen und nicht deinen eigenen Weg? Das sind natürlichh nur Spekulationen.
Es gibt gar nichts weiter zZ was dich glücklich macht? Auch nicht das Malen oder Rausgehen? Sport?
Auch zu deinen letzten Aussagen, was hat sich denn verändert, dass es nicht klappt? Kannst du dir Dinge vorstellen, die du nur für dich machen kannst, die nichts mit SvV zu tun haben, dir trotzdem gut tun? Oder was es dir zZ so schwer macht? Was dich extrem belastet?
Das macht mir auch ehrlich gesagt ein bisschen Angst, dass du diese Gedanken hast. Deswegen würde ich dir auch noch mehr empfehlen, dich auch vor Ort vorzustellen, auch wenn ich gerne weiterhin für dich da bin.
Hat sich sonst etwas bei dir verändert? Mir ist aufgefallen, dass du seltener Antwortest als noch am Anfang? Hat das irgendwelche Gründe? (Diese Fragen sollen dich keinesfalls unter Druck setzen. Wir gehen in deinem Tempo voran (; Es ist mir nur aufgefallen.)
Liebste Grüße,
Steffi
Hey,
Zur Abwägung:
Vorteile oder was auf der positiven Seite passieren könnte:
Ich würde eine geeignete Therapeutin finden, meine Eltern und niemand würde es erfahren. Ich würde zufrieden sein mit den Therapiestunden. Ich würde vielleicht das dahinterliegende Problem herausfinden (es ist mir noch nicht ganz klar, woher meine negative Einstellung zu mir selbst kommt, z.B. warum wäge ich so oft zwischen falsch und richtig ab - warum ist es meistens falsch?). Ich könnte an mir vielleicht (!) besser arbeiten.
Nachteile oder was das schlimmste passieren könnte:
Es wird wie damals, unzufrieden mit der Therapeuten, den Therapiestunden und man würde meine Eltern informieren. Sie würden es also erfahren. Dadurch fällt die Behandlung deutlich schwerer, alles fällt schwerer, alles würde schlimmer werden und ich sehe bei mir die Angst, dass ich dann nicht damit klar kommen werde. Oder es würde mir einfach nichts bringen. Wie gesagt; das Schlimmste was passieren kann, wäre, wenn meine Eltern davon erfahren würden.
Wegen meiner Freundin, da bin ich mir eigentlich relativ sicher, dass ich doch nicht mit ihr reden will. Ich weiß nicht, ich glaube sie ist nicht unbedingt die falsche Person dafür, aber irgendwie will ich es nicht, dass sie mein Inneres sieht. Am liebsten würde ich es keiner nahestehenden Person erzählen, oder eine die ich kenne. Deswegen würde ich auch nicht weiter darüber abwägen wollen, es geht mir jetzt eher wieder um den Hausarzt, dass er mich vermittelt. Ich denke, es könnte nichts schaden, zu ihm hinzugehen und nachzufragen. Auftauchen muss ich bei den Psychologe dann ja nicht. Nur erst einmal ganz kurz und undetailliert meine Situation schildern und mal sehen, was er sagt.
Zum Essverhalten: DIe letzten Wochen hat es ja nicht vollständig geklappt, nur mehr oder weniger. Anders war, wie ich es mir auch schon gedacht hatte, dass ich jetzt Schule habe. Auch bin ich manchmal alleine und esse dann auch mehr, egal ob ich hungrig bin oder nicht. Wie vermutet; wenn ich alleine bin oder Schule habe. Es hat sich eig. nichts geändert, klar versuche ich es noch, das mit dem Plan. Ich nehme es mir vor, und dann selbst mit dem Wissen "du wolltest nur so viel essen, bis du satt bist" habe ich mir nachgenommen.
In der Zeit, wo ich es nicht getan hatte, die "gesunde Phase", da habe ich es verdrängt. Am Anfang kamen mir die Gedanken gar nicht erst, ich habe etwas unternommen, Sport gemacht, und so was. Irgendwann kamen so Gedankenblitzer an SvV, die ich dann verdrängt habe.
Etwas unternehmen, Sport, usw., das habe ich ja auch jetzt versucht, geholfen hat es aber kaum. Es kommt mir vor, als sei es mit den Jahren stärker geworden, mehr ein Teil von mir.
Die Kontrolle zu wollen, das war auch mein Einfall, der mir bei der letzten Nachricht kam. Es ist nämlich etwas, wo nur ich darüber entscheiden kann. Es ist mein Körper. Ich darf damit machen was ich will, so ungefähr. Da hat mir niemand etwas zu sagen, es ist nur meine Angelegenheit. Vielleicht brauche ich das dann so sehr, weil ich sonst ja nichts kontrollieren kann. Zum größten Teil ist es einfach, wie ich mein Leben führen muss, nicht von meinen Eltern ausgehend, von der Gesellschaft. Ich MUSS zur Schule, selbst wenn ich mich dort nicht richtig entfalten kann. Ich MUSS mir viele Gedanken über die Zukunft machen, z.B. Ausbildung. Ich MUSS meine Freizeit mit Hausaufgaben, Einkaufen, sonst was verbinden. Ich MUSS mein Äußeres so pflegen, wie de Gesellschaft es annimmt. Ich MUSS versuchen mich so zu verhalten, wie man es erwartet, z.B. die Selbstkompetenzen die man in der Schule lernt und Sozialkompetenzen. Ich MUSS Kontakte pflegen, um sie nicht zu verlieren. Ich MUSS so leben, wie man es gerne sehen würde und erwartet, es zumindest anstreben.
Im Grunde habe ich über kaum etwas die Kontrolle, auch wenn man jetzt sagen könnte, du MUSST nicht; denn irgendwie ja schon. Sonst wird man verstoßen, man wird abgelehnt, man bekommt keinen guten Job, man verliert Kontakte und und und. Man kann auch einwenden; nein du kannst so sein, wie du willst und wie du es für richtig hälst und wie du bist. Naja, das stimmt auch wieder nicht ganz, es wird ja alles vorgegeben, die Werte und Normen der Gesellschaft. Wenn man also nicht alleine sein will und auch nicht krank werden will von der Ablehnung, MUSS man es so tun, wie es erwartet wird.
Nein, Malen, Sport, Rausgehen, Treffen, Lesen, nichts bereitet mir im Moment glückliche Momente. Vielleicht ein bisschen, aber Lust habe ich darauf nicht wirklich. Eigentlich habe ich auf nichts Lust, außer zu Schlafen, weil ich immer so müde bin.
Ich weiß nicht, was sich verändert hat, dass es nicht klappt. Ich bin einfach so lustlos, wie ich es noch nie war. Eigentlich mochte ich immer Ablenkung, auch wenn ich mich damals gerne dem Alleinsein gewidmet habe. Aber da hat es geklappt, ich bekam den Willen, dagegen anzukämpfen. Jetzt ist es so, als ob ich einfach gesunken bin, und es so wollte, und es so hinnahm. Mich belastet auch am meisten mich selber. Mir fällt es auch schwer, zu mir selbst wiederzufinden, wenn ich sehe, dass andere mich nicht für so wichtig halten, wie z.B. andere Freundinnen. Dadurch fühle ich mich ein bisschen allein, schlecht. Ich sehe, ob es nun das blind-sein ist oder nicht, dass all meine Bemühungen, dazu zu gehören, offener zu werden (weil die Gesellschaft es so lieber mag, als nur ruhige Nebenpersonen), nichts gebracht haben. Ja, das ist auch ein größeres Problem, dass ich mich alleine fühle und nicht so ganz dazugehöre.
Dass ich seltener antworte, ist mir nicht direkt aufgefallen. Vielleicht liegt es daran, dass es mir schwer fällt, so detailliert mich zu verstehen zu versuchen und dir dann antworten. Andererseits kann es auch daran liegen, dass ich über die Fragen nachdenke, aber nicht direkt antworte. Vielleicht fällt es mir einfach schwerer, je mehr auch die Lustlosigkeit kommt, desto leerer fühle ich mich. Deswegen antworte ich auch nicht jeden Tag, weil ich immer ein bisschen Zeit brauche umd darüber nachzudenken.
Achja, und wegen dem Hausarzt. Was genau soll ich da sagen? "Ich möchte dass sie mich vermitteln, ich habe Depressionen und ein paar andere Probleme, war schon einmal in Behandlung und es hatte nichts geholfen und jetzt ist es schlimmer geworden und ich brauche Hilfe" ? So ungefähr?
Liebste Grüße, Lisa 🙂
Hey,
zu den Vor und Nachteilen:
ein großer Vorteil gegenüber der Beratung hier ist eben auch, dass die Therapeutin ganz anders mit dir arbeiten kann, einfach weil ihr euch gegenüber sitzt, man gemeinsam was aufschreiben kann und auch mal paar Übungen durchführen. Und ich denke auch, dass man dann intensiver auch an einem Thema arbeiten kann, weil man ja direkt im Dialog ist. Von der Seite her, würde ich es dir eben auch empfehlen.
Dass du unzufrieden bist mit der Therapeutin kann durchaus vorkommen, dass kann man nie 100% ausschliessen, aber nur, weil es einmal schief gegangen ist, muss es nicht immer schief gehen (;
Mit deinen Eltern, dass kann ich teilweise verstehen. Ich weiß ja nicht 100%ig wie es beim letzten Mal ablief. Allerdings könnten sich daraus auch Vorteile ergeben. Sie könnten dir eine Stütze sein, beispielsweise bei den Mahlzeiten. Aber dass kannst du ja dann mit deiner Therapeutin besprechen, ob und wenn ja über was ihr deine Eltern informieren wollt.
Hatte ich dir schon mal eine Selbsthilfegruppe vorgeschlagen? Bin mir da leider grad nicht mehr sicher. Das wäre noch eine Möglichkeit. Es sind Jugendliche, denen es auch so geht, mit denen du dich austauschen kannst und die du nicht direkt kennst. Vllt könnte das auch helfen?
Das Problem an Verdrängung (in Bezug auf dein SvV) ist leider auch, dass es zwar anfangs ein sehr guter Abwehrmechanismus ist, aber irgwann bei ausreichender Reizkonfrontation auch nicht ausreicht und ins Gegenteil umschlägt. Wenn ich dir jetzt beispielsweise sage: Versuche mal in der nächsten Minute nicht an einen blauen Elefanten zu denken, der durch dein Zimmer stampft. Was passiert dann in der Minute? (=
Vielleicht könntest du auch sowas versuchen wie Imaginationsübungen. Da gibt es beispielsweise eine, in der man angeleitet wird, einen sicheren Ort sich zu schaffen, an den man immer gehen kann, wenn es einem schlecht geht. Das hätte ich auch gerne mal mit dir versucht, aber ist per Online-Beratung schlecht. Vielleicht kannst du da ja auch selbst mal schauen, wobei das allein eben schwierig ist durchzuführen )=
Zu dem MUSS in deinem Leben. Klar, du MUSST zur Schule, ABER du kannst dir danach aussuchen, was du gerne arbeiten möchtest. Ob du gerne ein Studium machen magst und wenn ja welches, oder lieber eine Ausbildung und wenn ja, als was. Da gibt es ja niemanden, der dich einschränkt? Da hast du also schon Kontrolle drüber.
Deine Verbindung der Freizeit: klar, MUSST du Hausaufgaben machen und MUSST einkaufen gehen, ABER den Rest deiner freien Zeit kannst du so gestalten, wie du es möchtest (außer natürlich andere Verletzten, am besten dich selbst auch nicht). Da hast du Wahlmöglichkeit und die Kontrolle, was du machen magst. Ob du zum Sport gehst, oder liest, oder in einen Schreibkurs gehst, eine Sprache lernst, malst. Was auch immer dir Spaß macht. Deine Entscheidung!
Dein Äußeres MUSST du in gewisser Weise schon pflegen, ABER auch hier hast du Wahlmöglichkeiten und Kontrolle: du kannst dir beispielsweise aussuchen welche Haarfarbe du hast, ob du sie lang oder kurz trägst, welche Sachen du gern anziehst ect. Es gibt ja keinen festgelegten Typ, so dass alle Menschen gleich aussehen müssen.
Ich will dir damit nur zeigen, es gibt zwar ein gewissen MUSS, welches von der Gesellschaft kommt, die eben gewisse Regeln stellt. ABER es ist nur ein Rahmen, der notwendig ist, um das Zusammenleben zu ermöglichen. Ohne diese Regeln, aber auch die ganzen Freiheiten, in denen du die Kontrolle hast, die du gestalten kannst, würde es eben nicht funktionieren. ABER du hast auf jeden Fall Dinge, die DU KONTROLLIEREN KANNST. Du kannst sogar in gewissem Maße andere Menschen durch dein Handeln beeinflussen!
Hast du denn schon einmal drüber nachgedacht, ob es andere Gesellschaften/Kulturen gibt, mit denen du dich eher identifizieren kannst?
Wie viel schläfst du denn momentan? Nimmst du dir zwischendurch auch Pausen für dich selbst? Das ist ganz wichtig! Wo du einfach nur für dich da bist! (Kontrolle in dem Moment hast, über das was du machst)
Inwiefern halten denn andere dich für nicht so wichtig? Ich könnte mir auch vorstellen, dass es anderen schwerer fällt auf dich zu zu gehen, sich dir anzuvertrauen, einfach eine engere Bindung zu dir aufzubauen, weil du deine Gefühle, Probleme ect zurück hälst? Klar, du bist für sie da, aber sie wissen vllt nicht, was in dir vorgeht und wie sie mit dir umgehen sollen? Und wenn Menschen unsicher im Umgang sind, wenden sie sich lieber ab?
Ich meine damit nicht, dass du raus in die Welt gehen sollst und alles erzählen sollst, dass du dich selbst verletzt. Sondern einfach auch kleine Dinge so im Alltag, oder wenn du mal ein Problem in der Schule hast, es dir schlecht geht. Redest du darüber? Klar ist die Basis dafür Vertrauen, aber es kann auch wieder Vertrauen schaffen bzw. weiter ausbauen..?
Das ist vollkommen in Ordnung, wenn du da länger drüber nachdenken willst. Es ist kein einfacher Prozess sich selbst auf den Grund zu gehen. Kann ich voll und ganz nachvollziehen. Wollte nur wissen, was dahinter steckt (=
Zum Hausarzt: Ich denke, das ist okay. Ihm einfach zu sagen, es geht dir nicht gut, es wurde schlimmer. Du warst schon mal deswegen in Therapie, aber kamst mir der Therapeutin nicht klar und würdest es vllt. gern mit einer anderen versuchen. Ihm aber auch sagen, dass du nicht möchtest, dass deine Eltern das erfahren. Und dann schau einfach, wie er reagiert. Vllt. wird er fragen, warum du dich als depressiv sieht, dann kannst du ihm ja ein paar Kriterien erzählen.
Die meisten Hausärzte überweisen dann, weil sie selbst nicht 100%ig über psychische Störungen bescheid wissen. Wenn du magst, kannst du auch das Essproblem mit ansprechen.
Wo ich hart bleiben würde, wenn er dir nur Medikamente verschreiben möchte. Das löst dein Problem meiner Meinung nach nicht, da dir die "Aufarbeitung" gut tun würde.
Du kannst mich da ja auf dem Laufenden halten?
Liebste Grüße,
Steffi
Hey,
Ich denke, ich habe mich entschieden, es noch einmal mit einer Psychologin zu versuchen. Ich werde dann Montag zum Hausarzt gehen und mich vermitteln lassen. (Also keine Selbsthilfegruppe, oder mit Freundin darüber reden) Ich habe meinem Kumpel (mit dem ich immer chatte) davon erzählt, also dass es mir schlechter geht. Er weiß eigentlich fast immer so grob Bescheid. Er ist meine Stütze, auch wenn es schwer ist, weil er nunmal woanders wohnt. (Wenn es klappt kann ich ihn dieses Jahr besuchen 🙂 ) Er sagte mir, ich habe ihm mal versprochen, wieder eine Therapie zu machen, es zumindest zu versuchen. Das hab ich vergessen, aber ich werde es versuchen. Ich hoffe es funktioniert, weil eigentlich wollte ich schon diese Woche hingehen, aber irgendwie hat meine Laune nicht gepasst und ich wollte nicht... Aber diesmal will ich einfach hin, egal ob ich dann letztendlich doch nicht mehr will.
Das Verdrängen, also der Abwehrmechanismus, ist mir auch so aufgefallen, wie du es beschrieben hast. Es kam alles zurück, nur schlimmer, als sonst. Allerdings ist mir auch aufgefallen, dass ich automatisch etwas verdränge, ohne es zu beabsichtigen oder zu wollen. Es passiert einfach. Ich weiß nicht genau warum und ob das überhaupt dann noch zu Verdrängen zählt, wenn man es selber nicht will.
Na klar gibt es immer etwas, was ich kontrollieren kann. Deswegen auch das 'aber'. Jedoch bin ich stark eingegrenzt und ich fühle mich oft nicht passend. Das Kontrollieren ist aber kein .... Hauptgrund, Hauptursache, oder wie man es auch nennen will, für SvV Depressionen. Es ist eher eine kleine Nebensache, die mich am Leben stört. Diese EIngrenzungen machen das Leben nicht unbedingt schöner.
Also wenn ich meine Freunde z.B. in der Schule sehe, dann sage ich schon Sachen wie: "ich kann nicht mehr. ich will nach hause. äääätzend." oder sowas xD so typische Sachen, die man in der Schule sagt, weil man so müde ist und es kalt ist. Also ich bin nicht immer nur der "happy Klotz". Teilweise rede ich auch über so "Probleme" im Alltag oder so. Naja, vielleicht kann ich es einfach nicht einschätzen, wie andere zu mir stehen. Ehrlich gesagt fällt es mir sehr schwer gerade, eine Antwort zu finden. Ich würde es lieber dabei belassen, weil mir diese Thematik zu schwer ist.
Meine Verletzungen werden am Arm schlimmer, aber sie sind nur am inneren Handgelenk so in dem Bereich, also noch nicht viel oder direkt sichtbar. Mir ist aufgefallen, dass es nicht wirklich schmerzt. Nur so ein bisschen. Und es stört mich nicht wirklich. Vielleicht geht es nicht nur um den Schmerz? Das ist jetzt nur hypothetisch gedacht. Oder ist der Schmerz für mich einfach normal geworden, dass ich ihn nicht mehr so dolle spüre?
Meine Suizidgedanken waren eigentlich stark zurückgegangen letzte/ diese Woche, aber sie kamen jetzt wieder nach ein paar Tagen. Im Moment möchte ich irgendwie nicht mehr.
Was ich loswerden wollte: letztens hat mich mein Vater wieder angeschrien und mir ist jetzt sehr deutlich bewusst geworden: er ist auch teils Schuld an meiner psychischen Störung. Er hat mich damals immer berichtig als Kind, immer, und immer "Moralpredigen" gehalten, er wollte mich immer belehren, immer korrigieren. Ich weiß nicht... irgendwie setzte er mich schon immer unter Druck. Und immer schreit er mich mal an, dann nach ein paar Stunden ist für ihn alles wieder in Ordnung und er verhält sich wieder normal. Ein paar Wochen später passiert wieder dasselbe. Es kotzt mich an. (Sorry für die Sprache :S ) Vorgestern kam er wieder an, ihm gefiel mein Mecker-Genervte-Unhöflicher-Ton nicht (er hat dazwischengeredet, und da hab ich nunmal so reagiert). Daraufhin hat er mich angeschrien und maßlos übertrieben. Es fallen manchmal Sachen wie: "Das lasse ich mir nicht gefallen, egal ob du meine Tochter bist, du wirst dich an die Regeln halten und blabla, sonst schicke ich dich ins Heim, du wirst dich wundern! Du traust mir das nicht zu, was? Du wirst doch so wundern, ich werde dir so viel Druck machen dann kannst du wieder zu deiner psychoTante heulen gehen! So nicht!" So etwas in der Art. Und immer verletzt es, eigentlich entschuldigt er sich nie, und mir bleibt nichts anderes übrig, als es nach ein paar Tagen zu akzeptieren und alles ist wie vorher. Aber das vorgestern: ich habe die Nase voll. Ich habe eigentlich nur über diese Kommentare gelacht, weil es mir schei* egal ist. Ich mag ihn nicht, aber klar liebe ich ihn als Vater, er ist ja auch ein guter Vater. Nur diese Ausraster nerven und zerstören Gefühle. Er will das nicht einsehen, und so langsam wehre ich mich mit dieser "ist mir egal was du sagt" EInstellung, und dass ich kaum auf ihn höre, wenn er mal so ausrastet. Ich habe das starke Bedürfnis, wenn er noch einmal so ausrastet, ihn eine Backpfeife zu geben. Es verletzt, er sieht es nicht ein, weil er zu stolz ist oder whatever. Meine Mutter sitzt manchmal einfach nur daneben, sagt nichts, und schützt mich nicht. Sie nervt mich damit auch.
Wie du siehst, ist das ein größeres emotionales Thema bei mir. Schon immer gewesen.
Ja, ich werde dich auf dem Laufenden halten. Also Montag wollte ich erst einmal zum Hausarzt, wie gesagt.
Wie es sich wohl anfühlen mag, frei zu atmen? Wie es sich wohl anfühlen mag, frei zu sein?
Liebste Grüße, Lisa 🙂
Hey,
ich finde es gut, dass du den Schritt wagen und es noch mal mit einer Therapie versuchen willst. Ich wünsche dir dafür ganz viel Kraft. Den Willen und den Mut hast du und schaffen kannst du es meiner Meinung nach auch! Vertrau dir da mehr!
Inwiefern passiert es einfach, dass du Sachen verdrängst? Hast du da ein Beispiel für?
Wegen deiner Selbstverletzung am Arm, da hatten wir ja schon mal überlegt, ob es denn nicht auch ein "Schrei nach Hilfe" sein kann, da es ja an einer Stelle ist, die eigentlich jeder sehen kann…
Ich denke schon, dass es eine Gewöhnung an den Schmerz gibt. Man kann das SvV durchaus mit einer Sucht vergleichen und wenn man beispielsweise alkoholabhängig ist, braucht man ja mit der Zeit auch eine höhere Menge an Alkohol.
So kann es durchaus sein, dass du den Schmerz nicht mehr so stark wahrnimmst und dich öfter, mehr oder tiefer verletzt und das kann wirklich gefährlich werden…
Also erstmal finde ich es gut, dass du die Sache mit deinem Vater so offen ansprechen konntest. Hattest du denn mal mit ihm darüber geredet, dass es dich extrem stört? Bzw. auch mit deiner Mutter, dass sie nur daneben sitzt und nichts sagt? Es ist natürlich eine ziemlich negative Situation und ich kann dich verstehen, dass sie nervt, dich extrem verletzt, dich vllt. sogar aggressiv macht. Es gibt leider meiner Meinung nach nur zwei Möglichkeiten mit der Situation umzugehen. Die eine ist die Sache offen anzusprechen und sehen, wie er reagiert. Die andere ist, es in dem Moment runter schlucken und so wie du sagst eine "mir doch egal"-Einstellung zulegen und es nicht zu stark an dich ranzulassen. Natürlich ist beides nicht einfach und ist ziemlich verletzend sein. Es klingt jedoch auch so, als ob es eine Überreaktion ist und er es eigentlich nicht so sieht?
Was ich dazu noch anmerken wollte: Ich finde den Begriff Schuld ziemlich hart. Klar, kann der Umgang deines Vaters mit dir auch dazu geführt haben, aber ich denke nicht, dass er es absichtlich bezweckt hat. Es klingt schon so, als ob dich dieses Verhalten stark beeinflusst hat, vor allem auch bezüglich deines perfektionistischen Denkens, vielleicht auch dahin gehen, dass du denkst niemandem genügen zu können, oder ihnen nichts wert bist. Solche Gedanken und Gefühle entwickeln sich oftmals schon unbewusst in der sehr frühen und frühen Kindheit und da hat das Verhalten deiner Eltern klar Einfluss. Nur versuche ich es auch immer so zu sehen, dass Menschen so handeln, wie sie es gelernt haben. Vielleicht hat dein Vater auch Probleme, seine Gefühle dir gegenüber adäquat auszudrücken, dass solltest du ihm nicht vorhalten.
Alles was ich jetzt geschrieben hab bzgl. dir und deines Vaters sind natürlich nur Spekulationen, genau sagen kann man das leider nicht und ich sehe ja auch euren Umgang miteinander nicht.
Wie gesagt, ganz viel Kraft für Montag. Vielleicht hören wir uns bis dahin noch mal.
Trotzdem schon ein schönes Wochenende dir!
Liebste Grüße,
Steffi
Hey,
Dass ich Sachen oftmals verdränge, erkenne ich daran, dass ich mich z.B. an eine peinliche Situation nicht mehr erinnere ein paar Tage danach, aber andere es wissen und es halt erwähnen. Manchmal will ich es auch nicht verdrängen, damit ich weiß, dass ich mich vllt anders verhalten sollte z.b. im Umgang mit einer Person.
Dann gewöhne ich mich wohl schon langsam an den Schmerz, nach dem, was du schilderst. Es trifft auf mich zu.
Die Sache mit meinen Vater... selbst das habe ich sogar gerade verdrängt. Ich weiß grad nicht genau, was noch mal war. Jetzt habe ich es nochmal nachgelesen. Was ich gemacht habe: ich hab mich ferngehalten von ihm, ein bisschen die "angepisste" Person raushängen lassen. Es ist eskaliert am Freitag. Es kam dazu, dass wir uns heftig stritten, und da ich ja die "egal-Einstellung" hatte, habe ich kräftig zurückgeschrien. Danach musste ich eigentlich weinen, habs aber unterdrückt, musste raus, und bin mit kleiner Hoffnung zu meiner besten Freundin gelaufen, immer kurz vor den Tränen. Sie hat dann die Tür aufgemacht, sich gewundert was ich ohne Vorwarnung bei ihr mache, aber ich konnte nicht viel sagen und musste schon anfangen zu weinen. Sie hat mich dann reingelassen und ich hab mich ausgeweint und ihr fast alles erzählt. Sie weiß von meinem Rückfall, von den Problemen die ich habe, von den Suizidgedanken, von dem Streit mit meinem Vater etc. Es war sehr erleichternd. Ich musste es einfach loswerden und letztendlich musste ich es ihr erzählen, und sonst niemanden (es standen ja noch andere Pers. zu verfügung). Ich liebe sie einfach. Sie hat mich dann den ganzen Abend bei ihr behalten. Und mir ist klar geworden, so wie ich nicht mehr ohne sie leben kann, kann sie nicht mehr ohne mich. Auch wenn ich nicht mehr kann, eine Chance muss ich mir noch geben. Deswegen gehe ich morgen auf jeden Fall zum Hausarzt. Ich MUSS mir noch EINE Chance geben. Die Gefühle zu den Personen, die ich liebe, sind noch zu stark, als dass ich in Frieden gehen könnte. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich in Zukunft mit meinem Leben machen werde.
Danke für deine Unterstützung 🙂
Liebste Grüße, Lisa 🙂
