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Thema: ich weiß nichts mehr

Eröffnet am 11.12.2013 um 21:30

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Hey,

in den Ferien treffe ich mich weniger mit Freunden, weil sie nie so oft Zeit haben oder ich meine Ruhe brauche (sozial ein bisschen abgrenzen). Ich versuche derzeit, mir mehr Zeit zum Zeichen/ Malen zu nehmen und es klappt auch, bin auch nicht wütend geworden sondern relativ zufrieden. Wenn es aber mal nicht klappt, kann ich nicht den Gedanken ins Bewusstsein rufen, dass es auch vom Tag abhängt, die Gefühle sind oft stärker bei mir als meine Gedanken.

Bei meiner Definition von Perfektion ist es abweichend von dem "allgemein gesehenen" Begriff von Perfektion, weil ich es nicht als perfekt ansehe, wenn man keine Fehler hat. Fehler gehören zum Leben dazu und zum Wachsen; allgemein sind Fehler unausweichlich und meist haben sie eine positive Konsequenz, d.h. man lernt ja auch daraus.
Mir fällt es überhaupt nicht schwer, eigene Fehler zuzugeben, ich sehe sie ja selber. Sie allerdings zu akzeptieren kann ich nur schwer. Ja, sie reißen mich oft runter und beschäftigen mich eine Weile lang.

Ich denke, es ist bedingt möglich, immer und vollends glücklich zu sein. Das hängt von der Lebenssituation ab. Bei mir z.B. gäbe es kein Problem, immer glücklich zu sein, weil mein Leben eigentlich relativ gut verläuft, nur die Depressionen stören das Bild. Und das "eigentlich recht zufriedene Leben" ist damit inbegriffen, und zwar, dass ich in der Schule relativ gut bin, Freunde habe, was erlebe (etw. unternehmen, Urlaub, etc. ...) eine Familie habe, die ich liebe, ... Das einzige Problem in meinem Leben bin eigentlich ich selbst, also meine Depressionen, weil ich selber denke, dass die Depressionen nicht zu meinem funktionierenden Leben passen.
Vielleicht habe ich deswegen das Interesse, den Depressionen auf den Grund zu gehen, weil es für mich paradox klingt, dass ich Depressionen habe, während mein Leben relativ gut verläuft.
Deswegen stimmt es, dass ich gut über mich reflektieren und nachdenken kann, aber eher objektiv gesehen, auch während wir hier schreiben, "analysiere" ich objektiv mit dir mich selbst. Anders könnte ich nicht an mir rangehen, denn wenn ich es mit Gefühlen oder meinen subjektiven Gedanken tun würde, kämen wir nicht weit und ich selber würde mehr und mehr in den Depressionen bzw. in mir selbst fallen. Das ich also mich objektiv betrachten kann, heißt nicht direkt, dass ich mich kenne... Ehrlich gesagt fällt es mir schwer, mich selbst zu beschreiben, weil... das weiß ich selber nicht genau.

Ich muss wirklich daran üben, meine Ansprüche/ Erwartungen mir bewusst zu machen in der jeweiligen Situation und sie überdenken. Mal sehen, ob ich es schaffe.

Wenn ich mit meiner Freundin darüber reden will, hindert mich eigentlich:
dass ich in der jeweiligen Situation mich nett mit ihr unterhalte/ Spaß habe/ glücklich bin sie zu haben;
dass ich sie nicht damit belasten will;
und dass "mein Leben relativ gut läuft und ich glücklich bin", d.h. dass ich nur Probleme im Inneren habe, also mit meinen Gefühlen/ im Kopf (die Depressionen). Egal, ob ich mich in einem Tief befinde oder nicht, von Außen zeige ich es nicht (es weiß eh niemand von meiner Krankheit). Daher sehe ich es meistens auch immer als "Einbildung" an, und wenn ich dann wieder in Depressionen verfalle und alleine bin, spüre ich, dass es real ist und nicht nur Einbildung, dass ich krank bin.
In dem Fall weiß ich dann wirklich nicht, ob ich es ansprechen soll und wie.

Nachdem ich deine Nachricht gelesen hatte am 25. konnte ich dir nicht antworten, weil sich entweder alles bei mir angestaut hat oder irgendetwas in der Nachricht mich dazu gebracht hat, mich verletzen zu wollen und negative Gedanken, die bis jetzt anhalten und ich immer noch mich verletzen will.
Als Erstes: es gibt wenige Dinge, die mich von negativen Gedanken abhalten. Eins wäre z.B. mich auf etwas konzentrieren, heißt, in der Schule ist es z.B. das Lernen, zu Hause vielleicht das Malen oder ein Spiel spielen am PC oder mich mit jemanden unterhalten.
Zweitens: ich habe ein paar Skills ausprobiert. Mir ist aufgefallen, dass die meisten unpraktisch waren, weil ich sie entweder nicht hatte (Chilli, etc...) oder es zu spät war (Sport, rausgehen, duschen, ....). Das mit dem roten Stift hat es eigentlich nur schlimmer gemacht, weil ich innerlich eine Enttäuschung spürte, dass die roten Striche nicht weh taten. Ich wollte dadurch mit den Stift tief in meine Haut boren, weshalb ich ihn aus der Hand gelegt habe.
Als es nicht geholfen hat, habe ich mit einem guten Freund gechattet, der davon weiß, und er hat probiert mich abzulenken (was allerdings nur sehr kurz geholfen hat). Einiges, was er gesagt hat, hat mich auch irritiert:
z.B.: "du solltest dich wert schätzen, weil ich es auch tue, und du einfach viel wert bist"
Jedenfalls habe ich mich nicht verletzt, weil es spät war, und ich mir gesagt hab: "du musst schlafen, es ist Nacht".

Thema Essen:
ich nehme mir so oft vor, wieder normale Portionen zu essen, und nicht vor dem Fernseher, weil ich weiß, dass es besser ist und es einem bewusster wird, wenn man nicht vor dem Fernseher isst. Funktionieren tut es meistens dann doch nicht,
weil ich einfach essen "muss". Irgendetwas in mir stillen muss, oder füllen...
Mittagessen fällt mir immer schwer, weil ich weiß, dass ich nie besonders Hunger habe, und wenn doch, ist es egal, ich esse immer zu viel und am folgenenden Nachmittag habe ich kaum Lust etwas zu tun oder in Gedanken ist mir immer bewusst, dass ich einen vollen Bauch habe, den ich nicht zeigen will.
Das Thema Essen und mein Gewicht beschäftigt mich eigentlich immer, auch in "gesunden Phasen"...
Ein Essplan funktioniert nicht, das habe ich damals schon einmal versucht, weil irgendwas mich daran hindert, aufzuhören, ich glaube es sind einfach meine Gefühle (z.B. von Frust, das habe ich damals herausgefunden, als ich immer aufgeschrieben habe: was hast du wann gegessen, und wieso).
Momentan, also über die Feiertage, ist mir das viel-essen egal. Ich esse einfach. Seit Anfang des Monats habe ich auch wieder 3kg zugenommen (habe mich heute gewogen).
Damals habe ich mich jeden Tag gewogen, aber irgendwann fing es ja an, dass mir mein Leben und alles egal wurde, somit auch mein Gewicht. Ich habe aufgehört mich zu wiegen und tue es jetzt nur noch ca. 5mal im Monat. Und mir ist es immer noch egal, da ich mir derzeit denke: "du nimmst eh zu, na und? dann geb doch deinen Gefühlen/ deinem Willen nach." (wie bei SvV: einfach nachgeben und nicht weiter darüber nachdenken bzw. mich damit beschäftigen).
Das Thema Essen deprimiert mich immer wieder, jeden Tag auch aufs Neue, einfach weil ich weiß, dass es nicht mein Gewicht ist, sondern das Gewicht von den Depressionen/ Gefühlen, wer auch immer mich kontrolliert, während ich esse und immer mehr esse (ich kann nicht einfach aufhören, und ja, das habe ich oft versucht mir vorzunehmen und geklappt hat es nie wirklich...).

Wieso ich der Meinung bin, dass ich zu viele Fehler habe... Im Grunde glaube ich, sehe ich mich selbst als Fehler an. Ich passe nicht in mein Leben. Alles ist gut, mein Leben, mein Umfeld, nur ich passe nicht hinein, ich bin der Fehler im Bild. Ich kann keine genauen Fehler nennen, nur eben das, dass ich der Fehler bin, wenn man das Gesamte betrachtet (d.h. mein Umfeld, meine Gesellschaft, ...).
Ich glaube, das könnte der Auslöser für das Verlangen nach SvV bzw. für diesen Tiefpunkt gewesen sein, vielleicht weil ich bewusst gesehen habe, dass ich mich selber als Fehler ansehe, bzw. Fehler habe, und es mich schockiert hat oder auch zutiefst beunruhigt hat. Wie gesagt, der Auslöser könnte aber auch sein, dass sich alles angestaut hat bei mir.
Ich kann es nicht genau sagen.

Ich hoffe du hattest schöne Weihnachtstage 🙂
Liebste Grüße, Lisa 🙂

Hey Lisa,

es freut mich, dass das Malen dir gut tut. (= Vielleicht kannst du dir für diese Momente ja einen Zettel oder ähnliches Basteln, mit eben solchen Gedanken. Den kannst du dir dann in solchen Momenten vornehmen?

Okay, verstehe wie du das mit der Perfektion meinst. Und klar gehören Fehler zum Leben und sind wichtig für den Lernprozess. Aber du schreibst ja auch, dass es dir schwer fällt es zu akzeptieren, dass du Fehler hast, dich das sogar in eine stark negative Gefühlslage bringt. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass dahinter schon ein sehr starkes Streben nach Perfektion steckt. Hast du denn die Gedanken, dass du dir keine Fehler erlauben darfst?
Ich springe an der Stelle gleich mal zu deiner Aussage: du seist der Fehler in deinem Leben, es passe alles perfekt, nur du nicht. Wie kannst du denn der Fehler in deinem Leben sein? Es gehört ja dir und du bestimmst, was du daraus machst, mit wem du dich umgibst, ob du Abitur machst, welchen Weg du danach einschlagen möchtest. All diese Dinge kannst du dir so aussuchen, wie du sie gerne hättest (Okay, es gibt Einschränkungen durch Gesetze und bei dir haben deine Eltern noch eine gewisse Verantwortung). Klar ist es wichtig, die Bedürfnisse anderer nicht zu ignorieren, aber du hast genauso das Recht auf eigene Bedürfnisse und Gefühle.

Du fragst dich, warum du Depressionen hast, obwohl alles gut läuft. Es kann eben zum einen sein, dass doch nicht alles gut läuft, was ich dir keinen Falls einreden möchte. Auf der anderen Seite ist Depression auch eine zum Teil genetisch Bedingte Krankheit (also aufgrund der Gene). Soweit ich weiß, gibt es viele verschiedene Vorstellungen über die Ursachen von Depressionen, die bei jedem Mensch anders sind. Alle Ursachen werden wir vielleicht nicht finden oder sie 100%ig bestimmen und verändern können, aber das wichtige ist eben, dass wir versuchen, bei dir ein gewisses Umdenken zu schaffen, so dass es dir trotzdem gut geht und du dich nicht mehr Selbstverletzen musst.

Kannst bzw. konntest du denn Gefühle zulassen? Also auch mal weinen ect? Oder wie bist du immer mit deinen Gefühlen umgegangen?
Manchmal ist es auch gut, Dinge objektiv zu betrachten und Gefühle mal zu unterdrücken. Verdrängung ist auch oftmals ein Abwehrmechanismus, der (anfangs) gut wirkt, aber leider nicht immer, so dass Gefühle sich anstauen können und dann mit stärkerer Intensität zurückkommen.

Es klingt so, als ob du deine eigenen Bedürfnisse auch gegenüber deiner Freundin zurück stellst, wenn sie und andere es nicht merken, wie schlecht es dir geht. Klar, muss das nicht jeder mitbekommen, aber wenn du wirklich Vertrauen zu jemandem hast, kannst du ihm doch deine Sorgen erzählen und dann darf es dir auch mal schlecht gehen, dafür sind Freunde doch da? Ich denke, das machst du genauso bei ihnen auch? Ihnen zuhören, da sein, versuchen zu helfen? Warum sollte das in Bezug auf dich anders sein?

Das es dir nach der Nachricht schlechter ging, tut mir echt leid. Das war nie meine Absicht, dich hier fertig zu machen, oder in eine negative Gefühlslage zu bringen. Leider ist die Auseinandersetzung mit sich selbst manchmal schmerzhaft. Und dein erster Gedanke war? Dich selbst zu verletzen? Welches Gefühl gab es denn in dir?
Und es ist vollkommen in Ordnung, wenn du aufgrund solcher Gedanken und Gefühle dir Zeit nimmst, zu antworten. Ich bin dir da nicht böse, wenn nicht immer sofort einen Antwort kommt. Wir machen das hier in dem Tempo, in dem du es dir zutraust und wenn du sagst: nein, möchte ich nicht, oder ich brauch mal nen Tag länger zum Antworten ist das vollkommen in Ordnung! (=

Zu den Skills, du kannst ja mal versuchen, dir die Dinge zu besorgen, bei denen du dir vorstellen könntest sie funktionieren. Auf der anderen Seite ist es auch gut, zu wissen welche Dinge nicht helfen.
Haben wir dann jetzt eigentlich etwas gefunden? Kannst du noch mal kurz Rückmeldung geben, hab das nicht mehr ganz im Blick.
Das es mit dem Stift nach hinten losgegangen ist, ist zwar schade, aber ja nicht schlimm. Jedem hilft etwas anderes. Trotzdem finde ich es gut, dass du in dem Moment dien Verhalten gut kontrollieren konntest. Ich kann mir vorstellen, dass es anstrengend war, aber es ist ja ein kleiner Erfolg?

Was genau irritiert dich an der Aussage deines Kumpels?
Und auch finde ich es gut, dass du dich in der Situation nicht selbstverletzt hast!

Vielleicht kannst du die Situation mit dem Essen noch mal analysieren, so wie dus mit dem Selbstverletzen gemacht hast? Also: welche Situation? Wann fällt es mir besonders schwer? Was sind meine Gedanken und Gefühle? Was sind die Konsequenzen?
Würde es dir evtl. helfen, wenn wir bezüglich dessen deine Mutter oder eine andere Bezugsperson mit ins Boot holen, die da ein bisschen mit drauf achten können? Hast du noch Ideen, wie du es schaffen könntest, deine Portionen zu begrenzen?
Scheinbar wäre ja Gefühlsarbeit doch auch ein wichtiges Thema für dich. Also wie kann ich mit Gefühlen umgehen (statt mich "vollzustopfen")?

Danke, mein Weihnachten war in Ordnung (=
Hoffe bei dir auch?

Liebste Grüße,
Steffi

Hey,

Erstmal wollte ich sagen, dass du dich nicht dafür entschuldigen brauchst, dass es mir nach der Nachricht schlechter ging. 🙂
Es ist nicht deine Schuld, sondern, wie du schon sagst, die Auseinandersetzung mit mir selbst. Ganz am Anfang sagte ich ja, ich fühle mich fremd, und nach und nach ist es halt so, dass ich mich mehr kennenlerne während unserem Gespräch. Wahrscheinlich hat mich das in der letzten Nachricht schockiert.

Ich habe schon den Gedanken, Fehler so gut, wie es geht, zu vermeiden, am besten ganz. Das wäre schon ein Streben nach Perfektion, aber nicht von meiner Definition von Perfektion, komisch... Da wiederspricht sich was. Vielleicht ist es nur der Versuch, meine Fehler akzeptieren zu können, wenn ich fest an der Definition von Perfektion glaube, in der Fehler erlaubt sind... In dem Fall kämpfe ich anscheinend unbewusst schon dagegen an.
Es stimmt schon, dass es mein Leben ist, aber bei mir gibt es so eine starke Grenze zwischen "Außen-Leben" und "Innen-Leben". Das "Innen-Leben" würde mein Inneres bezeichnen, d.h. meine Gedanken, Gefühle und folglich meinem daraus resultierendem Handeln. Das "Außen-Leben" ist mein Umfeld, meine Freunde, Familie, also die Außenwelt, die ich beeinflussen kann.
D.h. "ich bin der Fehler im Bild" soll differenziert heißen, dass mein "Innen-Leben" der Fehler ist. Also eigentlich auch das, was meine Persönlichkeit zum größten Teil ausmacht, nämlich ich selbst. Ich lasse eigentlich niemanden an mein "Innen-Leben" teilhaben, weshalb die Grenze so stark ist, und deswegen kann ich mein "Außen-Leben" trotzdem so gestalten, wie ich es möchte. Nur das "Innen-Leben" ist in meinen Augen ein Fehler. (Ich hoffe das war verständlich 😀 .)

Es läuft wirklich alles relativ gut in meinem Leben, darüber habe ich lange reflektiert ("Außen-Leben"). Das kann nicht der Grund sein für meine Depressionen, außer es ist mir nicht bewusst. Man wird stark durch die Erziehung beeinflusst, vielleicht habe ich ja nie gelernt mit negativen Gefühlen umzugehen (mit positiven habe ich keine Probleme, wie Freude). Allerdings lief in meiner Kindheit auch nichts so großartig schief... Es scheint alles "normal" gelaufen zu sein, oder auch "perfekt", aus meiner Sicht.
Was ich weiß, ist, dass ich schon als ich 12 war, leichte negative "Austreter" von meinem normalen Gedankengang hatte. Z.B.: ich erinnere mich noch (weil ich es im Tagebuch damals aufgeschrieben habe) daran, wie ich alleine Nachts im Zimmer vor dem offenen Fenster stand, ich den Wind spürte, und so eine "Traurigkeit" (ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll) empfand. So ähnlich, wie heute, wenn ich negative Gedanken habe. Da es keinen Auslöser gab, könnte es wahrscheinlich genetisch bedingt sein (kann man sowas herausfinden?).

Ich kann Gefühle zulassen, die positiven immer, die negativen eigentlich nur dann, wenn ich alleine bin und es nicht mehr aushalte (auf das Weinen bezogen). In den letzten Tagen fühlte ich mich auch manchmal den Tränen nahe, habe es aber nicht getan, weil ich nicht alleine war. Wenn ich weine, ist es oft so, dass mir schwindelig wird, ich laut atme, zu Boden falle und meine Fingernägel irgendwo kratzen muss (Tisch), damit ich sie nicht auf meine Haut kratzen muss.
Dieser Abwehrmechanismus von Verdrängen benutze ich oft, damals hat er mir geholfen "gesunde Phasen" zu haben, also das negative in mir zu Verdrängen, z.B. die Gedanken, auch die Gedanken an SvV. Nah am Schluss meiner "gesunden Phase" kamen öfters die Gedanken an SvV zurück. Vielleicht hat die Verdrängung versagt, bzw. dazu geführt, dass es sich angestaut hat und ich jetzt wieder am Anfang bin. (Vielleicht war ich ja nie weiter gekommen, sondern schon die ganze Zeit am Anfang verblieben, und das dann eben nur verdrängt?...)

Ich habe wirklich Vertrauen zu ihr oder zu meiner Familie, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass niemand davon erfahren sollte. Alleine schon, weil es ihnen meistens mehr weh tut, als einem selbst. Eine abgeschwächte Form von meinem Schlechtfühlen lasse ich sie ja mitkriegen, d.h. z.B. "mir geht es heute wirklich doof..." und dann vielleicht einen Grund, der nicht die ganze Wahrheit ist (z.B. wegen "Klausurstress" obwohl es mehr die Depressionen sind). Daher bin ich für sie da, und sie auch für mich.
Vielleicht steckt dahinter einfach auch die Angst, mich zu "offenbaren", weil ich weiß, dass die meisten es nicht verstehen. Es würde wahrscheinlich mein ganzes Leben auf den Kopf stellen. Und das will ich nicht zulassen, weil mein Leben ja ("Außen-Leben") relativ gut läuft.

Also wegen den Skills, bis jetzt weiß ich nur, das regelmäßiger Sport und nach draußen gehen mir hilft. Wie gesagt, die mit dem roten Stift oder mit der Zitrone/ Chilli helfen nicht. Anderes muss ich noch ausprobieren. Aber für den kurzen Moment, wo ich kurz davor bin, haben wir noch nichts gefunden.
In dem Moment mein Verhalten zu kontrollieren, war sehr verwirrend für mich und hätte mich beinahe zum Weinen gebracht (war also eher schwer). Vor allem, da ich nicht wusste, warum ich es verhindern wollte. Ich dachte, egal warum SvV schlecht zu sein scheint (nicht in meinen Augen), muss ich es verhindern. So ganz habe ich es nicht hindern können, eher die Zeit hat mein Verlangen danach minimiert, also jetzt spüre ich nur noch das regelmäßige kaum vorhandene Verlangen danach (bei dem ich es nicht tue). Um vielleicht einen Grund rauszufinden (warum ich es nicht tun soll) und Ablenkung zu finden, kommen wir zu meinem Kumpel.
Seine Aussage nochmal: "du solltest dich wert schätzen, weil ich es auch tue, und du einfach viel wert bist"
Dass er mich wert schätzt, irritiert mich nicht, schließlich sind wir Freunde. Dass ich viel wert bin, sehe ich ein bisschen als beschönigt an, aber auch das irritiert mich weniger. Mehr ist es, dass ich mich selbst wert schätzen sollte.
Es erscheint mir nicht möglich, das zu tun. Das ist eigentlich schon alles, was mich irritiert. Es erscheint mir nicht möglich, daher finde ich auch die Begründung unpassend.

Am liebsten würde ich keine Bezugsperson davon erzählen wollen, da es mir doch schon peinlich ist, aber auch wie bei SvV und den Depressionen: unpassend dafür, dass jemand davon erfährt, weil es mein "Außen-Leben" zu stark beeinflussen würde.
Wie ich meine Portionen begrenzen könnte, ist nicht leicht. Zum Einen wäre das Beste, es mir bewusst zu machen, d.h. aufschreiben. Das allerdings hindert mich nicht daran, viel zu essen, und es bewusst zu sehen, drängt mich wieder in Depressionen, und das wahrscheinlich zu dem Verlangen nach SvV. Um herauszufinden, was ich machen könnte, müsste ich wieder in so einer Lage sein, was ich im Moment nicht bin.
Im Moment habe ich ja Ferien, und meine Eltern auch, und wir essen zusammen Mittag und Abends teilweise auch, und ich habe den ganzen Tag Zeit für mich und für Sachen, die ich machen möchte (da habe ich nun zeitplanmäßig etwas umgestellt, wie wir herausgefunden haben, dass es mir helfen könnte, z.B. mit dem Malen). Auch wenn ich gerne zwischendurch was ungesundes nasche, erscheint es mir doch als eine fast "normale" Portion.
Aber natürlich setze ich mich noch jeden Tag mit dem Thema auseinander und gelange gelegentlich in die Situation, in der ich zu viel essen könnte.
Ist es eigentlich theoretisch gesehen eine Essstörung? Vielleicht ist dabei noch wichtig zu wissen, dass mich das Thema seit über zwei Jahren beschäftigt, jeden Tag aufs Neue. (Es wäre interessant zu wissen, weil ich dann weiß, dass ich mich mit noch einer Krankheit auseinandersetzen müsste.)

Ja, anscheinend geht es auch um die Gefühlsarbeit. Vor allem von den negativen Gefühlen (wie Trauer, Frust, ...). Allerdings weiß ich da auch nicht weiter, wie ich es lernen könnte, mit meinen Gefühlen anders umzugehen. Egal, wie ich mit ihnen umgehe, es ist irgendwie selbstschadend.

Ich wollte noch sagen: gerade geht es mir gut, nur habe ich ein bisschen Angst, weil ich morgen mit meiner Freundin und ihrer Mutter feier. Ich weiß nicht, wovor ich genau Angst habe. Aber ich weiß, es wird schön werden 🙂

Schön, dass dein Weihnachten in Ordnung war, meins war auch schön ^_^

Liebste Grüße, Lisa 🙂

Hey,

was genau hat dich denn an dir selbst schockiert?

Gut, dann bleibe bei deiner Definition von Perfektion und versuche Fehler auch zulassen zu können. Wie du schon gesagt haben, sie gehören ja zum Lernprozess und ich denke, Fehler kann man ruhig machen, solnage man daraus lernt (= Dann sagen wir eben nicht, kein Mensch ist perfekt, sondern kein Mensch ist fehlerlos?
Vielleicht steckt ja auch ein sogenanntes Katastrophendenken dahinter? Also, dass du glaubst, wenn du einen kleinen Fehler machst, alles zusammenbricht, dich keiner mehr mag oder sowas?
Was mir grad noch mal in den Sinn kommt. Du sagtest ja auch, immer glücklich sein. Dazu wollte ich anmerken, dass das ja so gar nicht geht. Jedem geht es mal schlecht und das ist ja auch gut so, sonst würde man die positiven Dinge ja gar nicht mehr schätzen, oder? Also ist es gut, dass wir positive und negative Gefühle haben. Wir müssen nur einen guten Weg finden, damit umzugehen, ohne uns und andere zu schädigen.
Da sind wir dann auch bei deinem "Innen-Leben" und "Außen-Leben". Ist die Grenze denn so stark? Du meintest ja, dass du deine Gefühle schon nach außen bringen kannst. Die positiven besser als die negativen, aber immerhin.
Den Konflikt, den ich mir vorstellen könnte der jetzt entsteht und der vllt. auch ein Grund sein könte, dass es dir schwer fällt, ist vllt das beide nicht im Einklang miteinander sind? Und dass du eben nicht dein komplettes "Außen-Leben" beeinflussen kannst? Es gibt leider Dinge in der Umwelt, die nicht beeinflussbar sind. Damit musst du dann lernen umzugehen, oder dir eine andere Umwelt suchen, die vllt. besser zu dir passt. Im Laufe des Leben wird das wahrscheinlich auch passieren, dass du eher aktiv wirst und dann evtl. wo hin gehst oder mit anderen Menschen Kontakt pflegst. Das ist einganz normaler Entwicklungsprozess.
Ein weiterer Gedanke dazu: wenn dein komplettes "Innen-Leben" ein Fehler wäre, dann würdest du ja von deinem Umfeld nicht aufgenommen werden, oder? Du hast Freunde und Familie, die dich schätzen und mögen, also sind es evtl. nur kleine Sachen, die nicht fehlerhaft, aber vllt. weniger funktionell sind. Weist du wie ich meine? (evtl. bestimmte Grundannahmen, Gedanken..., aber nicht dein kompettes "Innen-Leben")Siest du denn auch positive Aspekte deines "Innen-Lebens"?
Es scheint ja durchaus eine heftige Reaktion zu sein, wenn du traurig bist. Gab es denn mal Zeiten, in denen du anders damit umgegangen bist? In denen du dir eine vertraute Person gesucht hast, um mit ihr zu reden? Das wäre genau das Gegenteil zum allen mit sich selbst ausmachen. Manchmal hilft es auch einfach über Dinge zu reden.
Wieso wäre es denn schlimm für dich vor anderen zu weinen?

Also wie gesagt, Verdrängung kann auch durchaus hilfreich sein, ist ja aber nich der einzige Weg. Beispielsweise gibt es noch das Umdeuten. Das wäre etwas, was wir bei Depression versuchen sollten. Wenn du beispielsweise einen Gedanken hast, diesen einfach aus einer anderen Perspektive zu sehen, deswegen kann mit anderen reden auch hilfreich sein.

Woher weist du denn, dass die anderen dich nicht verstehen würden? Und wie sollten sie dich verstehen, wenn du ihnen nicht die Gelegenheit gibst? Was denkst du denn was passiert, weil du meinst, es würde dein ganzes Leben auf den Kopf stellen?

Aber ist es denn keine positive Erfahrung, dass du es kontrolliern kannst? Und wie geht es dir mit der Erfahrung, dass mit der Zeit der Drang nach sem SvV nachlässt?
Kannst du dir denn vorstellen, warum du dich selbst mehr wertschätzen solltest?

Naja, letztlich hängt ja alles miteinder zusammen. Ich denke man könnte dein Essverhalten schon als Gefühlsregulation oder auch eine abgeschächte Form von SsV sehen. Letztlich ist eine Ferndiagnose immer schwierig, aber ich denke, dass es schon problematsich ist. Enige Anzeichen erfüllst du ja, beispielsweise ständige Beschäftigung mit Essen und Gewicht. Es in eine From einzuteilen, ist allerdings eher schwierig. Reichen dir die Aussagen dazu? (Sonst können wir auch gern noch mal wegen Kriterien schauen, aber an der Sache ändert das ja nix)
Vllt kannst du das auch in der Schulzeit irgwie beibehalten, dass du nicht allein essen musst? Vllt funktioniert es ja dann besser? (Zumindest für den Anfang, bis du wieder ein "normales" Maß gefunden hast)

Wenn du noch mal zusammenfasst, wie bist du bis jetzt mit negativen Gefühlen umgegangen? Kannst du dir andere Umgangsmöglichkeiten vorstellen?

Gibt es bestimmte Gedanken bzgl. der Feier heute, etwas was schief gehen könnte oder so?
Ich wünsche dir trotzdem eine wunderschöne Feier und einen guten Start ins neue Jahr.

Liebste Grüße
Steffi

Hey,

Der Hauptauslöser lag darin: Wieso bist du denn der Meinung, dass du zu viele Fehler hast? Welche sind es denn?
Nachdem ich das gelesen habe, war ich schockiert, weil mir schlagartig bewusst wurde, dass ich mich teilweise selbst als Fehler ansehe. Mir ist es vorher nicht so aufgefallen, aber anscheinend beschäftigen mich "meine Fehler" sehr.

Dass ein Katastrophendenken bei mir dahintersteckt halte ich in meinen Fall als übertrieben. Vielleicht in einer abgeschwächten Form; dass die Fehler starke Auswirkungen haben für einen gewissen Zeitraum.
Es stimmt schon, die negativen Gefühle sind unumgänglich für unser Leben. Trotzdem spüre ich den Drang, die negativen zu umgehen. Gleichzeitig wünsche ich mir aber auch, nur negative Gefühle zu haben, als ob ich es "verdiene" bzw. es mich beruhigen würde. Wahrscheinlich ist es wieder das Denken, dass es einfacher ist mit Depressionen zu leben für mich.
Naja, die Grenze ist insofern stark, dass ich die vollständige Kontrolle darüber habe, was ich im "Außen-Leben" von meinerm "Innen-Leben" preisgebe. Den negativen Teil meines "Innen-Lebens" verstecke ich, würde ich es wollen, den positiven Teil ebenfalls zu verstecken, würde es mir gelingen. Demnach habe ich die Kontrolle darüber, wie die das "Außen-Leben" auf mein "Innen-Leben" reagiert.
Aber vielleicht muss ich wirklich noch damit lernen umzugehen, dass ich nur teilweise mein "Außen-Leben" kontrollieren kann, schließlich spielen dabei auch andere Faktoren als nur ich selbst eine Rolle.
Vielleicht ist es ja die Depression, die mich dazu verleitet zu denken, mein "innen-Leben" sei ein Fehler, und in Wirklichkeit stimmt es nicht. Deswegen kann ja nicht das komplette "Innen-Leben" ein Fehler sein, wie du schon sagst. Daraus stelle ich mir aber jetzt die Frage, welcher Teil davon ist angeblich ein Fehler?
Als Kind habe ich immer Bezugspersonen an meinem 'Schlechtfühlen' teilhaben lassen. Seit ich aber Depressionen habe, und meine Mutter damit konfrontriert habe, habe ich gemerkt, dass das Thema "Depressionen und SvV" einen zu großen Effekt auf andere hat. Sie fühlten sich teilweise schlechter als ich, wussten kaum mit mir umzugehen und ich fühlte mich schlechter, als ich ihnen immer in die Augen gesehen habe. Die andere Person war damals meine Freundin, die es überhaupt nicht verstanden hat, und ich es seingelassen habe seit den Jahren.
Seitdem belasse ich das Thema bestmöglich nur bei mir oder eben jetzt auch mit dir bei der Beratung, weil ich alleine nicht wusste, was mit mir los ist. Mein Kumpel allerdings weiß davon Bescheid, auch regelmäßig (er wohnt woanders, wir chatten immer, haben uns ein paar Mal getroffen).
Ich kann es nicht ertragen vor anderen zu weinen, vielleicht weil sie dann wissen, dass etwas nicht mit mir stimmt? Oder vielleicht, dass sie meine Schwäche sehen? Ich weiß es nicht, auf jeden Fall will ich nicht durch das Weinen irgendeine friedliche Situation zerstören.

Das Umdeuten versuche ich ab jetzt auch, zumindest wenn ich es schaffe, hauptsächlich bei den hohen Ansprüchen, wie wir es besprochen haben.

Wollen die anderen denn diese Gelegenheit? Meistens wollen sie darüber hinweg sehen, und das schmerzt mehr, als mit den momentanen Schmerz zu leben. (Damals meine Freundin hatte es getan, s.o.) Ich weiß, wenn sie mich nicht verstehen, dann, wenn sie nicht viel von der Krankheit wissen oder von SvV. Meistens haben sie ein Unverständnis. Ihnen das dann zu erklären ist schwierig, weil ich es mir ja selbst auch erklären muss vorher.

Eine positive Erfahrung ist die Kontrolle schon, weil ich sonst immer es nicht kontrollieren konnte und es wie bei einer Sucht brauchte in dem Moment. Allerdings war es nicht nur meine Kontrolle, sondern auch die Zeit, es war spät und ich wollte schlafen gehen (vielleicht war es das Zeitaufschieben, ein Skill?)
Dass der Drang nachlässt ist für mich keine neue Erfahrung, es ist wie mit der Achterbahn, manchmal ist der Drang stärker, dann wieder schwächer, heute z.B. ist er wieder angestiegen, obwohl er gestern relativ niedrig war. Ich habe mich auch leicht gekratzt mit der Nagelschere, aber nichts, was narben verursachen würde.
Vorstellen, warum ich mich mehr wertschätzen sollte... vielleicht, damit ich glücklicher sein kann? Oder zufriedener mit mir selbst, also dass ich eben nicht so viele Fehler habe, wie ich sie anscheinend habe, oder nicht so hohe Ansprüche habe. Ansonsten fällt mir nichts dazu ein derzeit...

Die Aussage zu meinen Essverhalten reicht mir. Es ist also ein Problem, mit dem ich umgehen muss, oder es "behandeln" muss, wenn ich keine Depressionen mehr haben möchte (obwohl ich derzeit lieber damit lebe, eben weil es mir einfacher fällt).
Während der Schulzeit ist es schwierig, weil eigentlich fast keiner Zeit hat (Arbeit) und ich dann alleine esse und das Maß aus dem Auge verliere. Ich habe es mir auch angewöhnt vor dem Fernseher zu essen, weil meine Eltern das häufig machen... Ich weiß noch nicht, wie ich es mir abgewöhnen soll. Ich werde vielleicht versuchen, mich selber oft zu "ermahnen". Keine Ahnung, ob es funktionieren wird, weil ich ja oft nicht mehr darüber nachdenken kann, sondern es einfach tue.

Mit negativen Gefühlen bin ich zusammenfassen so umgegangen, dass ich sie meistens verdrängt habe, und wenn ich sie gezeigt habe, wenn ich alleine bin. Wenn ich nicht alleine bin, unterdrücke ich sie mit SvV oder eben das Essen, damit der Druck sinkt, ich also beruhigt bin.
Auch wieder schockierend, zu sehen, wie ich versuche den negativen Gefühlen aus dem Weg zu gehen, nur weil ich mit ihnen nicht umgehen kann und nicht weiß, woher genau sie manchmal kommen...

Bzgl. der Feier; es könnte ja sein, dass wir nicht Spaß haben, weil ich vielleicht störe als Person (wegen meiner Freundin mit ihrer Mutter; das familäre Verhältnis).
Anscheinend habe ich Angst, dass ich Fehler machen könnte oder unerwünscht bin... Daraus wird irgendwie ein geringes Selbstwertgefühl deutlich... Traurig, weil ich es eigentlich ein bisschen aufgebaut hatte in der "gesunden Phase".
Ich hoffe trotzdem es wird gut.

Danke, ich wünsche dir auch einen guten Rutsch ins neue Jahr! 🙂

Liebste Grüße, Lisa 😀

Hey,

also erstmal hoffe ich, deine Feier ist gut gelaufen und es hat alles geklappt? Ich hoffe deine Befürchtungen haben sich nicht bewahrheitetet?
Und wünsche dir ein schönes neues Jahr und ganz viel Kraft für alles, was so kommen wird!

Ich denke, keiner von uns mag negative Gefühle.. Kannst du dir denn vorstellen, warum gerade du die negativen Gefühle "verdienst"? Ich frage mich, was dahinter steckt, dass du der Meinung bist, so wenig wert zu sein (so macht es zumindest den Eindruck)?
Welche Funktion hat denn die Depression vllt. in diesem Zusammenhang?

Okay, so meinst du das mit beeinflussen. Klar, kannst du dir überlegen, wem du was erzählst, also was du von deinem "Innen-Leben" zeigst. Allerdings hast du nicht die Kontrolle über die Reaktion der Personen mit denen du interagierst. Du kannst bestimmte Reaktionen mit bestimmten Wahrscheinlichkeiten auslösen, aber handeln bzw. reagieren kommt von den anderen.

Kannst du dir denn vorstellen, ob es einen Teil gibt der ein Fehler ist? Meiner Meinung nach sind es eben "lediglich" Gedanken inklusive Bewertungen, beispielsweise der Blick auf dich selbst.

Du meintest, du gehst sei dem du Depression hast anders damit um? Was ist denn passiert, dass du es nicht mehr Bezugspersonen erzählt hast? Noch bevor du deiner Mutter von der Depression erzählt hast?
Du meintest ja, dass beispielsweise deine Eltern nicht wussten, wie sie mit dir umgehen sollen? Meinst du nicht es wäre vllt. gut mit ihnen darüber zu reden und ihnen vllt. auch wie eine Art "Regeln" zu geben, wie sie am besten mit dir umgehen? (Mit fällt spontan etwas bzgl. des Essens ein, vllt könnten deine Eltern es ja einrichten, dass ihr gemeinsam Abendbrot esst?)

Und wieso solltest du nicht zeigen dürfen, dass es dir nicht gut geht? Oder dass du auch mal einen schwachen Moment hast? (Ich will dich nicht zwingen, vor anderen zu weinen, falls das so rüber kommt).
Friedliche Situation zerstören? Was sind denn friedliche Situationen? Legst du darauf bzw. auf Harmonie allgemein viel Wert?

Woher weist du denn, dass die anderen lieber darüber hinwegsehen wollen? Okay, du hast bei einer "Freundin" die Erfahrung gemacht. Aber ich denke nicht, dass alle so reagieren würden. Nur weil du auch Probleme hast, oder traurig bist, werden dich nicht alle verstoßen..?

Naja, vllt. spielt die Tageszeit auch mit hinein, aber du hattest trotzdem die Kontrolle, ich mein du hättest es auch vor dem schlafen gehen machen können (kam ja glaube ich durchaus schon vor bei dir?)
In gewisser Weise ist es ein Skill, da es das SvV verhindert.
Wenn du diese Erfahrung schon öfter gemacht hast, hilft dir vllt. auch der Gedanke daran, dass du den Druck ein Stück aushalten musst, dann wird es besser?
Was war denn am 31.12. als der Druck wieder anstieg?

Fällt es dir einfacher mit der Depression zu Leben oder mit deinem Essverhalten, so wie es grad ist?
Ich könnte mir eben vorstellen, dass es noch schlimmer werden könnte, falls du nicht jetzt versuchst, da was zu machen. Ich hatte die Frage glaub ich schon gestellt, aber wenn du dir einen genauen Plan machst, den du versuchst einzuhalten? Ich mein, vllt hilft es ja, wenn du dir genau aufschreibst:
Frühstück: 1 Schüssel Müsli (oder was du eben isst (;) .. und so weiter, dass du eben 3 Hauptmahlzeiten hast und aber auch einplanst, dass du zwischendrin Obstfrühstück (1 Apfel oder so) und vllt. noch Kaffeetrinken mit einbaust? Das wäre zumindest ein erster Schritt, ihn dann einhalten ein zweiter..
Vllt kannst du ja auch mit Freunden essen?

Magst du denn überhaupt was am Umgang mit den Gefühlen ändern?
Ich glaube es gibt immer mal Momente, in denen man nicht genau weis, woher Gefühle kommen, da auch vieles unbewusst abläuft und es ja auch eine physikalische Komponente gibt.

Liebste Grüße
Steffi

Hey,

die Feier ist ganz gut gelaufen, obwohl ich mich zwischendurch doch ein bisschen unwohl fühlte. Ging aber 🙂
Ich wünsche dir auch ein ganz schönes neues Jahr ^^

Naja,
ich finde, dass ich selber nicht viel wert bin aus meiner Sicht, die
anderen Sichtweisen sind ja andere. Mir erscheint es so, dass die
negativen Gefühle und Schmerz zu mir passen, d.h. dass ich sie verdiene.
Im Moment kann ich auch kaum in den Spiegel gucken, ohne mich abwertend
anzusehen. Ich meide es nachwievor, oft in den Spiegel zu gucken, und
begrenze es. Ich verstehe nicht, wie ich mir selber viel wert sein
könnte/ soll, wenn ich doch so ein "Jammerklotz" bin. Ich gehe anderen
schnell auf die Nerven, wenn ich über meine negativen Gefühle rede,
zumindest sehe ich es so bzw. denke, dass es so ist.
Ob es die
Depressionen sind, dass ich mich selber für so wenig von wert halte,
weiß ich nicht, wahrscheinlich aber schon... Doch, es kann schon sein,
weil Depressionen auch oft zu einem verzerrten Selbstbild führen,
zumindest ist es bei mir so.

Ein Fehler sind meine Bewertungen,
hauptsächlich der Blick auf mich selbst, Gedanken, aber auch Handlungen,
da ich z.B. bei einem zweiten Nachdenken oft anders reagieren würde,
als ich es getan habe. Ach man, ich weiß nicht, was genau ich als Fehler
ansehe von mir, teilweise fühle ich mich einfach als ein Fehler, der
falsch am Platz ist 😐

Seit
ich Depressionen habe, gehe ich anders damit um, d.h. ich erzähle es
Bezugspersonen nicht mehr wirklich. Warum es so ist; weil die, denen ich
es erzählt habe, nicht damit umgehen konnten. Hauptsächlich waren es
eben meine Eltern, und sobald ich dann in ihrer Nähe kam, lag dieser
Schmerz in der Luft... Oder diese Vorsicht, dieses Gefühl beobachten und
verurteilt zu werden, hauptsächlich wegen dem Selbstverletzen. Es war
mir höchst unangenehm, wenn sie mich darauf ansprachen, sehr sehr
unangenehm. Seit dem versuche ich, so etwas zu vermeiden, und wie sollte
es besser gehen, als ihnen nichts davon zu erzählen, also fast
niemanden mehr. Es ist nur unangenehm für beide Seiten, und dass es den
anderen schmerzt, tut es mir auch wieder weh, weil ich niemanden
verletzen will, nur weil ich SvV mache... Es tut wirklich weh, selbst
daran zu denken, es anderen zu erzählen... Ihre Mimik, ihr
Körperverhalten, dieses "angespannte Verhältnis". Ich kann es nicht.
Eigentlich
will ich nichts ändern mit meinen Eltern, SvV würden sie eh nicht
verstehen, alleine weil ich eben ein scheinbares "gutes Leben" führe und
nichts wirklich falsch lief. Das Problem bin eigentlich ich, ich denke
verdreht (bzw. negativ?), schon als ich klein war. Meine Eltern geben
sich glaube ich die Schuld, aber das sind sie nicht. Wenn, dann ist es
die Umwelt/ Gesellschaft oder ich.
Deswegen würde ich eigentlich
lieber selber das Problem lösen, ohne das gute Verhätlnis zu meinen
Eltern wieder zu zerstören. Es war schwer, es wieder aufzubauen, ich
will es nicht kaputt machen, nur weil ich wieder einmal SvV mache und
einen Rückfall habe. Außerdem essen wir Abendbrot immer zu einer
unterschiedlichen Zeit, weil wir alle einen unterschiedlichen Alltag
haben..

Wieso sollte ich nicht zeigen dürfen, dass es mir nicht
gut geht, oder einen schwachen Moment habe... Weil es die derzeitigen
Situationen negativ verändert, oder es auch kaum Situationen gibt, wo es
angebracht wäre. (friedliche Situationen) Ja, ich lege viel Wert auf
Harmonie, bzw. dass alles relativ gut läuft in der Kommunikation mit
anderen. Es hilft mir, zu sehen, dass nicht alles so negativ/ falsch/
kompliziert ist, wie meine Depressionen, bzw. die Situationen, wo ich
mich mit mir auseinandersetzen muss.
Ich kann es mir nicht leisten,
so "schwach" auszusehen für andere, ich bin schon ruhig genug.
(Selbstbild, was ich herausgefunden habe über mich, mit Hilfe meiner
Freundin) Ich bin eine ruhige Person. Wahrscheinlich immer ein bisschen
auf Distanz bei "fremden" Personen, oder auch Bekannten, eher
beobachtend, als aktiv handelnd. Dazu fällt mir gerade ergänzend ein,
dass ich immer lieber "unerkannt" bleiben will, also dass mich andere
kaum beachten sollen manchmal, z.B. in einer Bekanntengruppe.
Ich
habe einmal vor meiner ehemaligen Psychologin geweint. Es war...
zufriedenstellend zu wissen, dass sie erkennt, wie es mir geht.
Gleichzeitig fühlte ich mich aber sehr unwohl, fand es nicht notwendig
(für eine Person, wie mich (abwertend)). Ich wollte ja auch nicht
weinen, ich konnte einfach nicht anders, und das habe ich gehasst, dass
ich es in der Öffentlichkeit nicht kontrollieren konnte. Ich mag es
nicht, wenn mir so etwas passiert...

Ich glaube auch nicht, dass mich andere immer verstoßen würden, nur weil es mir schlecht geht, aber hm...
Die
Beziehungen laufen einfacher, wenn ich mich zurückhalte damit.
Vielleicht ist es auch nur die Angst, nicht zu wissen, wie sie reagieren
würden... Menschen sind in dem Bereich unberechenbar, selbst wenn man
denkt "sie wird davon nichts hören wollen", und dann hören sie einem zu.
Ich weiß es nicht.

Dass der Druck besser wird, erleichtert mich
nicht gerade so. Im Moment weiß ich ja immer noch nicht, warum ich SvV
vermeiden sollte. Ein Glücksgefühl oder so hatte ich auch nicht, als ich
die Kontrolle hatte, ich war eher sehr verwirrt. Ich verstehe es
eigentlich immer noch nicht, warum ich es nicht tun sollte, es ist mein
Körper, und wenn ich Schmerz/ Narben will, warum sollte ich mir dann
nicht das geben, was ich will? Ich verstehe es wirklich nicht, auch wenn
ich verzweifelt versuche, es zu verstehen. Ich kann nicht erkennen, was
daran so schlimm sein soll, aus Perspektive der anderen, die sagen,
dass ich aufhören soll damit.
Die Erfahrung habe ich schon gemacht,
dass der Druck sinkt mit der Zeit. In diesen Momenten allerdings es
auszuhalten, ist schwer... Oft zittert mein Körper manchmal, bzw. meine
Hände, ich kann sie nicht still halten, zu keiner Sekunde, mein Atem
wird schwer und ich kann an nichts anderes denken, als: "ich will
Schmerz, ich brauche es, ich verdiene es, ich liebe es etc.".
Am 31.12. stieg der Druck, glaube ich, weil ich Angst hatte, vor der Feier mit meiner besten Freundin und ihrer Mutter.

Besser
leben kann ich mit den Depressionen und meinem Essverhalten nicht, aber
es stellt mich eher zufrieden, als wenn alles gut wäre. Zumindest war
es so in der "gesunden Phase". Ich wollte wieder krank sein, weil es
einfacher ist. Nicht so schwer, man ist nicht mehr so angespannt,
sondern man gibt den Depressionen nach, oder eben dem SvV ( /Essen). Man
muss nicht mehr andauernd dagegen ankämpfen, was viel Kraft raubt. Ein
paar Tage, evtl. Wochen, ok, aber mehrere Monate... Es staut sich
irgendetwas an, was mich irgendwann nicht mehr standhalten WILL /kann.
Mit
dem Plan muss ich mal gucken, normalerweise tu ich es sowieso immer,
auch am Morgen: "wie viel will ich essen? was genau vllt?" funktionieren
tut es meistens dann doch nicht. Mal sehen, am Mittwoch habe ich wieder
Schule (in den Ferien geht es eigentlich sogar, weil wir meistens
zusammen essen in der Familie).

Normalerweise müsste ich ja
meinen Umgang mit meinen Gefühlen ändern, das haben wir ja rausgefunden,
dass es ein Faktor ist, der zu meinem Verhalten führt. Allerdings weiß
ich immer noch nicht, ob ich etwas daran ändern will, bzw. gesund werden
will. Im Moment gebe ich einfach noch nach, weil ... es einfacher ist /
ich es möchte / ich nicht auf einmal wieder gesund sein will, wo ich
doch im Moment Probleme mit mir selbst habe.
Aber gernerell ja, ich würde gerne etwas daran ändern, weil ich denke, dass es mir helfen wird. Zumindest erhoffe ich mir das.

Was ich gerne noch sagen möchte:
Seit
ein paar Tagen habe ich wieder vermehrt Gedanken an Suizid. Als sei es
ein Prozess, mit allem abzuschließen, von wegen: "ist doch egal. das
musst du nicht mehr erleben. sie schaffen es auch ohne dich. mit einer
verabschiedung un es wird schon gehen." Obwohl es noch nicht bei allen
so ist, z.B. bei meinen Eltern... da denke ich noch nicht, dass sie
einfach ohne mich so leben können, wie immer.
Doch ich frage mich,
wieso soll ich dauernd weiterleben und Schmerzen empfinden und mit mir
selbst klarkommen, nur weil andere es wollen/ ich in ihrem Leben eine
kleine Rolle spiele? Warum sollte ich das alles auf mir nehmen, für fast
nichts?
Ja, in letzter Zeit wünsche ich mir einfach tot zu sein. Endlich zu sterben.
So
langsam empfinde ich es nicht mehr so schlimm, einfach zu sterben
(Prozess s.o.). Ich kann einfach nicht mehr, ich will einfach nicht
mehr.
Der Grund, warum ich es nie vorher erwogen habe, war ja, dass
es die anderen beeinflussen würde, also wie gesagt, dass ich in ihrem
Leben eine Rolle spiele.
Aber wirklich, wie viel würde es schon
verändern? Vielleicht ist es ein Schock, vielleicht auch Trauer, aber
sie werden es überstehen, oder nicht? Wenn ich schon leben soll für
andere, wieso darf ich mich dann nicht verstecken? (d.h. wieso muss ich
den Schulstress, Ausbildungsstress, usw. haben)
Ich weiß nicht, ich habe einfach keine Lust mehr und das Aufstehen fällt mir so schwer, wie immer...

Liebste Grüße, Lisa 🙂

Hey,

Kannst du als erstes bitte die letzten beiden Abschnitte lesen? Wenn du magst, kannst du auch nur darauf antworten erst mal. Würde mich über eine relativ schnelle Antwort freuen!

Aber warum passen sie denn zu dir? Bzw. warum hast gerade du sie verdient? Dafür muss es ja Gründe geben? Diese Gedanken kommen doch nicht einfach so?
Wenn du meinst, du betrachtest dich nicht gern im Spiegel, ist es dann alles? Oder gibt es auch schöne Stellen an deinem Körper/an dir? Vielleicht kannst du dich mal bewusst davor stellen und dir sagen du bist schön?
Also das mit dem Jammern verstehe ich irgwie nicht so ganz? Ich dachte, du behält die negativen Gefühle eher für dich und gerade schreibst du, dass du mit anderen darüber redest und schnell nervst? Da musst du doch ständig nur über negative Gefühle reden, oder irre ich mich da? Ich versteh es leider grad nicht so richtig. Kannst du mir das bitte noch mal erklären?

Welche Situationen meinst du denn mit dem noch einmal drüber nachdenken? Kannst du mir da ein Beispiel erzählen?
Und welcher Platz wäre denn dann in solchen Momenten der richtige?

Hast du denn mit deinen Eltern mal darüber geredet? Ich mein, vllt war/ist es nur ein subjektives Gefühl. Kann es nicht eher sein, dass deine Eltern dich nicht verurteilen, sondern sich nur Sorgen machen und Angst um dich haben?
Wieso war es dir denn unangenehm?
Aber ich merke schon, dass es für dich eher keine Option ist, deine Eltern einzuweihen. Ich mein, gerade, was das Essen angeht, könntest du ihnen natürlich auch sagen, dass du es schön fändest, wieder ein gemeinsames Abendessen zu haben? Oder mit Freunden zusammen?
In dem Zusammenhang hatte ich gerade überlegt, du bist jetzt 17 und grad in der Abiphase? Machst du denn jetzt 2014 dein Abi oder erst nächstes Jahr?

Was würde sich negativ verändern? Ich verstehe nicht, warum du es nicht zeigen darfst? Darf es denn niemand zeigen, oder nur die anderen? Ist nicht jeder mal schwach oder geht ihm/ihr nicht gut? Hast du denn nicht das Recht, Zeit für dich zu beanspruchen und auch mal alles rauslassen zu dürfen? Und was sollte danach anders sein? Bzw. denkst du, die anderen Verhalten sich dann anders dir gegenüber?

Du bist also eher ruhig. Okay, was genau ist daran jetzt "schlecht"? Warum darfst du nicht auch mal eher ruhiger sein und nicht auch mal zurückziehen? Hast du da bestimmte Gedanken oder vllt Befürchtungen oder Ängste? Diese Fragen auch in Bezug auf das Weinen?
Ich würde gerne verstehen, was dahinter steckt, also wieso du die Gedanken hast und wieso es so schlimm für dich wäre, wenn du alles zulässt bzw. warum es auch so schlimm vor deiner Psychologin war. Hattest du das mal mit ihr besprochen?

Okay, die Angst vor der Reaktion, wenn du dich öffnest.. Wie wäre es, wenn wir mal überlegen, was mögliche Reaktionen sein könnten und wie es dir damit geht? Das könnte dir die Angst vllt ein klein bisschen nehmen? Also was könnte passieren und wie wahrscheinlich ist das und wie geht es dir damit?

Naja, der einfachste Grund wäre wohl, weil du dich damit auch umbringen könntest oder dich ernsthaft verletzen? Ich weiß ja nicht, an welchen Stellen du die selbstverletzt? Und du dich damit selbst schädigst? Die Narben sind dir vllt auch irgwann nicht mehr egal?
Zudem löst es nicht den Konflikt oder das Problem, welches dahinter liegt, es geht dir ja nur für einen kurzen Moment besser, bis der Druck wieder kommt. Du bleibst also in einem Teufelskreis und hast darüber kaum Kontrolle?

Wie wäre es, wenn du einfach mal eine Pro-Kontra-Liste machst?
Was ist gut an Depressionen/SvV, was ich schlecht daran?
Was ist gut an deinem Essverhalten, was ist schlecht daran?
Dir diese Liste dann mal anschaust und einschätzt, was ist dir wie wichtig?
Wenn du magst, kannst du sie auch gerne hier schreiben und wir schauen mal, ob wir noch was finden?

Und gerade weil es anstrengend ist, sollten wir schauen, was dahinter steckt und das Problem lösen, damit es dann auch einfacher wird. Ich denke, es ist ein Schritt, Alternative Wege zu finden, aber auch ein anderer, um an dem Problem zu arbeiten.

Dann mach dir am besten mal einen festen Plan für eine Woche und hänge ihn dir hin und versuche ihn einzuhalten und vllt kannst du dich dafür dann auch irgwie belohnen, wenn du es einhalten konntest?
In der Schulzeit könnt ihr es aber nicht beibehalten zusammen zu essen? Und in der Schule vllt. irgwie ne Freundin oder so, dass du mit ihr gemeinsam isst? Wie ist da das Essen organisiert? Oder ist es nur schwierig, wenn du zu Hause bist?

Auch zu der Frage, ob du es möchtest oder nicht, könnte die Pro-Kontra-Liste, die ich angesprochen hatte helfen, denke ich.
Aber klar, ich kann echt verstehen, dass es schwierig ist und Kraft braucht. Es soll sich ja auch nicht alles auf einmal ändern sonder Schritt für Schritt. Da könnten wir beispielsweise auch einen Zielplan aufschreiben, wo wir bzw. du Teilziele formulieren, die dann irgwann zum großen Ziel führen?

Okay, ich finde es gut, dass du mir das geschrieben hast. Also nicht die Tatsache an, dass du diese Gedanken hast, aber dass du sie ansprichst. Hast du denn konkrete Gedanken, wie du die umbringen wollen würdest?
Es macht mir wirklich ein bisschen Sorgen. Kannst du dir denn vorstellen, eine Beratungsstelle oder am besten eine Krisenstation vor Ort aufzusuchen? Ich möchte dich nicht abschieben oder ähnliches, aber ich könnte mir vorstellen, dass es evtl. hilft, wenn jemand direkt vor Ort ist…
Oder würde so etwas für dich nie in Frage kommen?

Vielleicht ist es auch wirklich grad etwas viel, über was wir alles zeitgleich schreiben und wir grenzen das ein bisschen ein? konzentrieren uns auf die Pro-Kontra-Liste und anschließend eine Formulierung von kleinen Zielen und Schritten, wie wir diese erreichen?

Liebste Grüße,
Steffi

Hey,

meine Gedanken sind konkret, weil ich zum einen darüber nachdenke, wie ich es denn machen würde. Das wäre bei mir; relativ schmerzfrei, Schlaftabletten, vorher noch Bluten. Ich habe auch mal drüber nachgedacht, ob es wirklich tödlich ist, eine Klinge zu verschlucken, weil ich weiß, dass es gefährlich ist. Ich habe auch schon darüber nachgedacht, was ich denn vorher noch machen wollen würde, und um welche ungenaue Uhrzeit (Abends o. Nachmittags). Ich denke auch intensiv darüber nach, was für einen Effekt es auf mein Umfeld hat, und auf die Personen, und ob ein Selbstmord akzeptabel wäre, zu sehr will ich ja niemanden schaden deswegen...
Allerdings habe ich solche relativ konkreten Suizidgedanken schon in den letzten Monaten gehabt, aber nicht so oft oder intensiv, auch vor unserer Beratung; im Sinne von: "ich will /kann nicht mehr."

Ich habe die (vorläufige; ändern wir ja noch vllt.) Liste eben angefertigt:
/////!!Es hat nicht geklappt das einzufügen, das mache ich in der nächsten Nachricht, da versuche ich es nochmal anders!!/////

Ich fange jetzt wieder mit dem ersten Abschnitt an 🙂

Warum passen sie zu mir/ verdiene ich sie... Ich verdiene sie, weil ich es nicht wert bin, nur glücklich zu sein und dass alles super-duper läuft. Klar, ein Teil gehört immer zum Leben, aber bei mir irgendwie zu wenig (aus meiner Sicht). Deswegen verdiene ich mehr Schmerz/ negative Gefühle, also die Depressionen. Sie passen zu mir, weil ich so bin, wie ich bin, mit alldem inbegriffen. Es ist irgendwie ein Teil von mir, es hat mich schon zu sehr verändert mit der Zeit (seit ich 12 bin fing es ja an). Ich kann es mir ohne kaum vorstellen, selbst in der "gesunden Phase" war ich nie vollends zufrieden, obwohl ich glücklich war, es losgeworden zu sein... am Ende wollte ich es dann doch wiederhaben.
Es gibt keine schönen Stellen, ich schaue mich nicht gerne an, nirgendwo. In den Augen ist es auch besonders schlimm, weil ich mich oft nicht wiedererkenne/ den Schmerz sehe/ jemand fremdes sehe. Meinen Körper gucke ich auch nur ungerne an. Was ich gerne angucke sind meine Narben, oder Wunden... Vor dem Spiegel zu stehen zu sagen, ich bin schön, funktioniert nicht. Ich habe es eben ausprobiert, es mir mehrfach gesagt, aber ich konnte es nicht ernst meinen. Eher habe ich dann genauer gesehen, was mir an mir nicht gefällt und habe es dann sein gelassen.
Okay, das mit dem Jammern habe ich falsch ausgedrückt, tut mir leid, ich versuche es zu erklären.
Ja, ich behalte die neg. Gefühle eher für mich. Ich habe ja meinen Kumpel, der weiter weg wohnt, mit ihm schreibe ich oft, er ist sozusagen mein "rettender Pol". Ich versuche, es zu vermeiden, schreibe ihm dann aber doch manchmal etwas darüber, er sagt zwar nicht, dass ich nerve, aber ich fühle mich immer so, als ob ich "jammern" würde, d.h. immer nur darüber reden, es immer zu erwähnen... Es fühlt sich für mich selber als ein "Jammern" an, wenn ich über solche neg. Sachen rede. Als ob ich nur Mitleid will oder so etwas. Es ist nicht so, aber ich denke immer, das es so rüberkommt. Ich rede mit Freunden eig. gar nicht darüber, also genau das Gegenteil von "ständig". Ich will sie nicht damit nerven, sondern eher über etwas schönes reden, oder einfach sich normal zu unterhalten, oder für sie da sein. Wenn andere schon genug Probleme mit sich selber haben, dann müssen meine doch nur nerven: so ungefähr denke ich dann, wenn jemand gerade davon erzählt und ich überlege zu sagen, dass es mir auch nicht so gut geht oder so ähnlich.
Ich hoffe das war verständlich so ungefähr? Wenn nicht, frag noch einmal nach 🙂

Ein Platz, der richtig wäre, wäre z.B. alleine zu Hause sein, und nicht irgendwo draußen oder mit jemanden Treffen/ mit Bekannten zu reden; so in der Art.
Mit dem Nachdenken meine ich es so, dass wenn ich z.B. nachdenke: wie soll ich mich verhalten. Dann verhalte ich mich so, z.B. soll ich helfen beim Sortieren (oder sowas, mir fällt gerade nichts konkretes ein xD). Wenn die Handlung dann schon passiert/ passiert ist, denke ich ein zweites Mal darüber nach: war es gut/ richtig so? Und meistens denke ich dann: ich hätte es lieber anders getan. Deswegen sehe ich meine Handlungen auch oft als ein Fehler an. Oder wenn es z.B. zu peinlichen Situationen kommt: hättest du es doch lieber nicht getan/ lieber so gehandelt.

Mit meinen Eltern habe ich nicht darüber geredet. Allgemein versuche ich so etwas zu vermeiden (bzw. damals, wo es ein offenes Problem war). Es war ihre Mimik, ich weiß nicht... Ihr Blick, teilweise so "abfragend, kontrollierend". Es war mir unangenehm und es tat weh. Dass sie sich Sorgen gemacht haben und Angst hatten wusste ich, ich weiß ja, dass sie mich lieben, und ich sie. Sie suchten auch sofort ein Gespräch mit mir, als sie davon erfahren haben.
Einfach die Situation, ihre Reaktionen, meine Reaktionen, das war mir unangenehm. Wieso genau, kann ich nicht detaillierter sagen... Ich fühlte mich höchst unwohl, wollte es ungeschehen machen, nicht darüber reden.
Mit dem Abendessen kann ich es natürlich erwähnen, ich werde es mal machen, aber ich glaube es wird nicht so gut funktionieren, bzw. eher selten, und irgendwann wird es vergessen. Mal sehen, im Moment probiere ich, nur am Esstisch zu essen, nicht vor dem PC/Fernseher o.ä.
Mit dem Essen ist es nur schwierig zu Hause, nicht außerhalb oder während der Schulzeit.
Also ich habe mein ABI 2015 fertig, aber es fängt ja jetzt schon damit an, Punkte zu sammeln / dafür zu lernen. Also bin ich ja schon in der Abiphase, aber auch in der Phase, um mir über eine Ausbildung gedanken zu machen, weil ich mich dafür in diesem Sommer bewerben muss (muss man ja 1Jahr vorher).

Zum Einen würde sich die Situation negativ verändern; man wird vorsichtiger, die Gefühlslage ist allgemein negativ eingestellt von beiden Seiten aus. Zum Anderen aber auch die Beziehung, je nachdem was sie damit anfangen können, wie sie deswegen darauf reagieren, usw. Die anderen dürfen es natürlich zeigen, ich selber will es nur nicht... es erschwert das "normale" Umgehen mit anderen. Das Recht habe ich wahrscheinlich schon, alles rauszulassen, aber es wäre eigentlich nur Zeitverschwendung und ein unnötig hoher Kraftanspruch, wegen den Depressionen. Da ist der "normale" Zustand immer negativ, eher traurig gestimmt usw. Würde ich es rauslassen oder zeigen, wäre es ja dauerhaft, das geht ja irgendwie nicht, aus meiner Sicht... Ich kann es mir nicht leisten immer nur depressiv für andere zu wirken, sie sind dann negativ auf mich eingestellt, meiden mich eventuell; das wäre so in etwa das, was sich verändern würde danach. Sie würden sich anders Verhalten, das glaube ich 100%ig, weil sie mich aus anderen Augen betrachten können. Ich will nicht, dass sie mich anders behandeln oder mich sogar versuchen zu meiden bzw. das Gespräch mit mir zu meiden. Das wüde weh tun, das will ich nicht...

An dem "ruhig" sein ist nichts schlecht, nur wenn ich dann auch noch nur negativ eingestellt bin, dadurch "schwach" bin/ wirke für andere, dann wird es verherrend. Ich bin schon eine ruhige Person, was bedeutet, dass nicht alle mit mir zu tun haben wollen (habe ich kein Problem mit: habe Freunde, Bekannte). Wenn ich dann auch noch "schwach" bin, habe ich Angst, dass ich ganz vergessen werde, gemieden werde, nicht gemocht werde.
Mit meiner Psychologin habe ich nicht direkt darüber gesprochen, ich glaube ich habe nur erwähnt: "eigentlich unnötig gerade, aber ich musste einfach weinen"
Was genau dahinter steckt... Oje, da kann ich gerade nicht darauf antworten. Mir fällt nichts dazu ein, außer dass ich es nicht zeigen möchte und ich mich dabei unwohl fühle, wenn andere anwesend sind.

Bei den Reaktionen habe ich mir überlegt:
sie könnten reagieren:
-positiv reagieren: offen, verständnisvoll, zuhörend
-negativ: abweisend, vom Thema ablenkend, abstoßend, unverständnisvoll, abgeneigt von mir auch in Zukunft gesehen
Mir würde es halt nur bei den positiven Reaktionen gut gehen, obwohl es wahrscheinlicher ist, dass die Negativen passieren, häufig wahrscheinlich das "Unverständnis", weil sie es vllt nicht kennen oder verstehen können, dass es mir so geht, weil sie mich ja als eine andere Person kennengelernt haben und kennen.

Momentan; also die Stelle ist für die "stärkeren" Wunden/ Narben mein Oberschenkel (nur einer). Das leichtere Kratzen (auch mit bisschen Blut) sind hauptsächlich meine Füße. Mit den Fingernägel oft meine Hände oder die Nähe am meinem Hals.
Die Narben werden mir nie nicht mehr egal sein. Sie sind mir auch jetzt nicht egal, in dem Sinne, dass sie ein Teil von mir sind und etwas von mir zeigen. Ich habe mich an sie gewöhnt und werde mich deswegen auch nie "entwöhnen". Aber es stimmt, es ist eher kurzfristig und es löst nicht das dahinterstehende Problem. Das wäre ein Kontra.

Zur Antwort auf den letzten beiden Abschnitten habe ich vergessen:
Mit einer Beratungsstelle oder Krisenstation; ehrlich gesagt, kenne ich mich da nicht so wirklich aus. Ich weiß nur, dass die Psychlogin mir nicht geholfen hat, und es auch nicht wird, auch weil es ja so war, dass sie kaum Termine haben und ich nur zweimal im Monat da war... Da verändert sich viel (das Schwanken: vom Druck, Gefühlen, etc...)
Nie in Frage kommen tut es nicht, ich könnte es erwägen, aber wie gesagt, ich kenne mich damit nicht aus und weiß nicht recht, wo es so etwas gibt bei mir und hm... ich müsste erst wissen, was genau ich suche... Was stellst du dir denn darunter vor, was genau, meine ich?

Ach Gott, das war eine lange Antwort/ Nachricht 😀

Liebste Grüße, Lisa 🙂

Der nimmt hier keine Tabelle an, egal wie ich es mache -.-