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Thema: Selbstverletzung ...
Hallo Tina,
der Streit hört sich ja ziemlich heftig an. Dass deine Mutter handgreiflich wird und mit dem Besenstiel zuhaut geht gar nicht.
Ich glaube nicht, dass ich dabei so ruhig hätte bleiben können. Hast du dich innerlich so abgekapselt, oder wie kam es, dass du so selbstbeherrscht warst?
Ich bin erleichtert, dass du den Stress so gut weg gesteckt hast.
Mit den Gefühlen ist das so eine Sache. Sie zu unterdrücken lässt sie leider nicht verschwinden. Aber es kann helfen, sie zu akzeptieren. Das geht eben auch in die Richtung Achtsamkeit. Dabei nimmt man einfach wahr, dass die Gefühle da sind und lässt sie wie Wolken weiterziehen. Wenn man sich das erlaubt können diese Gefühle wieder abziehen...Wie du schon festgestellt hast, versucht man sie gewaltsam zu verhindern, dann können die einen ganz schön umhauen.
Ich freue mich von dir zu hören
Schöne Grüße
Regina
Hallo Regina,
Ja, gestern das war echt extrem und beschäftigt mich schon noch ziemlich, zu mal ich heute bei dem Vater meiner Mutter bin, mit da Familie, weil er Geburtstag hat. Musste mit, aber es stresst mich schon ziemlich.
In der Tat hab ich mich abgekapselt, denn dann kann das alles nicht so nah an mich ran und so funktioniert es zur Zeit.
Bin heute aber wieder ziemlich entspannt, leb gerade "in meiner eigenen Welt", ähnlich wie bei meinem Drogenkonsum, nur, dass ich jetzt mit Absicht um mich bau und bei dem Drogen nicht beeinflussen konnte.
Ich hoff, es bleibt ruhig und dann bleib ich es auch 🙂 werd heute auch wieder so schnell wie möglich zu meiner Tante und dann wird das 😀
Hab auch wieder mehr vertrauen in meine Kontrolle nach dem Streit gestern.
LG Tina
Hallo Tina,
welcher Punkt beschäftigt dich denn am meisten?
Verstehst du dich denn mit deinem Großvater? Ich hoffe auch, dass es heute ruhig bleibt.
Du distanzierst dich im Moment ganz bewusst von deiner Familie, damit du dich selber schützen kannst. Dass du das ohne Suchtmittel schaffst ist sehr gut.
Wäre es vielleicht möglich, dass du ganz zu deiner Tante ziehst?
Das Vertrauen wir sicher noch weiter wachsen, wenn du selber erlebst, dass du das kannst.
Ich freue mich von dir zu hören
Schöne Grüße
Regina
Hallo Regina,
ich kann es im Moment leider nicht auf einen bestimmten Punkt eingrenzen, sorry.
Ja, ich versteh mich mit meinem Opa recht gut, auch wenn er leider seit über 30 Jahren ziemlich emotionslos ist, denn seine erste Frau hat sich kurz nach der Geburt von ihrem ersten Sohn, meinem Onkel, das leben genommen, was in der Familie aber tod geschwiegen wird, ich weiß es auch erst seit ein paar Monaten und versteh jetzt erst, warum Opa so ist. Aber im Allgemeinen haben wir ein gutes Verhältnis, wir labern viel und blödeln rum 😀
Ich denke nicht, dass ich das machen würde ... Es klingt total bescheuert, aber ich hab shcon oft mit dem Gedanken gespielt, oder auch, das Jugendamt zu informieren oder so, aber diese Gedanken fühlen sich immer falsch an ... Ich würde damit meine eigene Familie verraten, oder? Ich würde ihnen in den Rücken fallen, undankbar sein ... Ich denke nicht, dass ich das jemals machen werde ._.
LG Tina
p.s. der Tag ist ruhig verlaufen und ich bin jetzt in meinem Zimmer, werd, wenn möglich, zu meiner Tante noch gehen.
Hallo Tina,
manchmal ist das tatsächlich so, dass ein Punkt im Vordergrund steht, aber ich kann bei dir verstehen, dass es da grade ziemlich viel auf einmal ist.
Es freut mich, dass du dich mit deinem Großvater verstehst, auch wenn er so emotionslos ist. Dass sich seine erste Frau das Leben genommen hat, war sicherlich ein sehr harter Schlag für ihn, von dem er sich nicht mehr erholt hat. Schön, dass du da jetzt so ein gutes Verständnis für ihn hast.
Für sich und seine Familie Hilfe zu suchen oder in Anspruch zu nehmen, hat nichts mit Verpetzen zu tun. Ich weiß, dass Jugendamt hat einen schlechten Ruf. Aber in erster Linie sind sie da um in einer Familie zu vermitteln. Ziel ist das Wohl der Kinder. Aber wenn du das nicht willst musst du da nicht hingehen. Aber inwieweit würdest du denn deine Familie verraten, wenn du zu deiner Tante ziehst? Mit der verstehst du dich ja ganz gut.
Ich freue mich von dir zu hören
Schöne Grüße
Regina
Hallo Regina,
heute geht es mir einigermaßen gut, hab jedoch noch extreme Schmerzen an den Rippen und durch die Besenstil-aktion ist offenbar meine Rippe, die schon mal gebrochen war, wieder gebrochen, was echt schmerzhaft ist.
Hab heute auch wieder 2 geraucht, aber mehr gibts jetzt nicht 🙂
Zum Thema "ausziehen": Ich würde meine Eltern damit verraten, denn dann müssten sie das ja irgendwie vor all den anderen erklären bzw. die würden halt fragen, warum ich ausgezogen bin. Und ich denke nicht, dass dem meine Tante zustimmen würde, die hat gerade ne Scheidung hinter sich, wohnt in einer kleinen Wohnung und versucht irgendwie sich über Wasser zu halten, da möchte ich ihr auch keine Dauerlast sein.
Ich für mich hab eigentlich mit dem Thema Familie usw. in so fern abgeschlossen, dass ich mir immer wieder sage, ich soll jetzt nicht verweichlichen, ich hab es all die Jahre durchgemacht, dann soll ich mich jetzt nicht so anstellen und die 1 1/2 Jahre auch noch packen und dann bin ich mit der Schule hoffentlich fertig, hab nen vernünftigen Abschluss und dann kann ich flüchten und falls es doch nicht klappt oder so ... naja, dann hätte ich immer noch den Weg zum Suizid, der seit ein paar Tagen mich wieder mehr beschäftigt ._.
Merkwürdig ist nur, dass ich davon keine Angst habe. Die ganze Zeit hatte ich Angst, es könnte ne Phase kommen, wo ich wieder mit dem Gedanken spiel ... jetzt fängt so eine Phase an bzw. ich bin denk ich schon halb ich einer und ich geh darauf einfach völlig unbeeindruckt und extrem gelassen, es macht mir nichts mehr. Ich hab mit allem so ein Stück weit abgeschlossen und mich ... beeindruckt das nicht mehr. Ich denk mal, des klingt jetzt komisch oder du denkst vllt. okay, die spinnt völlig, aber im Moment ist es genau so, ich weiß nicht, wie ich es besser erklären könnte. Diese Nacht konnte ich auch wieder extrem schlecht schlafen und dann kam der Gedanke, was ist, wenn ich jetzt sterben würde? und irgendwie bin ich auf keinen Gedanken gekommen, der mich davon ernsthaft zurückhalten könnte. Also im Grunde leb ich zwar noch, aber eigentlich bin ich schon tod, es gibt nichts mehr, wo ich sage, okay, das muss ich noch regeln oder das möchte ich noch machen. Ich leb nur noch so vor mich hin.
LG Tina
Hallo Tina,
da hat deine Mutter ja ziemlich zugeschlagen. Warst du deswegen beim Arzt? Wenn die Rippe wirklich gebrochen ist, sollte das dringend behandelt werden, nicht dass die Lunge etwas abbekommt.
Das mit dem Ausziehen ist natürlich deine Entscheidung. Ich gebe nur zu bedenken, dass es absolut gerechtfertigt wäre, wenn du an dich denkst. Das hat auch nichts mit verweichlichen zu tun, sondern mehr mit Selbstschutz und Selbstfürsorge.
Dass deine Tante so eine stressige Zeit hinter sich hat, ist natürlich schade. Umso schöner, dass sie für dich da ist und sich um dich sorgt.
Deine Suizidgedanken sind wieder da? Am Samstag hast du ja erzählt, dass die Skala schon länger sehr niedrig ist...Wie hoch würdest du die denn jetzt einschätzen? Hat das etwas mit der Besenstielattacke zu tun, oder gab es einen anderen Auslöser?
Du hast so hart für dich gekämpft, dass wäre so schade, wenn du das wegwerfen würdest.
Fühlst du im Moment, dass was du fühlen möchtest?
Was hast du denn vor, wenn du deinen Schulabschluss in der Tasche hast? Dann stehen dir doch alle Türen offen. Du kannst werden was du möchtest und hingehen wo es dir gefällt...
Ich freue mich von dir zu hören
Schöne Grüße
Regina
Hallo und guten Abend Regina,
Nein, ich war nicht beim Arzt, aber es ist die Rippe, die ich mir ja schon mal gebrochen habe und ich spür das, dass sie gebrochen ist, denn ich habe sonst immer die alte Bruchstelle ertasten können und da ist jetzt wieder so ne kleine Stufe zu spüren und die Schmerzen sind schon enorm.
Ich werde aber auch nicht zum Arzt gehen, denn das sieht definitiv nicht nach nem Unfall aus, das sieht man, ich hab zwei blaue striemen, die bisschen dick sind und eben nen ordentlichen Bluterguss bei der besagten Rippe.
Ich habe meiner Freundin vorhin erzählt, dass die Gedanken wieder hier sind und dann haben wir darüber ziemlich lange geredet und inzwischen gehts mir wieder bisschen besser. Es war auch nicht wie sonst, wo ich in solche Phasen abgerutscht bin und dann auch nicht mehr wirklich mir was habe sagen lassen. Heute war bzw. ist es so, dass ich noch "klar denken" kann und auch noch auf andere reagier und so was, aber ich eben schon merke, dass mich das Thema wieder mehr beschäftigt. Und ja, der Auslöser war die Besenstiel-aktion und die darauf entwickelte Folge, dass ich letzte Nacht eben wieder nur 4 Stunden geschlafen habe und es vermutlich heute auch nicht sonderlich mehr Stunden werden.
Im Moment fühl ich irgendwie ... nichts. Ich bin wie tot, nur die Rippe erinnert mich immer wieder, dass ich es nicht bin, wenn der zum Teil stechende Schmerz wieder einsetzt.
Ehrlich gesagt, hab ich nicht wirklich ein Ziel ... hatte ich aber auch noch nie wirklich ... Ich hab mal mit dem Gedanken Bundeswehr gespielt, weil mich das schon anspricht und ich daran auch Interesse habe, aber ich hab Zweifel, dass ich genommen werde bzw. überhaupt so weit komme. Klar, es heißt, jeder hat irgendwelche Ziele im Leben, aber ich habe absolut keines. Wenn ich morgen erfahren würde, dass ich in 24h sterb zum Beispiel, dann wär das für mich nicht weiter schlimm, ich fände es in Ordnung und das war es. Klingt ziemlich schräg, ich weiß, aber über so was hab ich eben letzte Nacht nachgedacht...
LG Tina
Hallo Tina,
Wow, dass du deine Mutter dennoch schützen willst ist wirklich nett, aber es geht hier auch um deine Gesundheit. Falls die Rippe nicht ordentlich zusammenwachsen, können bleibende Schmerzen und Schäden entstehen, die dich ewig begleiten können. Das würde ich dir gerne ersparen.
Hast du deine letzten Blutwerte eigentlich bekommen? und hast du diesen Termin im Schlaflabor?
Schön. dass du dich deiner Freundin anvertraut hast und sie dir helfen konnte. Konntest du denn heute Nacht besser schlafen?
Dass du nicht gut/ bzw. so wenig schläfst, deine Suizidgedanken und auch diese Gefühlslosigkeit machen mir etwas Sorgen. Ich weiß, dass du vor einem Psychologen/ Psychiater noch Abstand nimmst. Allerdings könnte der jetzt noch einiges abfangen und dir helfen gar nicht weiter in eine so kritische Phase reinzurutschen.
Das mit der Bundeswehr hast du schon mal erzählt. Ich finde das eine interessante Sache. Vor allem innerhalb der Bundeswehr gibt es viele Möglichkeiten. Hast du dich denn da schon mal genauer erkundigt?
Wobei du zum Schulabschluss ja noch eine Weile hast.
Gibt es denn Ziele, die näher liegen, die du gerne erreichen würdest? Sagen wir in den nächsten drei, sechs bzw. zwölf Monaten?
Ziele klingt immer ziemlich hochgesteckt. Aber du verfolgst auch jetzt Ziele: Dein Alkohol- und Drogen-entzug z.B. zeigt, dass ein Ziel ein suchtfreies Leben ist.
Du hast dich ziemlich über deine Mathenote geärgert, weil du ehrgeizig bist und das Ziel hast, einen guten Schulabschluss zu machen.
Du machst auch das autogene Training mit dem Ziel nicht mehr zu ritzen und zur Ruhe zu kommen.
Ich bin mir sicher, dass dir da noch mehr einfallen.
Ich freue mich von dir zu hören
Schöne Grüße
Regina
Hallo Regina,
ich versteh irgendwo ja deine Sorge, aber glaub mir, ich hab schon mehr mitgemacht und Schlimmeres ausgehalten, das werde ich überleben 🙂
Meine letzten Blutwerte waren schon um einiges besser, auch wenn der Arzt meinte, die seien wohl zu beginn der Entzüge nochmal ziemlich abgerutscht, inzwischen aber schon ziemlich gut, ich hab nur derzeit noch nen Magnesium- und ich denke es war Kalium-mangel.
Im Schlaflabor hab ich keinen Termin, ich wurde allerdings noch 2x untersucht und nachdem da alles okay war und völlig normal, war das Schlaflabor nicht wirklich mehr ein Thema.
ich bin zu meinem Kumpel wieder mal geflüchtet und konnte auch besser schlafen, war heute aber wieder extrem unruhig, unkonzentriert und ich hab den eigentlich schon überwundenen Alkoholentzug (so dachte ich es zumindest) wieder gespürt und hab, um das ganze irgendwie einigermaßen in den Griff zu bekommen und runter zu kommen, 4 geraucht.
Ja, ich hab mich schon genauer informiert, werde auch mal ein einwöchiges Praktikum machen und mich mit einer Berufsberatung der Bundeswehr treffen, wenn es denn meine Eltern irgendwann mal zulassen.
Ehrlich gesagt, verschwinden diese Ziele im Moment wieder ein bisschen ... Ich sehn mich danach, wieder was zu nehmen, um verdrängen zu können. mir fallen auch keine Ziele ein, die ich habe. Also ich leb noch, weil ich noch lebe, aber ich lebe nicht für irgendwas oder so. Egal, was passiert, ich hätte damit kein Problem, denn ich bin inzwischen frei. Wird es mir auf dieser Welt zu viel, werde ich gehen. Ich hab in den letzten Monaten oft genug den Schritt gemacht, war aber nicht frei genug dafür, aber jetzt bin ich es. Es ist alles geplant, für den Fall der Fälle und das tut gut. Ich bin so locker wie seit langem nicht mehr und das ist auch gut so. Keiner merkt was, es soll auch keiner was merken. Es soll mein Entschluss sein, wann es passiert und davon soll niemand was mitbekommen, der mir vielleicht in die Quere dabei kommen könnte, oder so.
LG Tina
