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Thema: Selbstverletzung ...

Eröffnet am 11.01.2014 um 10:40

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Hallo Tina,

dass du das durchhältst, finde ich trotzdem toll, und bewundere deine Willenskraft 🙂 Es heißt ja, wenn man einmal drogenabhängig war, bleibt ein "Restverlangen" immer; das ist ähnlich wie bei Alkohol. Aber es kommt immer darauf an, dass man sich trotzdem dagegen entscheidet. Und ich finde, das machst du wirklich gut.

Ich finde, was du über deine Eltern schreibst, klingt überhaupt nicht durcheinander 🙂 Verstehe ich das richtig, dass das "größere" Problem eigentlich mit deiner Mutter besteht und dein Vater sich eher raushält?
Hast du schon mal versucht, ganz sachlich und in Ruhe mit ihr über die Probleme zu reden? Das klingt so banal, aber wenn man solche Sachen im Streit anspricht, fühlt sich der andere oft angegriffen. Da wäre es sinnvoller, sich mal in einem ruhigen Moment mit ihr zusammenzusetzen und ihr zu sagen, wenn dir der Haushalt zu anstrengend wird. Oder dass du ja bald volljährig wirst und ob du mit ihr nicht ein paar mehr "Freiheiten" aushandeln kannst.
Dass sie dich schlägt, ist natürlich absolut nicht in Ordnung. Was sagt denn dein Vater dazu?
Wenn das nicht aufhört, kannst du dich auch an das örtliche Jugendamt wenden; es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie die da eingreifen könnten.

Das mit der Kontrolle ist beim Ritzen oft ein wichtiger Punkt. Wie du schon sagst - du selbst hattest es in der Hand; du ganz allein. Das Problem dabei ist, wie du vielleicht schon bemerkt hast, dass diese Kontrolle auch wieder verloren geht. Irgendwann kontrolliert das Ritzen dich und nicht mehr umgekehrt. Wie bei jeder Sucht braucht man irgendwann immer mehr, um noch mit allem klarzukommen; alle Gedanken drehen sich nur darum - und dann kann es wirklich gefährlich werden. Nicht selten verletzen sich Menschen auf sehr gefährliche Weise selbst, weil sie keine Kontrolle mehr darüber haben, wie viel oder wie tief sie sich schneiden. Bitte lass es so weit nicht kommen.
Ein Skill ist mir noch eingefallen, der auf noch etwas anderes abzielt: Wenn es ganz schlimm wird, kannst du dir selbst sagen, dass du dich verletzen wirst - aber nicht jetzt. Setz dir ein Zeitlimit. Erst morgen, erst in einer Stunde, erst in 5 Minuten
... je nach dem, wie schlimm es ist. Warte diese Zeit ab, und wenn der Druck noch genauso stark ist, verschiebe es wieder. Und so weiter.

Dass du viel Sport machst, ist gut; Sport wirkt häufig auch antidepressiv. Könntest du dir vorstellen, zur Ablenkung rauszugehen und Sport zu machen, anstatt dir wehzutun?

Solche Depressionstests sind mit Vorsicht zu genießen. Manche sind relativ aussagekräftig, andere weniger - das ist gerade im Internet sehr unterschiedlich.
Grundsätzlich bin ich der Ansicht, dass man so einen Test schon mal zur Orientierung machen kann, sich aber nicht zu sehr darauf verlassen sollte. Ganz abgesehen davon ist eine konkrete Diagnose auch nicht das wichtigste - entscheidend ist, dass es dir zur Zeit nicht gut geht, und dass du dagegen etwas tun möchtest. Ob das nun Depression heißt oder nicht... nun ja.
Wenn du aber glaubst, dass dir eine sichere Diagnose helfen würde, alles besser zu verarbeiten, dann geh lieber zu deinem Hausarzt oder einem Psychiater und lass dich auf Depressionen testen. Dort erhältst du ein verlässlicheres Ergebnis als über das Internet.

Hast du gegen die Magenkrämpfe schon mal Beruhigungs- oder Atmenübungen versucht? Die scheinen ja stressbedingt zu sein, vielleicht werden die besser, wenn du zwischendurch etwas zur Ruhe kommen kannst.

Liebe Grüße
Christine

Hallo Christine

Ja, die größeren Probleme hab ich definitiv mit meiner Mutter -.-
Und klar hab ich des öfteren das Gespräch gesucht, nur das lässt sie gar nicht wirklich zu ... Auch kleine nette Gesten wie zum Beispiel hab ich zu muttertag mal ne Torte gemacht ... statt sich zu freuen, hat sie nur gesagt "kann man schon essen" und hat dann gleichzeitig noch kritisiert, was ich in ihren augen falsch gemacht habe ...
Auch sahclich zu diskutieren geht nicht, da wird sie nur wütend und schiebt alles auf mich oder geht einfach oder schreit mich an ...

Mein Dad stößt ihr gegenüber genauso an seine Grenzen und zu dem thema sagt er nichts ... allgemein sagt er eigentlich nicht viel, ist meist in der arbeit ...
er möchte sich aber nicht scheiden lassen, weil dann das haus, dass sie zusammen gebaut haben, verkauft werden müsste und er da echt seine ganze kraft hinein gesteckt hat meinte er mal ...

Zum thema "zur Ruhe kommen" ... ich hab keine ahnung, wie ich das denn schaffen könnte, bin also für tipps sehr gerne bereit ... Wie gesagt, ich schlaf so gut wie gar nicht mehr und bin inzwischen echt nur noch fertig und die Suizidgedanken rücken immer mehr in den Vordergrund ._.

Danke für die Meinung zu den tests, die interessieren mich auch nicht weiter großartig 🙂

LG Tina

Hallo Tina,

das klingt wirklich schwierig mit deiner Mutter.
Auf den ersten Blick dachte ich mir, es ist aber auch ziemlich unfair von deinem Vater, sich da einfach rauszuhalten und dir die ganzen Probleme zu überlassen. Schließlich bist du ja auch sein Kind.
Wäre es vielleicht möglich, dass du mit ihm mal sprichst und ihn bittest, im Fall des Falles mal bei deiner Mutter ein gutes Wort für dich einzulegen? Es sollen natürlich keine "Fronten" gebildet werden, aber ein bisschen Unterstützung zu haben, kann schon eine große Hilfe sein.
Wann wirst du denn volljährig? Evtl könnte es auch eine Option sein, mit 18 einfach auszuziehen, zum Beispiel in eine WG oder so.

Was die Suizidgedanken angeht: Wie sehen die denn momentan aus? Wenn du sie auf einer Skala von 1 bis 10 (1=ich denke nur selten daran, 10=ich könnte es jeden Moment tun) einstufen müsstest, wo stehst du da gerade?

Zur Ruhe kommen kann man auf verschiedene Wege. Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel sogenanntes Autogenes Training, hast du davon schon mal gehört? Dabei legt man sich ruhig hin, konzentriert sich nacheinander auf die verschiedenen Teile des Körpers und stellt sich vor, wie sie ganz schwer und warm und entspannt werden. Wenn du magst, erkläre ich dir das gerne genauer.
Eine andere Möglichkeit wäre, dass du dir z.B. mal eine CD mit Traumreisen kaufst oder im Internet runterlädst. Die kann man auch über MP3-Player oder Smartphone hören und sie können sehr entspannend wirken.
Auch ganz hilfreich fand ich immer ein kleines Säckchen mit Lavendel; so etwas oder auch Lavendelöl gibt es in vielen Drogeriemärkten. Der Geruch von Lavendel wirkt nachweislich beruhigend. Riech einfach ein bisschen daran, bevor du dich hinlegst, und versuch an etwas schönes zu denken - etwas, was du gerne machst oder einmal erleben möchtest zum Beispiel.
Ich merke gerade, das waren schon einige Ideen. Vielleicht magst du ja das eine oder andere davon ausprobieren, wenn nichts hilft, können wir auch gern noch über andere Möglichkeiten reden 🙂

Und - ich sage dir damit sicher nichts neues, aber Schlafmangel kann extrem belastend sein. Gut möglich, dass allein dadurch die Suizidgedanken deutlich verstärkt werden und es dir schon besser ginge, wenn du öfters mal lang genug schlafen kannst.
Woran liegen denn die Schlafprobleme; kannst du nicht einschlafen oder hast du zu viel zu tun oder...?

Liebe Grüße
Christine

Hallo 🙂

also mein Dad hält sich da raus, hat eben auch keine chance gegen meine mutter, denn sie schreit ihn ja genauso an wie mich ... außerdem ist er selbst jetzt auch nicht gerade der gefühlvollste mensch 🙂

autogenes training hab ich von einem freund bekommen, was mir geholfen hat, überhaupt mal wieder zu schlafen. zu der zeit hab ich ca 1 woche gar nicht geschlafen, bzw nur paar minuten, mal früh im bus, dann über den hausaufgaben, 5 minuten vor dem TV.
Durch das autogene training (arnd stein) kann ich wieder 1-3h am Stück schlafen, wach dann jedoch auf und bin dann gleich wieder extrem gepusht.
Woher die Schlafprobleme kommen ... keine ahnung. also ich hab dafür schon zeit, ich leg mich auch ins Bett usw, nur einschlafen kann ich halt nicht

Die Suizidgedanken auf der Skala ... je nach Tag zwischen 6 und 9 würde ich sagen ... also in extremen Situationen stand ich schon das ein oder andere Mal auf der Autobahnbrücke aufn Geländer oder so was ... aber wenn nicht zum täglichen Stress irgendwas hinzukommt ... dann denk ich zwar viel drüber nach, schweif auch im Unterricht oftmals ab und denk dann über verschiedene Möglichkeiten nach ...

LG Tina

Hallo Tina,

das klingt kompliziert. Ich stelle mir das gerade irgendwie so vor, dass sich in eurer Familie alles darum dreht, wie deine Mutter sich die Dinge vorstellt, und jeder rennt um es ihr recht zu machen... das muss sehr anstrengend sein.
Wenn sie nicht mit sich reden lässt - hast du schon mal versucht, alles aufzuschreiben und es ihr als Brief hinzulegen? Dann kann sie es allein und in Ruhe lesen und darüber nachdenken und hat vielleicht nicht sofort das Gefühl, sich für alles verteidigen zu müssen.
Wenn es völlig eskaliert, könnte man auch mal über eine Betreuung durchs Jugendamt und/oder Familientherapie nachdenken. Dafür müssen sich allerdings irgendwie alle Parteien einverstanden erklären.

Schön, dass das autogene Training zumindest einmal einen Anfang gebracht hat.
Wenn du dann so bald wieder aufwachst, hilft es dir, einfach nochmal autogenes Training zu versuchen um wieder einzuschlafen, oder hat das dann keinen Effekt mehr?
Wenn du nicht schlafen kannst, weil dir vielleicht zu viele Gedanken durch den Kopf gehen, könnte es auch helfen, diese Gedanken loszuwerden. Indem zu z.B. zeichnest oder Tagebuch schreibst. Wenn man Gedanken schwarz auf weiß festhält, kann man sie auch später noch mal aufgreifen und für die Nacht vielleicht erst mal beiseite schieben.

Wäre es ok für dich, wenn wir die Suizidgedanken in ihrer Stärke etwas beobachten? Also du einfach in deinen Antworten immer kurz dazuschreibst, "Die Skala steht gerade auf Stufe ...".
Außerdem - es ist gut, dass du auch in Momenten kurz davor immer irgendwie noch die Kraft hattest, es doch nicht zu tun. Das zeugt von viel Stärke! Abgesehen davon heißt das, es muss irgendwas am Leben geben, was dich noch hält. Auch wenn das manchmal schwer zu erkennen ist.
Was ist denn das Gute für dich daran, noch auf der Welt zu sein? Wenn du dir die positiven Dinge mehr vor Augen führst, kann das auch helfen.

Liebe Grüße
Christine

Hallo Christine

Du hast es erfasst, meine Mutter ist ... einem Tyrann ähnlich ._.
ich hab sogar schon mal etwas geschrieben, aber des war ehr noch schlechter, denn darauf wurde sie noch wütendender, schnauzte mich an und hielt mir den brief bei streitereien immer wieder unter die nase, bis sie ihn schließlich weggeworfen hatte...

Das autogene Training nützt beim zweiten Mal leider nichts mehr ... ich kann mich dadurch zwar dann so beruhigen, dass ich nicht in diesem Dauerstress bin (mir krampfen oft die arm-und bauchmuskeln, weil ich sie unbewusst immer angespannt habe), aber schlafen geht leider nicht mehr

Ja, das ist okay für mich. Was mich hier hält? ... Hm ... Ich hatte bereits das ein oder andere Gespräch über meine Gedanken mit meiner Freundin und sie meinte, wenn ich das mache, würde sie sich die schuld geben, weil sie mich nicht aufgehalten hat, auch wenn das eigentlich nicht mal ihre schuld wäre und das würde sie nicht zulassen ... und der gedanke daran, dass sie wegen mir verletzt und am boden ist ... hindert mich daran.
Ebenso mein Kumpel, der denk ich ziemlich enttäuscht wäre.

Die Skala heute ist bei 8,5 - 9 ... bin heute wieder mehr gestresst, den grund weiß ich nicht mal so genau ... hab nur 1h geschlafen und 27 Zigaretten bis gerade geraucht ... Und hier schnauzen sich schon wieder alle untereinander an ... dann hat vorhin beim verletzen es nicht so geklappt, wie ich es wollte und da kommt bei mir noch mehr Frust auf.

LG Tina

Hallo Tina,

hm, das hätte ich mir schon fast gedacht, dass sie es nicht merkt.
Was, wenn du sie einfach mal drauf ansprechen würdest? Möglich, dass sie erst mal wieder schreit, aber vielleicht denkt sie dann doch drüber nach und es verbessert sich längerfristig was.
Trotzdem solltest du das besser machen, wenn du gerade einigermaßen stabil bist, nicht dass die Auseinandersetzung alles noch viel schlimmer macht.

Ob deine Freundin mit reingezogen werden möchte oder nicht, kann sie ja selbst entscheiden, ich finde, fragen kannst du sie auf jeden Fall 🙂

Wenn deine Mutter und dein Bruder sich so ähnlich sind, stelle ich mir einen Streit zwischen den beiden auch sehr anstrengend vor. Dass du entspannt bleiben willst, finde ich gut 🙂 Kannst du vielleicht während des Streits (falls einer kommt) einfach auch in deinem Zimmer bleiben und dich überhaupt nicht einmischen?
Fürs Kino morgen wünsche ich dir viel Spaß! Welchen Film schaut ihr denn an?

Schön, dass dir ein paar Skills ganz gut helfen. Das ist auf jeden Fall ein Fortschritt 🙂 Wenn du das Gefühl hast, du bräuchtest noch welche oder würdest gern etwas anderes ausprobieren, sag einfach bescheid.

Liebe Grüße
Christine

Hallo Christine,

Ja, der Streit zwischen ihnen ist wirklich immer sehr anstrengend. Inzwischen schreien sie sich wieder nur an, aber ich bin in meinem Zimmer, muss lernen.
Für weitere Skills wär ich dir sehr dankbar, denn je nach dem wie gestresst ich bereits bin, helfen die bisherigen ehr nur bedingt.
Wir gucken den Kinderfilm "Eiskönigin" 🙂 fanden wir die Vorschau ganz witzig. "Buddy" haben wir bereits geguckt.

Ich merke, dass ich schon wieder mega angespannt bin, deswegen antworte ich gerade, denn da muss ich mich bisschen konzentrieren und kann mich ablenken. Vorhin hab ich mich bereits verletzt und ich würde es gerne wieder tun, das Gefühl war angenehm. Aber ich weiß, dass ich das eigentlich nicht soll und naja ... jetzt such ich mir andere Beschäftigungen usw.

LG Tina

Hallo Tina,

das glaube ich dir. Immerhin kannst du in deinem Zimmer bleiben und dich da etwas raushalten, dann hilft vielleicht einfach warten, bis es vorbei ist...
Die "Eiskönigin" hab ich auch schon gesehen und kann ihn wirklich nur empfehlen 🙂 Für meinen Geschmack wird zwar in der ersten halben Stunde relativ viel gesungen, aber die Lieder sind schön und auch passend und die Story ist sehr interessant, klug und witzig 🙂

Ich finde gut, dass du gegen den Druck ankämpfst und dir andere Beschäftigungen suchst! Andere Skills wären noch:
- Aufschreiben, was gerade im Kopf herum geht, Tagebuch schreiben, Gedichte schreiben
- weit spazieren gehen und dabei Musik hören
- ein paar Seiten aus einem Buch lesen und sich dann die Fortsetzung vorstellen
- etwas Zeichnen, Musik machen, Sticken/Nähen
- Überlegen, wohin man gerne noch reisen würde, sich vorstellen, was man dort Schönes machen würde, mit wem man dort wäre usw
- 1-2 Teelichter anmachen, sich aufs Bett legen und an die Decke schauen, wie die Schatten spielen
- alle Stifte zusammen suchen und anspitzen
- das Zimmer gründlich aufräumen, Dinge auf Regalen ordnen, staubwischen usw
- Stell dir folgende Fragen:
Was tue ich gerade?
Warum tue ich das?
Was ist mein Ziel?
Was werden die Folgen meines Handelns sein?
Bin ich bereit, die Konsequenzen zu tragen?
Was sollte ich tun?

Vielleicht kann dir ja das eine oder andere gerade weiterhelfen 🙂

Liebe Grüße
Christine

Hallo Christine,

danke, für die vielen Tipps, manche habe ich bereits automatisch gemacht (regale neu ordnen)
zu deiner Frage vorhin: wenn ich nicht schlafen kann, putz ich meistens Zimmer, also mein Zimmer ist sehr sauber 🙂 oder ich hör Musik oder ich guck nen Film oder so.

Bin nach wie vor in meinem Zimmer und mach gerade meine Schulsachen fertig.
Meine Mutter und mein Bruder gehen heute Abend auf nen Geburtstag in der Nachbarschaft, also hab ich da dann bisschen Ruhe, worauf ich mich schon freue, denn gerade stressen sie mich extrem, durch ihr ständiges rumgeschrei ...
Ich geh ihnen weiterhin aus dem Weg, weil mein Bruder immer dazu neigt, seinen Frust dann an mir auszulassen, wie meine Mutter eben auch

LG Tina