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Thema: Selbstverletzung ...

Eröffnet am 11.01.2014 um 10:40

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Hallo Tina,

dass so eine Phase wiederkommt, ist natürlich möglich, aber dann hättest du das alles ja zumindest schon mal erlebt und geschafft. Das erste Mal, wenn man in so einer Phase feststeckt, ist am schlimmsten - weil man da ja noch gar nicht weiß, was überhaupt los ist mit einem. Ich bin sicher, falls du dich mal wieder so fühlst, wird es einfacher damit umzugehen als jetzt!
Aber es ist natürlich auch möglich, dass du das alles für immer hinter dir lassen kannst. 🙂

Wenn du volljährig bist, kannst du ausziehen, sofern du es dir finanziell leisten kannst. Jedenfalls können deine Eltern dich nicht aufhalten, da sie dann nicht mehr erziehungsberechtigt sind. Eine Möglichkeit wäre, neben der Schule einen 450-€-Job anzunehmen, um noch etwas zu verdienen. Nach der Schule kannst du z.B. für ein Studium BAFöG beantragen oder dich nach Stipendien erkundigen. In einer Ausbildung dagegen verdient man selbst auch schon ein bisschen Geld.
Möglicherweise gibt es noch andere Fördermöglichkeiten; auf dem Gebiet kenne ich mich nicht so genau aus. Wenn du genauere Infos möchtest, erkundigst du dich am besten beim zuständigen Jugendamt; die sind da besser informiert und können dir sicher auch sagen, ob es eine Möglichkeit gäbe, auch schon vor dem 18. Geburtstag von deinen Eltern weg zu kommen.
Ansonsten könntest du, wenn du kein Geld von deinen Eltern nehmen möchtest, vielleicht auch andere Familienmitglieder um Hilfe bitten, zum Beispiel deine Tante?

Dass du dich mit was anderem beschäftigen konntest, damit die Suizidgedanken weniger wurden, finde ich super [font=Arial] [/font]:thumbsup:[font=Arial] [/font]
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[font=Arial]Liebe Grüße[/font]
[font=Arial]Christine[/font]

Hallo Christine,

ich hoffe, dass der Fall nicht nochmal eintrifft und ich es wirklich hinter mir lassen kann!
Mit dem Thema ausziehen ... soweit habe ich ehrlich gesagt noch gar nicht gedacht, dass es da eben auch Möglichkeiten gibt, danke.

Mein Ziel ist die Bundeswehr und dann wäre ich eh erst mal in da Kaserne, was ich gut fände. Ich spiel mit dem Gedanken schon seit Monaten und gestern hab ich eben nochmal viel nachgedacht und es zu meinem Ziel gemacht. Allerdings sind meine Eltern gar nicht damit einverstanden, aber naja ... das nehm ich in Kauf, denn schließlich ist das MEIN Leben.
Hab heute mit meiner Freundin auch nochmal lange geredet und jetzt geht es mir ziemlich gut, ich kann den Stress von zu Hause bisschen auf Abstand halten und merke, dass es mir besser geht, ich allmählich wieder die Kontrolle bekomme, auch wenn immer wieder Momente kommen, wo es mir noch schwer fällt.

Ich hab mich diese Nacht absichtlich mit dem Thema Suizid bei Jugendlichen auseinander gesetzt (videos bei you tube darüber geguckt) und das war zwar ne ... extreme Maßnahme, hat mir aber geholfen, den Gedanken wegzuschieben, so doof das klingen mag. Meine Freundin meinte ja immer, dass ich ihr damit weh tun würde usw. ... Und jetzt kann ich mich besser in sie hineinversetzen und möchte ihr nie irgendwas in der Art antun ...

LG Tina

Meine Skala heute geht gegen 1, ich denke zwar drüber nach, aber nicht im Sinne von "wann/wie könnte ich mich umbringen sondern vielmehr im Sinne von "was würde ich anderen für einen schaden zufügen"

Hallo Tina,

über das Thema Ausziehen kannst du ja auch dann nachdenken, wenn es für dich akut ist. So als Übergangslösung ist es vielleicht gar nicht schlecht, dass du zu deinem Kumpel ausweichen kannst und ab und zu auch noch bei deinen Eltern bist.
Übrigens habe ich erfahren, dass du für den Fall, dass du zu Hause ausziehst, auch unterhaltsberechtigt wärst - du bekämst also dein Kindergeld, evtl. Schüler-BAFöG und außerdem Unterhalt von deinen Eltern.
Aber wie gesagt, genaue Infos bekommst du da am besten vom Jugendamt, wenn du dich mal damit auseinandersetzen möchtest.

Das mit der Bundeswehr sehe ich wie du - es ist dein Leben und wenn du dir das gut vorstellen kannst, können dich deine Eltern nicht davon abhalten. Ich finde es sehr wichtig, dass man eigene Erfahrungen macht und seine Grenzen austestet. Ich verstehe auch die Sorge deiner Eltern - die Bundeswehr hat eben keinen so guten Ruf, durch Drill und Hierarchie und allgemein die Einstellung zum Krieg. Vielleicht wird da manches auch übertrieben dargestellt, das weiß ich nicht. Dazu gibt es viele Meinungen, aber ich glaube, inwieweit die richtig oder falsch sind, kannst du für dich nur herausfinden, wenn du hingehst und es versuchst. Wieder gehen kann man immer noch, wenn es doch das Falsche für einen ist, und wer weiß - vielleicht fühlst du dich dort wohl und möchtest bleiben.

Ich finde schön, dass du mit deiner Freundin so offen reden konntest und deine Suizidgedanken dadurch auch weniger geworden sind! Das freut mich zu hören 🙂

Liebe Grüße
Christine

Hallo Christine,

Ja, mit dem ausziehen, das behalt ich mal im Hinterkopf, aber im Moment ist die Lösung mit meinem Kumpel ziemlich gut und tut mir gut.
Zum Thema Bundeswehr kann ich sagen, dass sie eine durchaus positive Wandlung gemacht hat und klar, es ist kein alltäglicher/gewöhnlicher Beruf, aber es ist das, was ich machen möchte.
Ich hab nur keine Ahnung, wie ich ihnen das erklären soll (also meinen Eltern). Hast du da vllt. Tipps oder so, wie ich am besten mit ihnen reden könnte? Mir fehlt da manchmal bisschen der Überblick 🙂

Ja, das tat auch unheimlich gut und bis jetzt hält es an, was mich sehr freut. Allerdings ist mir aufgefallen, dass ich (seit ich nicht mehr unter ständigem Alkohol oder Drogen stehe, mich nicht mehr ritze und die Suizidgedanken einigermaßen unter Kontrolle habe) allgemein gereizter und frustrierter bin. Dem kann ich jedoch mit Sport ziemlich gut entgegen wirken.

Nur diese Apettitlosigkeit und Antriebslosigkeit, die bleiben bis jetzt und leider auch die Schlafstörungen. Heute nacht hab ich gerade mal 35min geschlafen und hatte heute aber 10 Stunden Schule, das zehrt.

LG Tina

Ich soll Liebe Grüße und ein herzliches Danke von meiner Freundin ausrichten 🙂 Ich habe ihr erzählt, dass ich mit dir schreibe und sie fand das sehr gut und daher liebe Grüße 🙂

Hallo Tina,

für ein Gespräch mit deinen Eltern wäre es gut, eine ruhige, sachliche Grundeinstellung zu haben. Das heißt, sprich das Thema am besten an, wenn sie gerade einmal nicht miteinander oder mit dir streiten, sondern im Grunde gerade alles "passt", und dann in einem sachlichen Ton. Achte darauf, ruhig zu klingen - wenn es vorwurfsvoll oder angriffslustig rüberkommt (was ja gar nicht so gemeint sein muss), ist niemandem geholfen.
Was auch immer hilfreich ist, ist, deine Eltern auf ihrer Seite auch zu verstehen. Mach ihnen klar, dass du dich mit dem Thema ernsthaft auseinandergesetzt und mögliche Probleme auch kritisch hinterfragt hast. Verwende ruhig Sätze wie, "Ich weiß, dass ihr euch Gedanken macht, weil..., aber..."; oder "Ich weiß zu schätzen, dass ihr auf mich aufpassen wollt, aber ich habe gut darüber nachgedacht und möchte diese Erfahrung machen". In deinen Worten natürlich 🙂
Außerdem wichtig: Kritik/Einwände von ihnen nicht einfach abschmettern! Frag nach, was genau ihre Sorge oder ihr Problem dabei ist, und mach deutlich, dass du sie ernst nimmst. Dann werden sie letztlich weniger besorgt sein, selbst wenn du dich für die Bundeswehr entscheidest.
Es muss auch nicht unbedingt in einem Gespräch eine Lösung gefunden werden - wenn das Gespräch nicht so läuft, wie du möchtest, oder wenn es mit deiner Mutter eskaliert, kannst du ruhig auch abbrechen und vorschlagen, dass ihr wann anders in Ruhe noch mal darüber redet.
Ich hoffe, das hilft dir ein bisschen weiter 🙂

Das mit der Reizbarkeit ist gut möglich - da du dich nicht mehr mit irgendwelchen Mitteln betäubst, "spürst" du dich selbst wieder mehr und mit sich selbst klarzukommen, muss man erst einmal aushalten lernen.
Was dabei ganz gut helfen kann, wäre eine Aufmerksamkeitsübung: Versuche, wenn du Zeit dazu hast, jeden Tag einmal in dich hineinzuhorchen und dir zu überlegen, was du gerade möchtest, und was gut für dich wäre. Einfach bewusst jeden Tag etwas Positives für sich selbst schaffen. Das kann sein, ein Buch zu lesen, etwas zu Essen zu machen, auf das du gerade Appetit hast, eine ausgiebige Maniküre, eine Runde joggen... Wichtig ist nur, nicht aus Stress heraus irgendwas anzufangen, sondern ganz in Ruhe und entspannt, mit dem Bewusstsein, "Das mache ich jetzt, um mir etwas Gutes zu tun".

Der Schlafmangel zehrt allerdings, das glaube ich dir. Hast du mal darüber nachgedacht, zu einem Arzt zu gehen? Wenn gar nichts anderes hilft, wäre ein leichtes Schlafmittel vielleicht eine gute Lösung.

Danke für die Grüße von deiner Freundin, das hat mich gefreut 🙂 Grüß sie ganz herzlich zurück! Dass sie im "wirklichen Leben" so für dich da ist und dich unterstützt, ist mindestens genauso wichtig.

Liebe Grüße
Christine

Hallo Christine,

Danke für die vielen Tipps, die helfen mir weiter 🙂
Ich warte auf nen guten Moment und dann guck ich mal, wie sie sich verhalten.
Das mit der Aufmerksamkeitsübung is ne gute Idee, ich werd mir das mal durch den Kopf gehen lassen und versuchen zu befolgen 🙂
Und ich werde zum Arzt gehen wegen nem Schlafmittel, denn inzwischen gehts so heftig an die Reserven usw. dass ich nur noch fertig und müde bin...

Danke, darüber wird sie sich sehr freuen!

LG Tina

Hallo Tina,

das klingt doch insgesamt ganz gut 🙂 Dann wünsche ich dir für die ganzen Vorhaben schon mal viel Erfolg!

Vielleicht klappt das Gespräch mit deinen Eltern ja auch besser, wenn du zu dem Zeitpunkt mal ausgeschlafen bist - so überspannt und überreizt ist es schwer, mit Konfliktsituationen zurechtzukommen.
Wenn von deiner Seite aus das Gespräch ruhig und entspannt verläuft, wirkt sich das ja vielleicht auch auf deine Eltern aus.

Liebe Grüße
Christine

Hallo Christine,

Ja, du hast recht, insgesamt klingt das bestimmt nicht schlecht 🙂
Ich hoffe, dass es auch so bleibt und ich endlich mal zur Ruhe kommen kann. Allerdings merk ich immer mehr, dass ich noch ein anderes Problem habe ... (._. )
Und zwar meine beste Freundin Lotte ... sie war vor ca. 1 1/2 Jahren magersüchtig und sie ist damals nicht in Behandlung gegangen, bis auf ich, wusste das zu dem Zeitpunkt niemand und ich musste ihr versprechen, es niemanden zu sagen. Ich hab mich daran gehalten und meine komplette Kraft darein gesteckt, dass sie es rausschafft, was ich auch geshcafft habe. Allerdings hat das halt echt Kraft gekostet. Um des weitere zu verstehen, muss ich jetzt bisschen ausholen, sorry.
Jedenfalls bin ich eigentlich die einzige Person, der sie ALLES sagt und ich hör ihr auch echt gerne zu und versuch ihr immer zu helfen, denn in ihrer Familie gehts nicht gerade toll zu. Inzwischen haben sie auch eine sog. Familienhilfe und sie ist bei einer Jugendpsychologin, da sie schon extreme Probleme mit der Situation zu Hause hat, die auch dazu geführt hatten, dass sie magersüchtig wurde.
Im Moment geht es ihr wieder schlechter und sie vertraut sich mir an, was ich auch gut finde und so, denn dann kann ich notfalls ihrer Psychologin bescheid sagen und die Notbremse ziehen, wenn das in ne falsche Richtung geht. Ich bin insgesamt für sie wie eine große Schwester und wir haben echt schon viel durchgestanden. Allerdings tut sich immer mehr ein Problem auf und zwar, dass ich oftmals mit kleinen, banalen Problemen, die aber für sie wichtig sind, nicht mehr so gut klar komme, wie ich das einmal konnte. Ich weiß aber nicht, wie ich ihr das klar machen kann ...
Jetzt meine Frage: Wie soll ich ihr sagen/ klar machen, dass es mir im Moment absolut beschi**en geht und ich nicht so stark wie sonst für sie da sein kann? Ich habe ihr bereits gesagt, dass es mir nicht gut geht und ich mal bisschen Ruhe bräuchte, aber das versteht sie nicht ...

Wie soll ich damit umgehen? Klar bin ich noch für sie da usw, nur im Moment, muss ich selbst erst mal wieder Boden unter die Füße bekommen ._.

LG Tina

Hallo Tina,

dass das eine schwierige Situation ist, verstehe ich gut. Ihr habt schon so viel zusammen durchgemacht, und wenn du dich jetzt mehr um dich kümmern musst, ist es für sie vielleicht nicht so einfach.
Trotzdem finde ich, dass du da absolut ehrlich sein musst, denn du kannst ihr ja auch nicht helfen, wenn es dir selbst zu schlecht geht, als dass dir noch Ratschläge für sie einfallen.
Ich finde, du kannst ihr das ganz ähnlich sagen, wie du es mir geschrieben hast: Dass du natürlich noch für sie da bist und froh bist, dass sie sich dir anvertraut, du im Moment aber selbst schwere Probleme hast und Kraft für dich selbst brauchst.
Ich könnte mir vorstellen, dass sie dich vielleicht erst nicht verstanden hat, weil sie Angst hat, deine Unterstützung zu verlieren - dann solltest du betonen, dass es so nicht ist.
An deiner Stelle würde ich mir Zeit für ein ausführliches Gespräch mit ihr nehmen. Wenn sie nachfragt, wie deine Probleme denn aussehen, erzähl es ihr ruhig, ihr steht euch ja sehr nahe. Mit Ehrlichkeit kommt man immer am weitesten.
Wichtig ist auch, zu betonen, dass dir der Kontakt zu ihr am Herzen liegt und du ihr weiter helfen möchtest, nur dass es [i]jetzt im Moment[/i] eben nicht geht, weil du erst selbst aus deinem Tief kommen musst, um wieder Kraft für ihre Probleme zu haben.
Ich hoffe, dass dir das ein bisschen weiterhilft 🙂

Liebe Grüße
Christine

Hallo Christine,

danke für die Tipps, die klingen echt nicht schlecht 🙂 warum bin ich da nicht selbst draufgekommen?
Leider hab ich seit gestern Abend genau mit der Freundin Stress und bin mega enttäuscht und dementsprechend beschi**en geht es mir auch ... 🙁
Im Moment möchte ich nicht darüber reden, aber es hat verursacht, dass ich mich wieder richtig bescheiden fühle und mir bereits wieder ne Klinge zugelegt habe ...
Ich will es eigentlich nicht tun und dann aber wieder doch ... Ich enttäusche dich, hm? das tut mir leid ._.

LG Tina

meine Skala ist (leider) bei 7- 8